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4. Dezember 2004

Junge Wissenschaftler überschreiten die Grenzen ihrer Fachdisziplin

Laudationes von Prof. Paul Kirchhof anlässlich der Verleihung der Ruprecht-Karls-Preise, des Fritz Grunebaum-Preises und des Umwelt-Preises der Viktor und Sigrid Dulger Stifung am 4. Dezember 2004 in der Alten Aula der Universität Heidelberg

"Wenn die Jury des Ruprecht-Karls-Preises jedes Jahr wieder mit wissenschaftlicher Neugierde auf die von den Fakultäten eingereichten Spitzendissertationen wartet, um aus den besten Promotionen der Fakultäten die fünf besten der Universität auszuwählen, fragen wir stets mit Spannung, welche Besonderheiten die einzelne Arbeit aus der Vielfalt der Schriften unserer Nachwuchswissenschaftler hervorheben. Die Antwort für dieses Jahr ist eindeutig:

Ausgezeichnet werden heute junge Wissenschaftler, die jeweils die Grenzen ihrer Fachdisziplin überschreiten und Forschungslinien von einem zum anderen Fach ziehen. Es geht um Medizin und Geschichte, sodann um Archäologie, Geschichte und Kulturwissenschaften, um Sprache und Musik, um Chemie und Molekülphysik, um die physikalische Erforschung winziger Energieträger, die das Universum erschließen sollen. Inhaltlich führen uns unsere Preisträger in die Ethik der Menschenversuche, in die frühmittelalterliche Stadt, in die Oper mit ihrer Sprache und Musik, in die Welt röhrenförmiger Nanostrukturen und in die Tiefe von Temperaturen wenige Tausendstel Grad über dem absoluten Nullpunkt.

Herr Dr. Andreas Reuland, ein Arzt, untersucht die Menschenexperimente in der Weimarer Republik, also in der Zeit zwischen 1919 und 1933. Preußen hatte in einem Erlass aus dem Jahre 1900 die Zulässigkeit von Menschenversuchen deutlich eingeschränkt. Diese Regelung hat die Experimentierbereitschaft der Forscher jedoch kaum beeinflusst. Die forschenden Ärzte hatten damals wenig Verständnis für ein Selbstbestimmungsrecht der Patienten, haben sich oft auch nach damaligem Recht wegen Körperverletzung strafbar gemacht, weil sie die Gesundheit der Patienten schädigten und deren Einwilligung meist fehlte. Eine Dokumentation der Aufklärung der Probanden unterblieb fast immer, Minderjährige wurden ohne Erlaubnis der Eltern zu Versuchen verwendet. Die Mehrheit der Probanden entstammte der Unterschicht.

Kritik vor allem von Naturheilkundlern und von Julius Moses konnte die öffentliche Diskussion kaum beeinflussen. Zu Beginn des Nationalsozialismus war deshalb in der wissenschaftlichen Diskussion und in der ethisch-rechtlichen Unsensibilität das Terrain zumindest der Leichtfertigkeit bereitet, dessen Auswirkungen wir heute kennen.

Im Ergebnis führt die Arbeit den historisch erklärenden Rückblick über die Phase eines Tiefpunktes unserer Geschichte hinaus in die Entwicklung von wissenschaftlicher Ethik und medizinisch-biologischer Praxis zu Beginn des 20. Jahrhunderts, sucht damit die Verantwortlichkeit nicht nur bei politischen Akteuren, sondern auch bei den wissenschaftlichen Meinungsführern. Die Arbeit erzwingt Nachdenklichkeit: Zur Reflexion über das vermeintlich Alltägliche und Selbstverständliche, zum Bewusstsein eines Erneuerungsauftrags, zum langfristigen Entwickeln von Rechtsmaßstäben auch in unserer Gegenwart der Bioethik und der technisiert mächtigen Medizin. Ich gratuliere Herrn Dr. Andreas Reuland und dem betreuenden Doktorvater, Herrn Professor Dr. Wolfgang U. Eckart, zu dieser Grundlagenstudie nachdrücklich.

Frau Dr. Anette Haug widmet sich in ihrer Dissertation – eine Doppelpromotion an den Universitäten Heidelberg und Paris IV Sorbonne – dem politischen, sozialen und kulturellen Leben in der Stadt während des Übergangs von der Spätantike zum christlichen Mittelalter. Fünf verschiedene Städte in Oberitalien, von Mailand bis zum kleinen Aosta, werden als Lebensorte von Menschen begriffen, die als Raum für die Verwirklichung geistesgeschichtlich geprägter Lebensstile dienen. Der Stadtraum repräsentiert ein Bild von Bedürfnissen, Wünschen und Zwängen, die das Leben bestimmen. Der tiefgreifende Wandel der norditalienischen Städte zwischen dem 3. und 6. Jahrhundert beruht – abgesehen von äußeren Zerstörungen – vor allem auf den Kirchen, die für immer mehr Menschen einen Lebensmittelpunkt bildeten. Die dem weltlichen Luxus konzeptionell entgegengesetzte spirituelle Weltdeutung des Christentums lässt Kirchenbauten entstehen, aber auch Bauten für karitative Dienste. Mit der Kompetenzverschiebung von den städtischen Organen zu den Provinzverwaltungen verlieren die Forumsplätze an Bedeutung. Hausherren und bestimmte Gruppen stellen sich in Statuen dar, einige christliche Stifter verzichten auf Skulptur und Inschrift. Auch Veränderung in der Landwirtschaft und der Wandel des überregionalen Handelssystems werden in Bauten sichtbar.

Die Entwicklung der Mauern und Straßen, der Wassersysteme und öffentlichen Zentren, der Heiligtümer und der Friedhöfe, der Freizeitanlagen und der Siedlungsräume zeigen, dass die einzelne Stadt doch eher eine stadteigene und situationsabhängige Entwicklung nimmt, es den Typus der spätantiken Stadtgeschichte nicht gibt.

Ein detaillierter Katalog, eine Bibliographie, auch anschauliche Stadtpläne und Tafeln erläutern die Aussagen des Gesamtwerkes. Verdienst und Stärke der Arbeit liegen in einer zugleich archäologischen, historischen und kulturwissenschaftlichen Analyse nahezu aller Funktionsbereiche einer Stadt. Die Geschichte ist auch hier in der Lage, uns für die Gegenwart Lebensklugheit zu vermitteln. Die von Herrn Professor Dr. Hölscher betreute Arbeit hat den Ruprecht-Karls-Preis 2004 verdient und wir applaudieren der Doktorandin und ihrem Doktorvater.

Dr. Antje Tumat untersucht in ihrer Arbeit "Ästhetik und Dramaturgie" das Zusammenwirken der Dichterin Ingeborg Bachmann und des Komponisten Hans-Werner Henze bei der Einrichtung der Oper "Der Prinz von Homburg". Ihr Grundthema ist die Wechselwirkung zwischen Sprache und Musik, repräsentiert durch Bachmann und Henze. Dabei beobachtet Frau Tumat, dass die Musik die Sprache verändern, die Sprache die Musik beeinflussen kann. Das Libretto zeichnet sich gerade dadurch aus, dass es durch semantische Leerstellen und eine musikbewusste Formgebung Interpretationsräume für die Musik schafft. Das negative Schweigen – so sagt Ingeborg Bachmann – wäre Agnostizismus, das positive Schweigen ist Mystik. Der Bereich des Mystischen und Unsagbaren wird der Kunst zugewiesen: "Ein Kunstwerk argumentiert nicht".

Die Arbeit zeigt, wie Bachmann durch Kürzungen den Kleist-Text unvollständig macht, Henzes Musik sie sodann mit vergleichbaren Inhalten füllt. Sprache und Musik vermitteln im Zusammenwirken die Umbrüche in der Figur des Prinzen von Homburg, vom heimkehrenden Sieger zum heimlichen Angeklagten, von der Sicherheit einer Traumgewissheit in die vollkommene Verlorenheit einer kreatürlichen Todesangst. Henze folgt dem künstlerischen Anliegen, die Sprachähnlichkeit der Musik zu vermitteln. Für Bachmann war die Musik das Medium, das die unzulängliche und "verschuldete" Sprache retten und zu neuen utopischen Momenten der Wahrheit führen konnte. Bachmann bewege sich zwischen Sprachskepsis und Sprachhoffnung, zwischen Sprachverzweiflung und Sprachutopie.

Wir lesen diese Arbeit in ihrem sprachlichen Stil mit Vergnügen, folgen ihr in ihrer Gedankenführung mit Neugierde, erleben gelegentlich ein Bewusstmachen des bisher nur Erspürten oder Erahnten, aber noch nicht begrifflich Erfassten, bewundern die Sicherheit der Autorin in Musik und Dichtung. Frau Antje Tumat hat den Ruprecht-Karls-Preis 2004 verdient und in dieses Verdienst beziehen wir Frau Professor Dr. Silke Leopold, die diese Arbeit betreut hat, mit ein, aber auch den Zweitgutachter, Herrn Professor Dr. Dieter Borchmeyer, der sie literaturwissenschaftlich begleitet hat. Wir gratulieren hier also Doktorandin, Doktormutter und Doktorstiefvater, fast einer Doktorfamilie.

Dem Chemiker Dr. Daniel Werz gelang es mit seiner Dissertation über "Elektronenreiche Alkin-Systeme – Synthese, Struktur und Reaktivität", in einem ausgeklügelten Syntheseverfahren neuartige ketten- und ringförmige Moleküle aus Kohlenstoffatomen herzustellen. Er arbeitet in einer der wichtigsten Zukunftstechnologien unseres Jahrhunderts, der Nanotechnologie, die Materialien erforscht und nutzt, deren kleinste Bausteine in ihren neuartigen Eigenschaften und Funktionen erschlossen werden. Die Arbeit schlägt eine Brücke zwischen Chemie und Molekülphysik.

Diese Nanostrukturen können einerseits durch Aufbrechen und Zerteilen größerer, makroskopischer Teilchen erzeugt, andererseits auch aus kleineren, molekularen Bausteinen gezielt aufgebaut werden. Hier setzt die Forschung von Herrn Werz an. Beim Untersuchen der Molekülstrukturen im Festkörper durch Röntgenbeugung an Kristallen fand Herr Werz röhrenförmige Strukturen. Die Röhren entstanden dadurch, dass sich die ringförmigen Moleküle übereinander lagerten. Der Forscher war fasziniert von dieser Beobachtung und ging dieser wohl unerwarteten Ordnung wissenschaftlich auf den Grund. Dabei zeigte sich, dass die Atome benachbarter Röhren eine Zick-Zack-Kette bildeten, sich gleichsam wie ein Reißverschluss ineinander verzahnten.

Damit hat diese Doktorarbeit erstmals den Zugang zu molekular aufgebauten, röhrenförmigen Nanostrukturen erschlossen, die nicht – wie bisher – nur durch Wasserstoffbrücken zusammengehalten werden, wie wir es von Harnstoffverbindungen oder Zuckerderivaten kennen.

Dieses Aufstoßen eines neuen Fensters erlaubt einen Blick in einen bisher unbekannten Garten, der von den Wissenschaftlern als "wahre Goldgrube" verstanden wird. Die Arbeit verlangt großes experimentelles Geschick. Viele Versuche mit diesen licht-, oft auch luftempfindlichen, teilweise sogar explosiven Verbindungen mussten im Halbdunkel mit besonderer Vorsicht unternommen, in phantasiereicher Fragestellung erschlossen, methodisch begleitet und schließlich quantenmechanisch berechnet werden. Herrn Dr. Werz ist eine Glanzleistung gelungen, die auch seinem Doktorvater, Herrn Professor Dr. Rolf Gleiter und seinem Forscherteam mit zugerechnet werden darf. Herzlichen Glückwunsch!

Herr Dr. Andreas Fleischmann macht sich mit seiner Dissertation "Magnetische Mikrokalorimeter: Hochauflösende Röntgenspektroskopie mit energiedispersiven Detektoren" auf den Weg, durch den Nachweis winzigster Energieeinträge die Entstehung des Universums verständlicher zu machen, also in die kleinsten Einheiten unserer Welt vorzudringen, um die schier unendliche Weite des Kosmos zu verstehen.

Die Dissertation sucht Energie zu messen und entwickelt deshalb einen Kalorimeter, ein Gerät, das die Bewegung eines einfliegenden Objektes vollständig absorbiert und in messbare elektrische Signale umwandelt. Die Größe dieses elektrischen Signals repräsentiert dann die ursprüngliche Energie.

Dieses völlig neue Konzept eines magnetischen Kalorimeters, mit dem winzige Energieeinträge nachgewiesen werden können, baut auf die Fähigkeit einer Heidelberger Forschungsgruppe, die tiefste Temperaturen von wenigen tausendstel Grad über dem absoluten Nullpunkt erzeugen kann. Ein herein fliegendes Teilchen erwärmt durch seine Absorption ein ultrakaltes Material, das daraufhin seine magnetischen Eigenschaften ändert. Diese Änderungen werden nun registriert und in Messeinheiten erfasst, die sich besonders gut für den Nachweis kleinster Änderungen im magnetischen Fluss eignen. Diese neue Methode zur Energiemessung von Röntgenstrahlungen erreicht eine Schärfe, die alle bisherigen kalorimetrischen Detektoren für Röntgenstrahlung übertrifft.

Die Ergebnisse erlauben faszinierende Anwendungsperspektiven in der Materialforschung, der Untersuchung von Röntgenstrahlen kosmischen Ursprungs, damit zukünftiger Satellitenexperimente. Die Experten verstehen die Arbeit als den weltweit besten Ansatz. Unsere Gratulation gilt Herrn Fleischmann und Herrn Professor Dr. Christian Enns.

Den Fritz-Grunebaum-Preis erhält Herr Dr. Arnd Lohmann für seine Arbeit "Parteiautonomie und UN-Kaufrecht". Die modernen Handelsbedingungen eines weltoffenen Marktes machen es erforderlich, den Vertragsparteien eine einheitliche, für die gesamte Welt geltende und verständliche Rechtsgrundlage für ihre Verträge anzubieten. Eine solche Grundlage schafft das UN-Kaufrecht, dessen Anwendung bisher mehr als 60 Mitgliedstaaten unterzeichnet und damit für ihren Hoheitsbereich für anwendbar erklärt haben. Dieses UN-Kaufrecht erübrigt die Verständigung der Parteien über die Frage, welches jeweilige nationale Kaufrecht anzuwenden wäre.

Allerdings sind die Vertragsparteien berechtigt, in ihren Verträgen zu vereinbaren, dass das UN-Kaufrechtsübereinkommen in ihrem Falle keine Anwendung finden solle. Nach Art. 6 können die Parteien die Anwendung des Übereinkommens ausschließen, von seinen Bestimmungen abweichen oder deren Wirkung ändern.

Das damit angesprochene Verhältnis von Vertragsautonomie und allgemeinem Kaufrecht, der vertragseigenen Entscheidung über das anzuwendende Recht ist der zentrale Gegenstand der Arbeit von Herrn Lohmann. Das faszinierende Freiheitsinstrument des Wirtschaftens, der zivilrechtliche Vertrag, in dem die verfügungsbefugten Parteien allein durch ihren Konsens staatlich anerkannte Rechtsverbindlichkeiten hervorbringen, wird nunmehr auf die Frage angewandt, inwieweit die Vertragsberechtigten auch über das sie berechtigende Vertragsrecht disponieren können. Rechtstheoretisch geht es also um die Frage, ob die Vertragsberechtigung ihren Geltungsgrund im nationalen Recht, im UN-Kaufrechtsübereinkommen oder aber in einer vom Recht vorgefundenen, Freiheit hat, die historisch geformt und in der international-rechtlichen Entwicklung des Kaufrechts angelegt sein mag. Im Ergebnis streitet der Verfasser für die Parteiautonomie auch im Rahmen des UN-Kaufrechts.

Die Fülle der praktischen Anwendungsfälle reichen von der Geltung des UN-Kaufrechts in Nichtvertrags- oder Vorbehaltsstaaten, der Verweisung auf Vorbehaltsstaaten, der Vertragsspaltung, der Anwendung durch Schiedsgerichte, der stillschweigenden Anknüpfung, der fehlenden Internationalität des Kaufvertrages, der Abgrenzung zwischen internem und internationalem Kaufrecht, der Inhaltskontrolle bei AGB, der Verbrauchergeschäfte bis hin zu gemischten Verträgen. Zur Lösung dieser Einzelfragen entwickelt der Verfasser einen klaren einheitlichen Maßstab, ein Grundverständnis von Privatautonomie und Internationalität, auch bemerkenswerte Sachlichkeit und beachtliche Urteilskraft, wenn die großen Prinzipien von Freiheit und Internationalität aufeinander bezogen werden. Die Arbeit ist ein eigenständiger, moderner Beitrag zum Welthandel, in dem weiterhin der einzelne Vertragspartner über sein Geschäft rechtlich bestimmt. Wir freuen uns, Herrn Dr. Arnd Lohmann zum Fritz-Grunebaum-Preis zu gratulieren und in diese Anerkennung seinen Doktorvater, Professor Dr. Thomas Pfeiffer, einzubeziehen.

Den Sigrid und Victor Dulger-Umweltpreis erhält Herr Dr. Wolfgang Bessler, der in seiner Dissertation "Quantitative Bestimmung von Stickoxid-Konzentrations-Verteilungen und Temperaturen in einem weiteren Druckbereich mit Hilfe der Laser-induzierten Fluoreszenz" Methoden entwickelt hat, um Stickoxid, eines der wichtigsten Schadgase, in seiner Konzentration und räumlichen Verteilung zu bestimmen.

Die Schadstoffbelastung durch Abgase aus Verbrennungsmotoren, aus konventionellen Kraftwerken oder aus Müllverbrennungsanlagen ist eine der großen Umweltgefährdungen in hochindustrialisierten Ländern und gewinnt gegenwärtig auch in den Schwellenländern, vor allem in Asien, zusätzliche technische und politische Bedeutung. Deswegen suchen die Staaten und die Wirtschaft nach Strategien, um Schadstoffe in Abgasen zu vermeiden und dabei möglichst gleichzeitig ökologische und ökonomische Erfolge zu erzielen. Der Erfolg dieses Vorhabens hängt davon ab, dass die Entstehung der jeweiligen Verbrennungsprozesse erkannt und verstanden wird.

Herr Bessler hat nun eine Methode erarbeitet, mit der Stickoxid während des Verbrennungsvorgangs und innerhalb von Flammen in seiner aktuellen Konzentration und räumlichen Verteilung bestimmt werden kann. Er bedient sich dazu der sog. Laser-induzierten Fluoreszenz, bei der durch Laserlicht die aus je einem Stickstoff- und einem Sauerstoffatom bestehende Stickstoffmonoxid-Moleküle berührungslos – also auch in laufenden Motoren oder in Verbrennungsflammen – angeregt werden und dann selbst Licht ausstrahlen, also fluoreszieren. Durch dieses Licht wird Stickstoffmonoxid in Menge und Konzentrationsverteilung sichtbar.

Die Arbeit von Herrn Dr. Bessler ist Grundlagenforschung, die praktische Anwendungsergebnisse anbietet. Sie gewinnt vor allem Bedeutung im Bemühen um größtmögliche Schadstoffreduktion in der Automobilindustrie und für die energieerzeugende Verbrennung von Kohle, Erdgas und Biomasse. Wir verdanken Herrn Dr. Bessler – und seinem Doktorvater Professor Dr. Jürgen Wolfrum – eine wichtige zusätzliche Chance, mit unseren Energieressourcen schonender umzugehen. Damit ist diese Arbeit in besonderer Weise für den Sigrid und Victor Dulger-Preis geeignet und wir haben Anlass zu einem herzlichen Glückwunsch.

Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
http://www.uni-heidelberg.de/presse

und
Irene Thewalt
Pressestelle der Universität
Tel. 542311
presse@rektorat.uni-heidelberg.de


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