Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Startseite der Universität
Presse-Kontakt, WWW-Team Volltext-Suche, E-Mail-Suche, Datenbank-Suche Alle Seiten im Überblick English
Besucher, Internationale Beziehungen, Heidelberg und RegionStartseiten der FakultätenAufbau der Universität, Personalverzeichnis, ServiceeinrichtungenFächerübersicht, Beratung, Informationen für ausländische StudierendeProjekte, Publikationen, Technologietransfer

Startseite > Presse >

 
23. Oktober 2004

"Notizen zu den Vorbereitungen zu Bunsen's Vorlesungen über Experimental-Chemie"

Übergabe des Bunsenmanuskripts an die Universität Heidelberg – Dankworte des Rektors Professor Peter Hommelhoff und Erläuterungen von Prof. Rüdiger N. Lichtenthaler vom Physikalisch-Chemischen Institut

"Notizen zu den Vorbereitungen zu Bunsens Vorlesungen über Experimental-Chemie"

"Notizen zu den Vorbereitungen zu Bunsens Vorlesungen über Experimental-Chemie"


(Hommelhoff) Zu jenen Professoren der Ruperto Carola, deren Name und deren Wirken die Universität Heidelberg bis in die Gegenwart hinein prägen und bis heute ihr Ansehen in der Welt sichern, zu diesen Professoren zählt Robert Bunsen, der an unserer Universität zusammen mit Gustav Kirchhoff wirkte. Die Ehrenplaketten oben in der Brüstung der Alten Aula erinnern an beide. Und so erlebten die, die an einem sonnenüberglänzten Julitag im Rektorat versammelt waren, eine Sensation, als Frau Professor König aus Palo Alto in Kalifornien aus einem Ordner die Originalmitschrift zur Bunsen-Vorlesung "Allgemeine Experimentalchemie" hervorzog und sie zur größten Freude der Versammelten der Ruperto Carola zum Geschenk anbot. Angelegt hatte das Buch der damalige Vorlesungsassistent Bunsens, Ferdinand König, der spätere technische Leiter der Farbwerke Hoechst, ein Vorfahr des verstorbenen Ehemannes von Frau Professor König.

Spontan wurden Pläne geschmiedet: In Faksimiles sollte diese "Trouvaille" den Heidelberger Studierenden der Chemie ebenso zugänglich gemacht werden wie der Deutschen Bunsengesellschaft. Außerdem sollte das Vorlesungsmanuskript wissenschaftshistorisch erschlossen werden. Stolz kann ich Ihnen in diesem Moment berichten: Innerhalb eines Vierteljahres konnte alles arrangiert werden. Herr Professor Meinel, Wissenschaftshistoriker aus Regensburg, wird das Dissertationsvorhaben an der Universität Heidelberg betreuen. Hierfür steht ein Dreijahresstipendium zur Verfügung, zu dem die Stadt Heidelberg ebenso beitragen werden wie die Firmen BASF, Freudenberg in Weinheim und Merck in Darmstadt; hierfür hat die Universität Heidelberg herzlich zu danken. Einen ganz besonderen Dank schuldet sie jedoch ihrem Ehrensenator Professor Strube. Er hat nicht nur diese konzertierte Aktion initiiert, sondern überdies einen persönlichen Förderbeitrag geleistet; dafür dankt Ihnen, lieber Herr Strube, Ihre Ruperto Carola von Herzen.

Herr Professor Lichtentaler wird uns nun ein paar Stichworte zur Vorlesungsmitschrift zurufen.

Und nun, hochverehrte, liebe Frau König, stehe ich von Herzen gern bereit, für die Ruprecht-Karls-Universität Ihr Geschenk entgegen zu nehmen, um es sogleich über spectabilis Hofmann in die Obhut der Heidelberger Chemiker weiter zu leiten.
Ferdinand Karl Friedrich König (1838-1885) war im Jahre 1859 der Vorlesungsassistent von Bunsen.


(Lichtenthaler) Das Manuskript, das hier überreicht werden wird, ist nicht von Robert W. Bunsen selbst geschrieben. Bunsen (1811-1899) war von 1852 bis 1888 Ordinarius für Chemie an der Ruperto Carola. Zu der damaligen Zeit hatten die Professoren Vorlesungsassistenten, die den Tafelanschrieb vornahmen und die Experimente vorbereiteten und in der Vorlesung vorführten. Ferdinand Karl Friedrich König (1838-1885) war im Jahre 1859 der Vorlesungsassistent von Bunsen. Er hat das Manuskript "Notizen zu den Vorbereitungen zu Bunsen's Vorlesungen über Experimental-Chemie" im Sommersemester 1859 verfasst. Auf insgesamt 258 Seiten hat er darin alle Experimente und Tafelanschriebe feinsäuberlich zusammengestellt. Besonders interessant ist z.B. die Liste der damals bekannten chemischen Elemente, die zunächst 60 Elemente enthielt (heute kennen wir mehr als 100) aber später um die zwei Elemente Caesium (Cs) und Rubidium (Rb) erweitert wurde, die 1860 bzw. 1861 von Bunsen entdeckt worden sind (mittels der von ihm 1859 zusammen mit dem Physiker Gustav R. Kirchhoff (1812-1887) entwickelten Spektralanalyse). Diese Erweiterung deutet darauf hin, dass das Manuskript über längere Zeit benutzt wurde.

Frau Professor Dr. Koenig hat das Manuskript von ihrem verstorbenen Mann dem Chemiker Otto Frederic Koenig (1902-1974), der Professor an der Stanford University in Kalifornien, USA war. Er hatte es von seiner Tante, einer Tochter des Verfassers bekommen, mit deren Familie er während seines Promotionsstudiums in München engen Kontakt hatte.

"Entdeckt" wurde das Manuskript von Professor Christoph Schulz (bis zu seiner Berufung an die Universität Duisburg Mitte dieses Jahres am Physikalisch-Chemischen Institut hier in Heidelberg tätig), der im November 2003 bei einer Thanksgiving-Feier in Stanford Frau Koenig traf. Als sie erfuhr, dass er aus Heidelberg kommt, hat sie ihm von dem Manuskript berichtet, das auch aus Heidelberg stammt. Herr Schulz hat die Heidelberger Physikochemiker informiert, die natürlicherweise großes Interesse an dem Manuskript bekundeten. Als Frau Koenig mitgeteilt wurde, dass seitens der Ruperto Carola Interesse besteht, das Manuskript nach Heidelberg zu holen, hat sie beschlossen, dieses unserer Universität zu übereignen mit der Auflage, dass es jederzeit für wissenschaftliche Zwecke zugänglich sein muss. Dies wird nun gleich geschehen und dafür sind wir alle sehr dankbar.

Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
http://www.uni-heidelberg.de/presse

und
Irene Thewalt
Pressestelle der Universität
Tel. 542311
presse@rektorat.uni-heidelberg.de


Page maintained by Pressestelle der Universität Heidelberg,
presse@rektorat.uni-heidelberg.de.
Copyright © Pressestelle der Universität Heidelberg.

Zurück

Top

Universität | Fakultäten | Einrichtungen | Studium | Forschung und Kooperation
Stellenmarkt | Termine | Intern | Presse | Alumni/Fördervereine | Projekt IMPULSE
Neues im Netz | Kontakt | Suche | Überblick | English