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2. November 2004

Nobelpreisträger paart eiskalte Atome

Der gebürtige Heidelberger Professor Wolfgang Ketterle zu Besuch an seiner ehemaligen Wirkungsstätte

Der Nobelpreisträger Professor Wolfgang Ketterle mag es gerne kalt. Immerhin hält er den Weltrekord für die niedrigste jemals in einem Labor erzeugten Temperatur. Diese ist nur noch ein halbes Nanograd (0,0000000005 Grad) von der absoluten Tiefsttemperatur von Minus 273,15 Grad Celsius entfernt.

Und für seine Forschungen benötigt Ketterle unbedingt diese Kälte. Denn nur unter diesen Bedingungen ist es beispielsweise möglich, Materie in einen besonderen Zustand zu bringen, das so genannte Bose-Einstein Kondensat. Hierbei verhalten sich die Atome wie ein riesiges Superatom. Dieser Materie-Zustand wurde 1925 von dem indischen Physiker Satyendra Bose und Albert Einstein vorhergesagt. 1995 gelang es erstmals das Bose-Einstein Kondensat zu erzeugen und dafür bekamen die Physiker Carl Wieman und Eric Cornell und eben Wolfgang Ketterle 2001 den Physik Nobelpreis.

Der gebürtige Heidelberger Ketterle war anlässlich des 65. Geburtstages von Professor Jürgen Wolfrum vom Physikalisch-Chemischen Institut an seine ehemalige Wirkungsstätte zurückgekehrt, wo er bis 1990 als Post-Doktorand tätig war. Von dort zog es ihn in die USA und zwar nach Boston an das renommierte Massachusetts Institute of Technology (MIT).

Damit folgte er, wie Ketterle sich im RNZ-Gespräch ausdrückte, der guten deutschen Wissenschaftler-Tradition, im Ausland Erfahrungen zu sammeln. Gleichzeitig bot sich damit für ihn die Möglichkeit, auf einem ganz neuen Forschungsgebiet tätig zu werden, nämlich der Tieftemperaturphysik.

Die Arbeitsatmosphäre in den amerikanischen Instituten mit vielen Topleuten empfindet Ketterle als besonders stimulierend und wählt dabei den Vergleich zu Hochleistungssportlern: Ein hervorragender 100-Meter-Läufer wird seine Leistung dann ganz besonders steigern können, wenn er mit anderen Spitzensprintern trainiert. Das amerikanische System mit Spitzenuniversitäten hält der Nobelpreisträger für sehr gut. Auch wenn, seiner Ansicht nach, der durchschnittliche Ausbildungsstand der Studenten aller amerikanischen Universitäten unter dem der Deutschen liegen dürfte. So sind, seiner Meinung nach, deutsche Absolventen, die ins Ausland gehen, gut ausgebildet und brauchen sich nicht zu verstecken.

In diesem Zusammenhang steht Wolfgang Ketterle der vorgesehenen Einführung von Elite-Universitäten in Deutschland sehr positiv gegenüber, ebenso wie den neuen Bachelor- und Master-Abschlüssen. Denn dadurch, so der Nobelpreisträger, würden die Abschlüsse international vergleichbar.

Seine neuesten Forschungsergebnissen vergleicht der 47-jährige Ketterle von der Bedeutung her mit denen, die zum Nobelpreis führten. Erstmals sei es gelungen, eiskalte Atome zu paaren. Damit wird es nämlich nicht nur möglich, die Eigenschaften von Materie besser zu verstehen, sondern auch ganz neue Materialien zu entwickeln.
Stefan Zeeh

Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
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und
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