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20. Dezember 2004

Gut gebrüllt, Studenten!

Beim 111. Rede-Duell des Debating Club Heidelberg ging es mehr um den Spaß als ums Gewinnen

Volles Haus zum 111. Rede-Duell des "Debating Club Heidelberg"

Volles Haus zum 111. Rede-Duell des "Debating Club Heidelberg". Im Vordergrund Vereins-Mitbegründer Rouven Soudry (li.) mit Uni-Rektor Peter Hommelhoff. Foto: Alex

20 Uhr. Eine Zeit, zu der die Universität gewöhnlich ihre Pforten schließt und der Student seinen wohlverdienten Feierabend genießen kann. Heute ist es anders. Wer in Hörsaal 14 einen Platz ergatterte, kann sich glücklich schätzen. Alle Blicke richten sich auf den jungen Studenten am Rednerpult: Daniel Sommer streitet mit seinen adrett gekleideten Kollegen vom "Debating Club Heidelberg" für die Elite-Universität. Mit seinem leidenschaftlichen Plädoyer will er nicht nur das Publikum, sondern auch seine zahlreichen Gegenredner überzeugen. Dafür hat er sieben Minuten Zeit – nicht viel für ein solch schwieriges Thema.

Die Heidelberger Hobby-Rhetoriker feiern an diesem Tag ihre 111. Debatte, und da soll es mehr um den Spaß als ums Gewinnen gehen. Der Gegner ist eine Herausforderung: Die Kollegen von Streitkultur Tübingen sind amtierende Landesmeister im Hochschuldebattieren und können ihren Auftritt kaum abwarten. Student Sommer lässt sich aber auch durch kritische Zwischenfragen nicht beirren. Wenn er diese auch noch mit einem lässigen "Nein Danke" wegwischt, hat er das Publikum auf seiner Seite. Das gleiche gilt für seine rhetorischen Ausflüge zum Sport. "Mit der Bildung ist es so wie mit dem Fußball – wir waren da mal Weltmeister, jetzt sind wir nicht mehr so gut." Nach sieben Minuten klopft der Präsident mit dem Hammer und gibt der Gegenseite das Wort. Die vertritt ganz andere Ansichten: Michael Hoppmann zum Beispiel will, statt blind "Elite zu brüllen", Hochschulen lieber gezielter fördern. Die geplanten Gelder vom Staat tituliert er keck als "Feigenblatt-Milliarde", die keine deutsche Universität zum zweiten Harvard machen könne.

Im Saal herrscht ausgelassene Stimmung: Es wird viel gelacht und oft gibt es lautstarke Zwischenrufe aus dem Publikum – nicht zuletzt als Reaktion auf so manche Stichelei zwischen den Teams aus Heidelberg und Tübingen. "Um die Stoffqualität geht es doch, meine Damen und Herren, das könnten sie künftig auch bei der Wahl ihres Anzuges berücksichtigen, Herr Stölzgen!", ulkt Daniel Sommer in Richtung Opposition. Der lacht brav mit und kontert bei nächster Gelegenheit mit einem entsprechenden Kommentar.

Hier bleibt alles gut gemeint, schließlich ist beim Debattieren auch Fairplay gefragt. Die Studenten wollen durch das Debattieren vor allem lebendige Streitkultur erlernen. Deshalb ist bei einem großen Schlagabtausch wie heute immer eine Kamera dabei. So können später die Auftritte noch einmal gemeinsam analysiert werden. "Durch das Debattieren wollen wir uns in guter Rhetorik üben und gleichzeitig Schlüsselkompetenzen erwerben, die von der Uni nicht vermittelt werden können", sagt Redner Christian Gollner. Deshalb legt die größtenteils aus Jura-Studenten zusammengesetzte Truppe viel Wert auf die Praxis. Die 111 Hochschuldebatten seit Vereinsgründung vor zwei Jahren bestritten die Sprechkünstler teils auch im Ausland. Und das nicht ohne Erfolg: Nachdem letztes Jahr Daniel und Rouven Soudry zu den besten Hochschuldebattierern Baden-Württembergs gewählt wurden, holten sich Jan Lemnitzer und Christian Gollner diesen Sommer gar den deutschen Meistertitel.

Zum Abschluss der Show-Debatte am Dienstag analysierte Rektor Hommelhoff als Vertreter der Ehrenjury humorvoll die einzelnen Redner. "Satiriker" Hoppmann hätte eine "flapsige Nummer mit dürftigen Argumenten" abgeliefert; Daniel Sommer, den er für den besten Redner des Abends hielt, sei der geborene Regierungsvertreter, da er "den anderen das Wort im Munde herumdreht". Die professoral besetzte Ehrenjury kürte schließlich die Tübinger Rednertruppe zum Sieger – trotz der offensichtlichen Vorliebe des Dekans für die Elite-Universität.
Nico Damm

Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
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und
Irene Thewalt
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