Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Startseite der Universität
Presse-Kontakt, WWW-Team Volltext-Suche, E-Mail-Suche, Datenbank-Suche Alle Seiten im Überblick English
Besucher, Internationale Beziehungen, Heidelberg und RegionStartseiten der FakultätenAufbau der Universität, Personalverzeichnis, ServiceeinrichtungenFächerübersicht, Beratung, Informationen für ausländische StudierendeProjekte, Publikationen, Technologietransfer

Startseite > Presse >

 
24. November 2004

Qualitätsoffensive für die Universitäten ermöglicht renommiertem Chemiker exzellente Arbeitsbedingungen

Prof. Lutz Gade betreibt Katalyseforschung an "Blumenkohl"-Molekülen an der Universität Heidelberg

Die "Qualitätsoffensive für die Universitäten" der Landesregierung trägt Früchte. Dies zeigt beispielhaft der international renommierte Chemiker Prof. Dr. Lutz Gade. Dank der zusätzlichen Landesmittel forscht er seit einem Jahr an der traditionsreichen Fakultät für Chemie und Geowissenschaften der Universität Heidelberg. "Die Qualitätsoffensive ermöglicht mir eine neue wissenschaftliche Entwicklungsmöglichkeit", erklärte Gade.

Das Land hatte das Programm "Qualitätsoffensive für die Universitäten" mit einem Fördervolumen von 20 Mio. Euro im Herbst 2002 beschlossen. Ziel ist es, herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu gewinnen, vor allem auch aus dem Ausland. Die Mittel werden über die Zukunftsoffensive III aus dem Erlös des Verkaufs der Landesanteile an der Energie Baden-Württemberg (EnBW) finanziert.

Wissenschaftsminister Prof. Dr. Peter Frankenberg: "Die Universitäten haben mit diesen Geldern die Möglichkeit, hervorragende Wissenschaftler durch besonders attraktive Arbeitsbedingungen zu gewinnen, die ohne zusätzliche Mittel nicht realisiert werden könnten. Dadurch sollen Impulse für innovative Arbeitsgebiete geschaffen werden, vor allem zu den zentralen Schlüsseltechnologien und auf besonders zukunftsträchtigen Forschungsgebieten." In bislang sieben Antragsrunden wurden Mittel in Höhe von über zehn Mio. Euro für 14 Professuren bewilligt. Gefördert wird die Ausstattung der Professur einschließlich kleinerer Baumaßnahmen. Die Förderung beläuft sich auf maximal 1,5 Mio. Euro pro Professur.

Forscher von hohem Renommee

Die Universität Heidelberg konnte durch die Qualitätsoffensive den Chemiker Prof. Dr. Lutz Gade gewinnen. Prof. Gade hat sich vor allem auf dem Gebiet der metallorganischen Chemie und Katalyseforschung einen Namen gemacht. Die Katalyse, also die Beschleunigung einer chemischen Reaktion durch eine geringe Fremdstoffmenge (Katalysator), gilt als entscheidendes Zukunfts- und Schlüsselthema der Chemie im 21. Jahrhundert. Der 41-Jährige forschte zuvor an einer der angesehensten Forschungsstätten auf dem Gebiet der Chemie in Europa, der Université Louis Pasteur in Straßburg, sowie am Institut Universitaire de France. Das wissenschaftliche Renommee des Cambridge-Absolventen belegen mehrere Preise und zahlreiche Publikationen. Gade ist zudem als Gutachter für verschiedene Gremien tätig und Mitherausgeber mehrerer wissenschaftlicher Zeitschriften.

Lutz Gade entwickelt im Rahmen des Projekts "Nanoskalige Katalysatoren durch molekulare und makromolekulare Selbstorganisation" neue Katalysatortypen, basierend auf Erkenntnissen aus der Chemie hochgeordneter molekularer Aggregate und Polymere. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf den so genannten Dendrimeren. Diese Makromoleküle weisen eine sehr regelmäßige Verzweigungsarchitektur auf, die auf der Ebene der Einzelmoleküle optisch an Blumenkohl erinnert. Mit geeignet modifizierten Molekülen dieses Typs planen Gade und sein Team, neuartige Katalysatoren zu entwickeln und diese zur Herstellung katalytischer Kompositmaterialien zu verwenden. "Die Förderung im Rahmen der Qualitätsoffensive des Landes erlaubt es mir, neue und auch risikoreiche Projekte zügig zu verfolgen", betonte Gade.

Minister Frankenberg stellte heraus, dass Prof. Gades innovative Forschungsfelder und neue fachliche Schwerpunkte deutlich zu einer weiteren Profilierung der Heidelberger Chemischen Institute im Bereich der Molekülchemie beitragen, nämlich in Richtung der Chemie hochmolekularer und hochaggregierter Systeme. "Die Universität Heidelberg verstärkt somit ihre Wettbewerbsfähigkeit auf dem internationalen Bildungs- und Forschungsmarkt", so Frankenberg.

Teure Apparate ermöglicht

Für eine angemessene Ausstattung des Projektes waren die finanziellen Mittel aus der Qualitätsoffensive unabdingbar. Das Programm ermöglichte es der Universität, die für die Untersuchung von molekularen Katalysatoren notwendigen Geräte anzuschaffen, etwa analytische Trennungsapparaturen. Das Bauamt der Universität unterstützte ihre Installation durch geeignete Baumaßnahmen. Die finanziell bedeutendste Anschaffung wird ein neues Hochfeld-Kernresonanz-Spektrometer mit einem besonders empfindlichen Probenkopf sein. Dieses soll im kommenden Jahr installiert werden. Gereizt habe ihn der hervorragende Ruf der Fakultät für Chemie auf dem Gebiet der Molekülchemie und vor allem der Katalyseforschung, so Gade. Heidelberg sei die einzige baden-württembergische Universität, die einen ausschließlich auf dem Gebiet der Chemie tätigen Sonderforschungsbereich der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit dem Thema "Molekulare Katalyse" habe.

Durch diesen Sonderforschungsbereich ergeben sich für Gade vielfältige Kooperationsmöglichkeiten innerhalb der Institute der Fakultät für Chemie und Geowissenschaften. Mit einem Kollegen der Fakultät für Biowissenschaften arbeitet Gade an einem Projekt, das in unmittelbarem Zusammenhang mit dem durch die Qualitätsoffensive geförderten Forschungsthema steht. Das interdisziplinäre Team will untersuchen, inwieweit sich die aktiven Bereiche von Ribonukleinsäure-Enzymen möglichst ohne Verlust ihrer chemischen Aktivität an nicht-biologische Polymere (Dendrimere) binden lassen. Dies könnte, laut Gade, den Weg zu neuartigen chemisch reaktiven Makromolekülen bereiten. Nicht zuletzt aufgrund von Gades Erfahrungen im französischen Hochschulsystem hat der Rektor der Universität Heidelberg ihn zum Beauftragten für den Austausch mit der Partner-Universität in Montpellier ernannt, und auch in diesem Rahmen haben sich bereits erste wissenschaftliche Kontakte ergeben.

Rückfragen bitte an
Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst
Pressestelle
Königstraße 46, 70173 Stuttgart
Tel. 0711 2793005, Fax 2793081
pressestelle@mwk.bwl.de

Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
http://www.uni-heidelberg.de/presse


Page maintained by Pressestelle der Universität Heidelberg,
presse@rektorat.uni-heidelberg.de.
Copyright © Pressestelle der Universität Heidelberg.

Zurück

Top

Universität | Fakultäten | Einrichtungen | Studium | Forschung und Kooperation
Stellenmarkt | Termine | Intern | Presse | Alumni/Fördervereine | Projekt IMPULSE
Neues im Netz | Kontakt | Suche | Überblick | English