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8. Oktober 2004

Nicht nur in Stanford, Harvard oder Johns Hopkins

Prof. Dr. Klaus Unsicker blickt bei der Bioquant-Grundsteinlegung auf vier Jahre Entstehungsgeschichte zurück

"An diesem für uns alle, aber insbesondere für die Wissenschaft erfreulichen Tag gehen meine Gedanken vier Jahre zurück. Auch wenn Innovation gewissermaßen eine der Wissenschaft inhärente Eigenschaft ist, befanden wir uns damals in Heidelberg in einer Zeit des besonderen Umbruchs und Aufbruchs, unter verschiedenen Aspekten, auf verschiedenen Gebieten. Neue Zentren wie das Interdisziplinäre Zentrum für Neurowissenschaften, das Heidelberg Institut für Pflanzenwissenschaften, neue Sonderforschungsbereiche und Forschergruppen der DFG wurden gegründet, neue Initiativen wie das Netzwerk Biomolekulare Maschinen entstanden. Konzeptionell neuartige Gedanken wurden gedacht, z.T. verworfen, oder nahmen Gestalt an, z.B. die Schaffung eines Zentren-übergreifenden Kompetenznetzwerks zur quantitativen Analyse molekularer und zellulärer Biosysteme (BIOQUANT).

Die Idee BIOQUANT entsprang nicht nur einem Kopf, wahrscheinlich war sie zum damaligen Zeitpunkt einfach unvermeidlich. Ich erinnere mich an Diskussionen mit Konrad Beyreuther und Felix Wieland, mit Hans-Georg Kräusslich, auch mit Herrn Jäger, in der Biologischen Fakultät, im Rektorat, bei der damaligen Kanzlerin, Gräfin vom Hagen, im privaten Kreis. Immer war der Tenor der Gedanken der, dass man biologische Prozesse als Ergebnis der Interaktionen molekularer und zellulärer Ensembles quantitativ statt nur qualitativ analysieren muss, und dass dies zu geschehen habe durch die Zentren-übergreifende Zusammenführung von Spitzengruppen der molekularen Zellbiologie, der mikroskopisch-physikalischen Instrumentation, und des wissenschaftlichen Rechnens. Wir waren uns auch klar darüber, dass solches nicht nur in Stanford, Harvard oder Johns Hopkins möglich sein durfte, und dass Heidelberg ein sehr geeigneter, wenn nicht der beste Standort in Deutschland für die Realisierung dieser Gedanken sei. Voraussetzung für die quantitative Analyse der funktionellen Dynamik von molekularen und zellulären Netzwerken, das war uns allen klar, war die Ausnutzung der Kompetenz der verschiedenen wissenschaftlichen Bereiche durch gezielte Inkorporation methodologischer Innovationen, vor allem auch aus den Bereichen der Mathematik und Physik, und der damit verbundenen interdisziplinären Vernetzung. Einig waren wir uns auch, dass unser Konzept enthalten musste: hohe wissenschaftliche Leistungsfähigkeit mit großer internationaler Sichtbarkeit, Leitungsstrukturen mit flachen Hierarchien, unabhängige Nachwuchsgruppen, regelmäßige Evaluierungen, hohe Drittmittelaufkommen und Fächer-spezifische und -übergreifende Studienprogramme.

Das Programm der Zukunftsoffensive Baden-Württemberg erlaubte es dann in einmaliger Weise, damit zu beginnen, Forschungsaktivitäten zu bündeln, zu vernetzen und thematische Kerngruppen zentral in Richtung auf ein gemeinsames Gebäude zusammenzuführen. Der Anspruch an die beteiligten Gruppen musste sein, ihre Forschungsgegenstände und Methoden über die jeweilige Disziplin hinaus am System-analytischen Gedanken zu orientieren. So entstand zunächst der Gedanke, ein Forschungsnetzwerk zu schaffen.

Dies scheint mir gelungen, wenn auch noch längst nicht abgeschlossen: nach der bereits länger zurückliegenden Einführung gemeinsamer Seminare steuern wir gegenwärtig auf ein großes Symposium in diesem Herbst zu, bei dem mehrere Dutzend Gruppen vortragen, sich kennen lernen und auch vorevaluiert werden können. Es konkretisierte sich der Gedanke einer teilweisen Zusammenführung maßgeblicher Gruppen in einem Gebäude "BIOQUANT", Pläne für Graduiertenkollegs und einen Sonderforschungsbereich nahmen Gestalt an, Professuren in der Medizin und in den Biowissenschaften wurden für BIOQUANT markiert, Pläne für optische Instrumentierungen konkretisierten sich.

Dass dies alles in der für deutsche Verhältnisse relativ geringen Zeitspanne von vier Jahren geschah, ist erfreulich, auch wenn ich angesichts solcher Zeiträume etwas wehmütig an meinen alten Campus der University of California at San Diego denke, wo bei jedem Besuch in sechsmonatigen Abständen das Gelände manchmal kaum wiederzuerkennen ist.

Ich möchte nicht versäumen, bei dieser Gelegenheit allen zu danken, die an der konzeptuellen und konkreten planerischen Arbeiten bis zu dieser heutigen Grundsteinlegung beteiligt waren, dem Land Baden-Württemberg, dem Rektorat, Frau Greenier, den Kollegen in der Rektoratskommission BIOQUANT, Ihnen und Ihren Mitarbeitern, Herr Stroux, den Architekten und Arbeitern am Bau, und, last not least, Ihnen, Frau Joester, unserer Baubeauftragte für BIOQUANT. Dank Ihnen allen und den möglicherweise Vergessenen!"

Rückfragen bitte an
Prof. Dr. Klaus Unsicker
Tel. 06221 548227, Fax 545604
klaus.unsicker@urz.uni-heidelberg.de

Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
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