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1. Dezember 2004

Philosoph, Kirchenpolitiker und Prediger – Kritische Nikolaus von Kues-Gesamtausgabe wird abgeschlossen

Eine der bedeutendsten Editionen mittelalterlicher Philosophie wird vorgestellt – Symposium der Heidelberger Akademie der Wissenschaften am 11. und 12. Februar

Nikolaus von Kues

Trotz oft rastloser Tätigkeit schuf Cusanus ein umfangreiches philosophisches Werk.


Geboren wurde Nikolaus von Kues als Sohn eines Moselfischers. Nichts deutete damals, im Jahre 1401, darauf hin, dass er diesen engen Verhältnissen je entwachsen sollte. Wer nicht von hoher Geburt, von Rang und Namen war, blieb in der ständischen Gesellschaft des Mittelalters fast immer genau an jenem Platz, an den ihn das Schicksal von Anfang an gestellt hatte. Doch der junge Nikolaus, später nach seinem Geburtsort latinisiert Cusanus genannt, ist intelligent und – über alle Maßen ehrgeizig! Als er mit 63 Jahren in Italien stirbt, hat er eine für die Epoche beispiellose Karriere hinter sich. Er studiert zunächst in Heidelberg und Padua, wird päpstlicher Legat, vermittelt zwischen Rom und den Hussiten, hat zeitweilig das Bischofsamt von Brixen inne und kämpft für eine Reform des kirchlichen Lebens in Deutschland. Ungeachtet aller Ruhelosigkeit, die seine vielfältigen kirchenpolitischen Tätigkeiten mit sich bringen, schafft er ein philosophisch-theologisches Werk von wahrhaft beeindruckendem Umfang.

die kritische Gesamtausgabe

Nach einer höchst wechselvollen Editionsgeschichte wird die kritische Gesamtausgabe nun abgeschlossen.

"Zurecht gilt heute Nicolaus Cusanus als der wohl bedeutendste Denker im Übergang des Mittelalters zur Neuzeit", so Professor Dr. Werner Beierwaltes. Er leitet seit 28 Jahren die "Cusanus-Commission" der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Nach über 70 Jahren äußerst wechselvoller Geschichte wird nun die Cusanus-Ausgabe abgeschlossen. Ins Leben gerufen 1930, hoffte man voller Optimismus, die Edition in zehn Jahren vollenden zu können. Doch es kam anders: Schon 1933 musste der erste Herausgeber, verfolgt von den Nationalsozialisten, ins Ausland emigrieren. Die ersten Druckfahnen gingen im Bombenhagel des Zweiten Weltkriegs in Flammen auf, wertvolle Manuskripte sind verschollen. Erst 1958 konnte die Arbeit, von einem einzigen Editor, zaghaft wieder aufgenommen werden. Als wissenschaftspolitische Entscheidungen der 1970er Jahre es schließlich ermöglichten, konnten zunächst zwei, schließlich vier weitere Mitarbeiter eingestellt werden. "Erst durch die Vereinbarungen der Bund-Länder-Kommission erhielten die Akademien der Wissenschaften jene erforderlichen Finanzmittel, die wir zur Vollendung eines solchen wissenschaftlichen Großprojektes dringend benötigen", so Dr. Hans Gerhard Senger, Leiter einer Forschungsstelle der Edition. "Vierhundert Jahre ist es her, dass die letzte Ausgabe der Cusanus-Schriften erschien. Und wir hoffen, dass unsere Ausgabe, die sicherlich Maßstäbe für eine kritische Edition gesetzt hat, künftiger kulturwissenschaftlicher Forschung auch für ein oder zwei Jahrhunderte dienen wird."

Die philosophisch-theologischen, staats- und kirchenpolitischen, mathematischen und naturwissenschaftlichen Schriften füllen 15 großformatige Bände. Zum Teil sind sie in mehrere Faszikel unterteilt, wie auch die vier später in die Edition aufgenommenen umfangreichen Predigt-Bände. Daneben liegt inzwischen in vier Teilen der erste von drei Bänden der "Acta Cusana" vor. Diese "Akten zur Lebensgeschichte des Nikolaus von Kues" rekonstruieren detailreich seine Biografie. Die Ausgabe der "Opera omnia", der "Sämtlichen Werke", wird ergänzt durch eine lateinisch-deutsche Studienausgabe, die in der "Philosophischen Bibliothek" im Felix Meiner-Verlag im Auftrag der Heidelberger Akademie der Wissenschaften erscheint.

Die Heidelberger Akademie der Wissenschaften würdigt den Abschluss der international renommierten Nikolaus von Kues-Ausgabe am 11. und 12. Februar 2005 durch ein Symposium. Dieses widmet sich der wechselvollen Geschichte der Edition; auch die zentralen Aspekte der Philosophie, Theologie, Spiritualität und seines kulturellen Umkreises werden dabei dargestellt.

Ort: Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Karlstraße 4, 69117 Heidelberg
Datum: 11. und 12. Februar 2005
Uhrzeit: Freitag, 11. Februar, ab 16.00 Uhr, Samstag, 12. Februar, ab 9.30 Uhr
Der Eintritt ist frei.

Rückfragen bitte an
Dr. Johannes Schnurr
Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
der Heidelberger Akademie der Wissenschaften
Tel. 06221 543400, Fax 543355
johannes.schnurr@urz.uni-heidelberg.de

und
Dr. Hans Gerhard Senger
Forschungsstellenleiter Cusanus-Edition am Thomas-Institut der Universität zu Köln
Tel. 0221 4702393, Fax 4705011
cuseng@uni-koeln.de

Prof. Dr. Werner Beierwaltes
Vorsitzender der Cusanus-Commission
Tel. 0931 3592476
w.beierwaltes@gmx.de

Allgemeine Rückfragen von Journalisten auch an:
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
http://www.uni-heidelberg.de/presse

und
Irene Thewalt
Pressestelle der Universität
Tel. 542311
presse@rektorat.uni-heidelberg.de


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