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24. November 2004

Wissenschaftliches Werk mit großer Wirkung

Ein Vertreter des "Heidelberger Geistes": Der Historiker Reinhart Koselleck wurde von der Philosophischen Fakultät anlässlich der 50. Wiederkehr seines Promotionstags geehrt – Prorektor Angelos Chaniotis nennt ihn einen der berühmtesten Alumni der Universität Heidelberg

Fast auf den Tag genau fünfzig Jahre ist es her, dass der renommierte Historiker Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Reinhart Koselleck an der Universität Heidelberg promovierte. Am vergangenen Dienstag Abend beging die Philosophische Fakultät dieses Jubiläum mit einem Festakt in der Aula der Alten Universität. Der Jubilar zeigte sich hoch erfreut über die Veranstaltung und bedankte sich bei den Rednern, unter denen sich sein ebenfalls berühmt gewordener Studienkollege Ivan Nagel befand, für ihre intensive Auseinandersetzung mit seinem wissenschaftlichen Werk.

In seiner interessanten und humorvollen Rede blickte Reinhart Koselleck zurück auf seine Zeit in Heidelberg und erinnerte an seine Lehrer, zu denen unter anderem Alfred Weber, Hans-Georg Gadamer und sein Doktorvater Johannes Kühn gehörten. Er kam auch auf die – aus heutiger Sicht – eher ungewöhnlichen Umstände zu sprechen, unter denen er seine Dissertation schrieb: Da er im Herbst 1954 ein Lektorat an der Universität Bristol in England antreten musste, schrieb er unter großem Zeitdruck. So kam es, dass seine Prüfer am 20. November 1954 eine Doktorarbeit ohne Anmerkungsapparat erhielten, während er schon mit dem Schiff nach Großbritannien fuhr.

Der Qualität seiner Dissertation "Kritik und Krise. Eine Studie zur Pathogenese der bürgerlichen Welt" tat die relativ kurze Entstehungszeit keinen Abbruch. Sie wurde zu einem großen wissenschaftlichen Erfolg und mehrere Male neu aufgelegt. Prof. Dr. Bernd Schneidmüller vom Historischen Seminar der Universität Heidelberg wies in seinem Grußwort darauf hin, wie intensiv auch heute – fünfzig Jahre nach der Niederschrift – noch die Auseinandersetzung mit der Dissertation von Reinhart Koselleck ist: Dies zeige sich allein schon an den vielen Bleistiftanstrichen und Randglossen in einem Exemplar, das in der Historiker-Bibliothek vorhanden sei.

Den Erfolg schienen auch schon die damaligen Prüfer von Professor Koselleck vorausgesehen zu haben. Der Dekan der Philosophischen Fakultät, Prof. Dr. Stefan Weinfurter, zitierte aus ihrem Gutachten über "Kritik und Krise": Die Dissertation zeige ein hohes geistiges Niveau gepaart mit einer bewundernswerten Formulierungslust.

Prorektor Prof. Dr. Angelos Chaniotis begrüßte den Jubilar im Auftrag des Rektorats. Reinhart Koselleck sei einer der berühmtesten Alumni der Universität Heidelberg und die Alma Mater freue sich über den Besuch ihres Ziehkindes. Vor allem verwies Chaniotis darauf, dass Koselleck durch seine wissenschaftlichen Tätigkeiten das Verständnis von politischen Prozessen erweitert und die Begrifflichkeit der Historik geprägt habe. Er stelle für viele ein großes Vorbild dar.

Professor Schneidmüller zeigte sich von Seiten des Historischen Seminars sehr dankbar für die Anwesenheit von Reinhart Koselleck. Mit diesem Gelehrten sei eine große Epoche der Heidelberger Geschichtswissenschaft verbunden. Die Jahre von 1968 bis 1973, in denen Koselleck eine Professur in Heidelberg innehatte, seien äußerst wichtig gewesen für die Herausbildung seiner geschichtstheoretischen Positionen. Außerdem habe sich Koselleck in jener Zeit auch durch die Mitherausgabe der bedeutenden "Geschichtlichen Grundbegriffe" verdient gemacht.

Als ein Vertreter des berühmten "Heidelberger Geistes" wurde Koselleck von Prof. Dr. Rüdiger Bubner vom Philosophischen Seminar bezeichnet.

Nach den Grußworten erhielt Professor Koselleck als Erinnerung an den Festakt eine Urkunde. Diese wurde ihm vom Dekan der Philosophischen Fakultät, Prof. Stefan Weinfurter, überreicht.

Die Laudatio auf den Jubilar hielt Prof. Dr. Ivan Nagel von der Hochschule der Künste Berlin. Er würdigte ebenso wie seine Vorredner die Dissertation "Kritik und Krise". Außerdem erinnerte er Reinhart Koselleck an ihre gemeinsame Studienzeit und viele Diskussionen, die sie in ihrem Freundeskreis führten.

Die Veranstaltung, die in der geschichtsträchtigen Aula der Alten Universität stattfand, wurde durch ein Streichquartett von Mozart abgerundet.
Ulrich Weiser

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