Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Startseite der Universität
Presse-Kontakt, WWW-Team Volltext-Suche, E-Mail-Suche, Datenbank-Suche Alle Seiten im Überblick English
Besucher, Internationale Beziehungen, Heidelberg und RegionStartseiten der FakultätenAufbau der Universität, Personalverzeichnis, ServiceeinrichtungenFächerübersicht, Beratung, Informationen für ausländische StudierendeProjekte, Publikationen, Technologietransfer

Startseite > Presse >

 
26. Oktober 2004

"Die europäische Textkultur braucht mehr internationale Forschung!"

Heidelberger Professor Frankwalt Möhren erhält Gastprofessur an der École nationale des Chartes – Gezielte Nachwuchsförderung als Schlüssel zu künftiger philologischer Qualität

Professor Frankwalt Möhren

In der Heidelberger Forschungsstelle des DEAF arbeiten Möhren und seine Mitarbeiter mit einem Archiv 1,5 Millionen Zetteln, das entspricht 12 Millionen Belegen für altfranzösische Wörter.

Für das Wintersemester 2004/2005 erhielt der Heidelberger Romanistikprofessor Frankwalt Möhren einen Ruf an die École nationale des Chartes. Seit ihren Anfängen leitet er die Forschungsstelle "Dictionnaire étymologique de l'ancien français" (DEAF) oder zu deutsch "Altfranzösisches Etymologisches Wörterbuch" der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Der DEAF, der seit rund 30 Jahren in Deutschland erarbeitet wird, gilt als das mit weitem Abstand renommierteste etymologische Wörterbuch des Altfranzösischen. "Die etymologische Forschung stößt gerade bei unseren Nachbarn auf öffentliches Interesse. Weit stärker als in Deutschland fragt in Frankreich ein breites Publikum nach Herkunft und Bedeutung der im Alltag verwendeten Wörter. Deshalb genießt der DEAF dort auch eine solch große Aufmerksamkeit", so Möhren. Doch nicht nur für professionelle Sprachforscher oder interessierte Laien ist der DEAF von Bedeutung. Vor allem auch von Studenten wird er als Standardwörterbuch genutzt.

Bibliothekssaal der École des Chartes

Bibliothekssaal der École des Chartes. Die Offenheit der geschichtsträchtigen Räume ist zugleich ein Symbol für geistige Unvoreingenommenheit.


"Hier liegt eine der zentralen Herausforderungen für die Zukunft", so Möhren. "Weit stärker als bisher muss die Erforschung der europäischen Textkultur als internationale Aufgabe begriffen werden. Sowohl was die Methodik der Lexikographie, als auch was die Einbeziehung moderner computergestützter Editions- und Archivierungsverfahren angeht." Ein Ziel seines Aufenthaltes wird es deshalb sein, den Studenten in Seminaren ‚hautnah' den Stand sowie die neuesten Verfahren der Wörterbuchschreibung zu vermitteln. Zu diesem Thema wird Möhren während des Wintersemesters zwei Seminare und einen öffentlichen Vortrag an der École nationale des Chartes halten. Entscheidend sei der persönliche Kontakt zwischen dem praktisch tätigen Wissenschaftler und den Studenten. Nur wenn es gelinge, ihnen die große kulturgeschichtliche Bedeutung der Lexikographie zu vermitteln, könne man auch künftig die besten Nachwuchswissenschaftler für dieses Fachgebiet begeistern. Aber auch die weitere Quellenforschung vor Ort für den DEAF wird viel Zeit seines Aufenthaltes an der École und der Sorbonne in Anspruch nehmen, so der Heidelberger Wissenschaftler.

Möhren begrüßt ausdrücklich die gute Kooperation zwischen dem DEAF und der École nationale des Chartes. Die 1821 gegründete École, eine der sogenannten Grandes Écoles, ist eine Hochschule für Archivistik und Philologie. Ihre Diplomierten und Promovierten sind Paläographen, Archivare, Bibliothekare und Museumsfachleute. Die jeweils eingeladenen Gastprofessoren werden in den Lehrkörper aufgenommen. Offenheit gilt überdies geradezu als das Markenzeichen der École: Jeder Raum in der École gehört zur Bibliothek – und deshalb gibt es in ihr auch für die Professoren keine separaten Büros. Fast alle führenden Köpfe der französischen Philologie der letzten Jahrhunderte haben an der École gelehrt. Am 18. November hält Möhren den Vortrag "Bois à longs traits ou ne goûte pas à la source piérienne. Mot – signification – culture" (École des Chartes, Sorbonne, Paris).

Rückfragen bitte an
Dr. Johannes Schnurr
Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
der Heidelberger Akademie der Wissenschaften
Tel. 06221 54 34 00, Fax 54 33 55
johannes.schnurr@urz.uni-heidelberg.de

sowie
Prof. Dr. Frankwalt Möhren
Forschungsstellenleiter DEAF
Tel. 06221 54 27 53, Fax 54 31 53
deaf@urz.uni-heidelberg.de
www.deaf-page.de

Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
http://www.uni-heidelberg.de/presse

und
Irene Thewalt
Pressestelle der Universität
Tel. 542311
presse@rektorat.uni-heidelberg.de


Page maintained by Pressestelle der Universität Heidelberg,
presse@rektorat.uni-heidelberg.de.
Copyright © Pressestelle der Universität Heidelberg.

Zurück

Top

Universität | Fakultäten | Einrichtungen | Studium | Forschung und Kooperation
Stellenmarkt | Termine | Intern | Presse | Alumni/Fördervereine | Projekt IMPULSE
Neues im Netz | Kontakt | Suche | Überblick | English