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17. November 2004

Ohne Flaggschiffe geht nichts voran

Rektor Hommelhoff plädierte für die engagierte Teilnahme der Universität Heidelberg am Elitewettbewerb

Quer durch die Fakultäten hätte die Universität Heidelberg "25 auch apparativ gut ausgestattete Stiftungs-Lehrstühle und dazu mindestens 30 Graduiertenkollegs einrichten können, um dann immer noch über 20 Millionen Euro pro Jahr für andere Zwecke disponieren können" – vorausgesetzt die Ruperto Carola wäre durch einen Sieg im "Wettbewerb um Eliteuniversitäten in Deutschland" in den Genuss der bislang nur geplanten Fördergelder des Bundes gekommen. Deshalb schloss Rektor Peter Hommelhoff seinen Vortrag "Eliteuniversitäten in Deutschland: ein Irrweg?", den er der Neuen Aula zum Auftakt des Studium Generale zum Leitthema "Elite" hielt, mit dem Aufruf: Wir sollten "uns gemeinsam mit allen Kräften darum bemühen, den Sieg davonzutragen".

Nach Hommelhoff ist der von der Bundesregierung für fünf Jahre vorgesehene Wettbewerb "tatsächlich darauf angelegt, einer kleinen Zahl von Spitzenuniversitäten unter den circa 100 Universitäten in Deutschland den Weg zur Europa- und Weltliga wenigstens finanziell zu bahnen". Den Ausführungen des Rektors zufolge steht das Projekt durch das Gerangel zwischen Bund und Ländern im Föderalismusstreit allerdings inzwischen in Frage. Aber möglicherweise wird im Januar 2005 endlich grünes Licht gegeben. Sollte der Wettbewerb jedoch scheitern, so wäre dies "politischer Hochverrat der Bundesländer an ihren Universitäten".

Die gegenwärtige Position der deutschen Hochschulen im internationalen Vergleich beurteilte Hommelhoff zunächst kritisch: Ein Nobelpreis fällt eigentlich nur dann einem Deutschen zu, wenn "dieser entweder im Ausland forscht oder an einer außeruniversitären Einrichtung". Als Teilerfolg wertete er jedoch große Zahl an hochqualifizierten Absolventen – trotz des massenuniversitären Ausbildungssystems: Sie bilden etwa unter den Nachwuchswissenschaftlern in den amerikanischen Spitzenuniversitäten das drittgrößte Kontingent. Und 20 Prozent der forschungsbetonten deutschen Universitäten erhalten 60 Prozent der Gelder der Deutschen Forschungsgemeinschaft. In solchen Entwicklungen sieht Hommelhoff einen Aufbruch der Universitäten auf breiter Front.

Von den drei Erscheinungsformen der Elite – der Funktions-, Wert- und Machtelite – kommen nur die ersten beiden Ausprägungen in Betracht. Denn "Vermachtungen" würden die deutschen Hochschulen zurückwerfen – "das hat auch die Universität Heidelberg im Dritten Reich bitter erfahren müssen". Im Hinblick auf die Funktionselite, bestehend aus herausragenden Fachwissenschaftlern, unterstrich der Rektor, dass zum Erfolg dieser Elite zugleich der Erfolg der Gemeinschaft gehört.

Der Kritik am Gedanken der Eliteuniversitäten hielt Hommelhoff insbesondere das "graue Mittelmaß" der vergangenen Jahrzehnte entgegen. Und er zog das Fazit: "Es beschreitet keineswegs einen Irrweg, wer für Eliteuniversitäten auch in Deutschland streitet." Vor allem Universitäten mit den nötigen Voraussetzungen sollten im internationalen Wettbewerb mithalten: "Ohne Flaggschiffe kommt die ganz Flotte nicht in Fahrt".

Heute sind große Forschungspreise die wahren Elitegeneratoren. Und hier wollen die Universitäten mit den außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Deutschland mithalten können. Deshalb fordern sie einen Ausbau mit Mitteln der Bundesländer sowie die Entlastung der Wissenschaftler von Verwaltungsaufgaben. Dagegen sollten sie keine Entlastung im Bereich Lehre und Prüfung erfahren, denn hier liege ein spezifischer Vorteil. Insgesamt wird "der Abschied von der scheinbaren Gleichheit aller Universitäten in Deutschland wohl eine der wesentlichen Konsequenzen aus dem Elitewettbewerb sein". Gleichwohl brauche es weiterhin "eine akademische Breitenausbildung auf hohem Niveau".
Heribert Vogt
Rhein-Neckar-Zeitung

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