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19. November 2004

…von Zeit zu Zeit…

Neue Musik am Wochenende: Der Komponist Klaus Huber und ein Werk von Jean Barraqué in Heidelberg

Im Mittelpunkt der zweiten Heidelberger Biennale für neue Musik "Links" stehen die Aufführungen zweier Werke von Klaus Huber (Jahrgang 1924) und Jean Barraqué (1928-73). Der in Bern geborene Huber studierte bei Willy Burkhard und Boris Blacher und war als Nachfolger Wolfgang Fortners 1973-1990 Leiter des Instituts für Neue Musik und Professor für Komposition an der Musikhochschule Freiburg. Das Pellegrini-Quartett spielt zur Festivaleröffnung heute um 20Uhr in der Alten Aula Hubers Streichquartett Nr. 2 "...von Zeit zu Zeit..." (Einführung mit dem Komponisten um 18 Uhr).

Der in Deutschland weniger bekannte Franzose Barraqué kam in einem Pariser Vorort zur Welt und erhielt ersten Unterricht von Jean Langlais. Durch René Leibowitz' Buch "Schoenberg et son école" angeregt, hörte er Messiaens Analysekurse und stand in den frühen 50er Jahren in engem Kontakt zu Karel Goeyvaerts, Pierre Schaeffer und Pierre Boulez. Das SWR-Orchester Baden-Baden und Freiburg unter Sylvain Cambreling führt zum Festival-Abschluss am Sonntag, 20 Uhr, in der Stadthalle Barraqués Komposition "Le Temps Restitué" (nach Hermann Brochs Roman "Der Tod des Vergil") für Soli, Chor und Orchester auf.

Hubers Werk entstand 1984/85 und ist nicht der einzige, aber ein entscheidender künstlerischer Niederschlag seiner lebenslangen Beschäftigung mit Phänomenen der Zeit. Daneben setzte sich der stets auch religiös motivierte Schweizer Komponist gegen politische Unterdrückung und Menschenrechtsverletzungen ein. Als sein Hauptwerk gilt das auch szenisch realisierbare Oratorium "Erniedrigt – Geknechtet – Verlassen – Verachtet" (1975/82), das "Bergpredigt" und "Kommunistisches Manifest" zu verbinden trachtet und u.a. auf Texten von Ernesto Cardenal basiert. Über sein zweites Streichquartett schrieb Klaus Huber anlässlich einer Aufführung in München (gedruckt in "Umgepflügte Zeit – Schriften und Gespräche", hrsg. v. Max Nyffeler, MusikTexte-Verlag, Köln, 1999): "Nach einer Reihe von Werken, in denen ich mich intensiv mit der Entwicklung einer strukturellen Semantik besonders in Rhythmus und Tonhöhe befasst hatte, wurde mir klar, dass ich einmal wieder neu beginnen müsste, sozusagen vorkompositionell (...) Zeitwellen, mehrfach überlagert und in drei verschiedenen Zeithorizonten gelesen, ergaben ein diskontinuierliches, doch im Grunde regelmäßiges Pulsieren in sehr langen bis sehr kurzen Zeitdauern... (Ich muss) gestehen, dass ich in diesem Werk nicht versucht habe, ‚direkt' Musik zu schaffen. Vielmehr ging es mir darum, Metaphern zu finden für das, was Leben ausmacht. Mir wurde der assoziative Prozess des Komponierens, welcher ständig assoziativ Neues hervorbringt, mehr und mehr zu einem Sinnbild des Lebens..."

Jean Barraqués Ouevre ist vergleichsweise schmal und umfasst im engeren Sinn nur sechs abgeschlossene Werke sowie mehrere Fragmente. Bestimmend für sein Schaffen war die Idee einer vielteiligen musikalischen Umsetzung von Hermann Brochs Roman "Der Tod des Vergil". Auch "Le Temps Restitué" (1956/68) gehört zu diesem Werkkomplex, dem sich der Musik-Konzepte-Band 82 (edition text + kritik, München, 1993) ausführlich widmet. Bei der Heidelberger Aufführung in der Stadthalle wirken neben dem SWR-Orchester auch der Nederlands Kamerkoor (Leitung Klaas Stok) und die Solistin Rosemarie Hardy (Sopran) mit. Im Rahmen eines Symposiums zum dreitägigen Biennale-Festival am Samstag im Musikwissenschaftlichen Seminar der Universität Heidelberg referieren Dr. Laurent Feneyrou und Dr. Heribert Henrich über Barraqués kompositorische Arbeit (14-18 Uhr). Von 9-13 Uhr stehen hier Klaus Hubers Werke im Vordergrund. (Info: www.links-heidelberg.de)
Matthias Roth

Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
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und
Irene Thewalt
Pressestelle der Universität
Tel. 542311
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