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5. Oktober 2004

Hepatitis C fordert die Forscher heraus

Internationales Symposium in der Stadthalle – 650 Wissenschaftler diskutieren neue Therapieansätze

Die Behandlung der chronischen Hepatitis C ist eine ungelöste klinische Herausforderung. Vorhandene Therapien sind oft nicht erfolgreich und haben unerwünschte Nebenwirkungen, eine Impfung gibt es bisher nicht. Um den internationalen Stand der Forschung zu diskutieren, tagen noch bis Donnerstag rund 650 Forscher aus 30 Ländern in der Stadthalle.

Weltweit sind 170 Millionen Patienten mit Hepatitis C infiziert, in der Bundesrepublik etwa ein bis zwei Prozent der Bevölkerung, erklärte Professor Ralf Bartenschlager, Ärztlicher Direktor der Abteilung Molekulare Virologie des Universitäts-Klinikums. Deshalb ist die Krankheit, die meist durch Blut oder infizierte Spritzen übertragen wird, auch unter volkswirtschaftlichem Aspekt eine große Belastung, zumal eine Hepatitis C sehr oft chronisch verläuft, schwerwiegende Folgeerkrankungen hat und die Kosten für die gängigen Therapien hoch sind.

Während Hepatitis A als Schmierinfektion direkt von Mensch zu Mensch oder durch die Nahrung und Hepatitis B sowohl durch sexuelle Kontakte als auch durch Blut übertragen wird, galt Hepatitis C lange als "Transfusionshepatitis". Seit es seit Beginn der 90er Jahre möglich ist, Blut und Blutprodukte zu testen, sei die Bluttransfusion als Infektionsquelle in Deutschland weitgehend ausgeschaltet; das Risiko betrage noch eins zu zwei Millionen, so Bartenschlager. Doch trotz der zurückgehenden Anzahl an Neuinfektionen müsse in den nächsten 20 bis 30 Jahren mit einer weiteren Zunahme von Patienten mit Spätfolgen der chronischen Hepatitis C gerechnet werden, so Professor Darius Moradpour aus Lausanne.

Das tückische an einer Hepatitis C-Infektion sei, dass die meisten Patienten gar keine Symptome zeigten, der Virus aber lebenslang im Körper bleibt und bei jeden zweiten oder dritten Patienten zu einer chronischen Leberentzündung führt; die wiederum kann eine Leberzirrhose und einen Lebertumor bedingen, besonders, wenn weitere Risikofaktor wie Alkohol oder eine Hepatitis B-Infektion hinzukommen. "Deshalb ist es unbedingt wichtig, jeden Anstieg der Leberwerte ernst zu nehmen und genau abzuklären", so Professor Moradpour.

Obwohl Hepatitis C so weit verbreitet ist, lehnen die Forscher ein Screening der Bevölkerung ab, da 80 Prozent der Infizierten lebenslang keinerlei Symptome entwickeln und eine wirkungsvolle Therapie noch aussteht. Derzeit wird Hepatitis C mit einer Kombinationstherapie behandelt; neben dem antiviralen Mittel Ribavarin wird einmal wöchentlich eine Interferon-Form gespritzt. Nach sechs bis zwölf Monaten ist diese Therapie bei der Hälfte aller Patienten erfolgreich, der Virus ist verschwunden.

Doch die Behandlung ist sehr teuer und hat teilweise starke Nebenwirkungen, neben Grippe ähnlichen Symptomen mitunter auch Depressionen, Angstzustände und Schlafstörungen. "Wir brauchen dringend neue Wirkstoffe", so Professor Bartenschlager. In Kooperation mit einer Arbeitsgruppe von der Universität Tokio ist es Heidelberger Wissenschaftlern jetzt gelungen, ein Zellsystem zu entwickeln, das erstmalig die Vermehrung des Hepatitis C-Virus im Labor erlaubt.

Diese Entwicklung soll einerseits der Grundlagenforschung neue Impulse geben, andererseits stehe nun ein geeignetes Mittel für die Entwicklung neuer Therapien und Impfstoffe zur Verfügung, so Bartenschlager. Auch auf die Frage, warum die meisten Hepatitis C-Infektionen chronisch verlaufen, und der Erreger es immer wieder schafft, einer Antwort des Immunsystems zu entkommen, haben die Forscher eine mögliche Antwort gefunden. Offenbar produziert er in der infizierten Zelle einen Faktor, der die Immunabwehr ganz gezielt stört.
Ingeborg Salomon
Info: www.kompetenznetz-hepatitis.de

Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
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Irene Thewalt
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