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18. Oktober 2004

Neues Lehrbuch: "Molekulare Biotechnologie"

Heidelberger Professor Michael Wink gibt das erste deutsche Lehrbuch zur Molekularen Biotechnologie heraus – Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts

Neues Lehrbuch: "Molekulare Biotechnologie"

Rechtzeitig zum Wintersemester konnte Professor Dr. Michael Wink, Direktor am Institut für Pharmazie und Molekulare Biotechnologie (IPMB) der Universität Heidelberg, das erste deutsche Lehrbuch auf dem Gebiet der Molekularen Biotechnologie im Verlag Wiley-VCH herausgeben. Als Koautoren waren über 30 fachkompetente Dozenten der Universität Heidelberg, vom Deutschen Krebsforschungszentrum und dem Max-Planck-Institut für Medizinische Forschung engagiert. Nur durch dieses breite Spezialwissen war es möglich, ein aktuelles Lehrbuch zu produzieren, denn die Molekulare Biotechnologie gehört zu den sich besonders schnell entfaltenden Gebieten der Lebenswissenschaften.

Die Biotechnologie zählt zur Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts. Sie umfasst etablierte klassische Bereiche, die von der Herstellung von Milch und Milchprodukten, Bier, Wein und anderen alkoholischen Getränken bis hin zur Produktion und Biotransformation von Aminosäuren, Vitaminen und Antibiotika reichen. Dieser Bereich der Biotechnologie inklusive der zugehörigen Verfahrenstechnik wird auch als "graue Biotechnologie" bezeichnet. Der rasante Fortschritt auf den Gebieten der Molekular- und Zellbiologie in den letzten 50 Jahren, vor allem in den letzten 20 Jahren, eröffnet neue und industriell interessante Anwendungsgebiete. Diesen Bereich der angewandten Biologie kann man als "Molekulare Biotechnologie" von der klassischen Biotechnologie abgrenzen.

Die Molekular- und Zellbiologie hat völlig neue Erkenntnisse zur Funktion und Struktur der Makromoleküle der Zelle und zur Funktion der Zelle erarbeitet. Große Fortschritte gibt es insbesondere auf den Gebieten der Genomik – zum Beispiel wurde das humane Genom 2001 sequenziert – und Proteomik. Diese Erkenntnisse haben unmittelbare Auswirkungen auf die Medizin und die medizinische Therapie. Zum ersten Mal ist es nun möglich, gezielt nach den genetischen Grundlagen von Krankheiten zu suchen und diese nicht nur symptomatisch, sondern hoffentlich auch kausal zu therapieren. Daraus ergibt sich die Chance für die Biotechnologieindustrie ("rote Biotechnologie"), neue Diagnostika und Therapeutika, unter anderem rekombinante Hormone, Enyzme und Antikörper, zu entwickeln, die vor der genetischen Revolution nicht verfügbar waren. Im Bereich der "grünen Biotechnologie" ergibt sich die Möglichkeit, Kulturpflanzen gezielt zu verändern und ihre Eigenschaften – zum Beispiel Resistenz gegen Schadorganismen und Synthese neuartiger Produkte – zu verbessern. Im Bereich der mikrobiellen Biotechnologie können zum Beispiel Produktionsverfahren verbessert und neue Produkte durch kombinatorische Biosynthesen erschlossen werden.

Unter dem Oberbegriff "Molekulare Biotechnologie" lassen sich auch die aktuellen Themenbereiche wie Genomforschung, funktionelle Genomik, Proteomik, Transkriptomik, Gentherapie oder molekulare Diagnostik einordnen. Methodisch und konzeptionell kommen die Ansätze der molekularen Biotechnologie aus der Zell- und Molekularbiologie, Strukturbiologie, Bioinformatik und Biophysik.

Neben den etablierten Studiengängen Biotechnologie und Verfahrenstechnik entstanden in den letzten Jahren bereits an mehreren Universitäten, wie zum Bespiel in Heidelberg neue Studiengänge für Molekulare Biotechnologie. Da es keine aktuellen deutschsprachigen Lehrbücher zu dieser neuen Disziplin gab, haben sich die Heidelberger Autoren entschlossen, die facettenreiche Thematik unter Einbeziehung erfahrener Dozenten und Experten als einführendes Lehrbuch aufzuarbeiten.

Ein umfangreiches Einführungskapitel (Teil I) fasst die wichtigsten Bausteine und Prozesse der Zelle, ihren Aufbau und ihre Funktion in einer Art Kompendium kurz zusammen. Diese Information stellt eine wichtige Voraussetzung für das Verständnis der nachfolgenden Kapitel dar. Teil II enthält kurze Kapitel zu den wichtigsten Methoden der Molekularen Biotechnologie. Teil III beschäftigt sich mit den zentralen Fragestellungen der Molekularen Biotechnologie; er fasst den aktuellen Kenntnisstand zusammen und gibt Ausblicke auf Anwendungen und weitere Entwicklungen. Teil IV des Buches beschäftigt sich mit dem industriellen Umfeld der Molekularen Biotechnologie. Hier geht es um Rahmenbedingungen, Schwierigkeiten und Erfolgschancen der jungen Biotechnologieindustrie.

Für die Studierende im Studiengang Molekulare Biotechnologie, der an der Universität Heidelberg seit dem Wintersemester 2001 als 3-jähriger Bachelor- und zum Wintersemester 2004 auch als 2-jähriger Masterstudiengang angeboten wird, ist dieses Lehrbuch besonders interessant. Aber auch Studierende der Biologie, Pharmazie, Medizin und Naturwissenschaften, so Studiendekan Professor Wink, ist dieses Lehrbuch eine wichtige Ergänzung zum Lehrbuchkanon.

Angaben zum Herausgeber:
Prof. Dr. Michael Wink (Jahrgang 1951) studierte Biologie und Chemie an der Universität Bonn (Diplom 1977). Nach der Promotion im Jahre 1980 habilitierte er sich 1984 im Fach Pharmazeutische Biologie an der TU Braunschweig. Gefördert durch ein Heisenberg-Stipendium der DFG arbeitete er 1985/86 am MPI für Züchtungsforschung und von 1986-88 am Genzentrum der LMU München. Nach einem einjährigen Intermezzo als C3-Professor an der Uni Mainz nahm Prof. Wink 1989 den Ruf als Ordinarius für Pharmazeutische Biologie an der Universität Heidelberg an. Mehrere Amtsperioden war er Dekan der Fakultät für Pharmazie und seit 2001 Studiendekan des neu gegründeten Studiengangs Molekulare Biotechnologie. Seine Arbeitsgebiete umfassen die Molekulare Biotechnologie, Pharmaforschung und Evolutionsforschung. Er ist Autor von über 300 Originalarbeiten und mehrerer Monographien und Lehrbücher.

Angaben zum Buch:
M. Wink (Hrgb.): Molekulare Biotechnologie. Methoden und Konzepte. Wiley-VCH (Weinheim); 834 Seiten, 2004, 69 €; ISBN:3-527-30992-6

Rückfragen bitte an
Prof. Dr. Michael Wink
Institut für Pharmazie und Molekulare Biotechnologie der Universität Heidelberg,
Im Neuenheimer Feld 364, 69120 Heidelberg
Tel. 06221 544881
wink@uni-hd.de

Rückfragen von Journalisten auch an:
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
http://www.uni-heidelberg.de/presse

und
Irene Thewalt
Pressestelle der Universität
Tel. 542311
presse@rektorat.uni-heidelberg.de


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