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4. Oktober 2004

Von Sternenflug und Sonnenfeuer

Drei Wissenschaftsjournalistinnen schreiben ein Buch über drei wichtige Astronominnen – Claudia Eberhard-Metzger ist auch Redakteurin des Forschungsmagazins der Universität Heidelberg

Berühmte Astronominnen

Berühmte Astronominnen hat das Buch "Sternenflug und Sonnenfeuer" zum Inhalt. Einbandmotiv: Dorothea Göbel

Von den drei Astronomen Galileo Galilei, Isaac Newton oder Johannes Kepler hat jeder schon einmal gehört. Doch wie steht das mit drei Astronominnen? Um diese Wissenslücke zu schließen, hat der Verlag Beltz & Gelberg jetzt das von den drei Autorinnen Claudia Eberhard-Metzger, Charlotte Kerner und Renate Ries verfasste Buch "Sternenflug und Sonnenfeuer" herausgegeben, das dieser Tage auf der Landessternwarte Königstuhl vorgestellt wurde.

Die Idee zu diesem Buch kam Charlotte Kerner, die auch als Herausgeberin fungiert, durch die Lektüre eines Artikel zum 250. Geburtstag von Caroline Herschel. Doch hatte sie den Eindruck, dass ein Lebenslauf für ein ganzes Buch etwas zu wenig sei und so konnte sie ihre Mitautorinnen für zwei weitere Astronominnen-Porträts begeistern.

Die Recherchen für die einzelnen Biografien gestalteten sich sehr unterschiedlich. So gibt es über Maria Cunitz, die von Claudia Eberhard-Metzger vorgestellt wird, nur sehr wenig Aufzeichnungen. Maria Mitchell, porträtiert von der Heidelbergerin Renate Ries, ist dagegen in den USA ein Star. "Um in früheren Jahrhunderten überhaupt als Astronomin zu arbeiten, war es notwendig, dass der Vater, Bruder oder Ehemann selbst Astronom war", erläutert Charlotte Kerner. Und so war auch der Ehemann von Maria Cunitz (1604 bis 1664) nicht nur Arzt sondern auch Astronom. Den ersten "Kontakt" mit Himmelskörpern hatte Maria Cunitz bereits im Alter von drei Jahren, als 1607 der Haley'sche Komet zu sehen war und so begleitete sie die Astronomie durch ihr ganzes Leben.

In Polen begann Maria Cunitz ihre astronomischen Berechnungen und Beobachtungen aufzuzeichnen, die schließlich 1650 erschienen. Dies war ein mutiger Schritt, denn zu Beginn des 17. Jahrhunderts war die Hexenverfolgung noch im vollen Gange und ein auf deutsch erschienenes, wissenschaftliches Werk, brachte die Verfasserin denn auch in den Verdacht der Ketzerei.

Da hatte es die zweite vorgestellte Astronomin Caroline Herschel, die von 1750 bis 1848 lebte, schon etwas einfacher. Doch auch sie hatte in ihrem Bruder, Wilhelm Herschel, dem Entdecker des Planeten Uranus, einen Mann an ihrer Seite. Sie entwickelte eine Methode, um ein genaueres Bild der Milchstraße zu zeichnen und entdeckte zusammen mit ihrem Bruder Hunderte bis dahin unbekannter Nebeln am Sternenhimmel.

Auch im 19. Jahrhundert hatten Frauen kaum eine Chance zu studieren. Trotzdem gelang es Maria Mitchell (1818 bis 1889) ohne ein Studium, auf den ersten mit einer Frau besetzten Lehrstuhl für Astronomie in den Vereinigten Staaten zu gelangen. Dahinter steckte in ihrem Fall der Vater, ein begeisterter Amateur-Astronom, der die Tochter förderte.

Hinzu kam aber auch der glückliche Umstand, dass sie eine Stelle als Bibliothekarin auf der Insel Nantucket antreten konnte und sich dort in ihrer Freizeit autodidaktisch fortbildete. Berühmt wurde Maria Mitchell 1848 durch die Entdeckung des nach ihr benannten Mitchell-Kometen, der eine so extreme Umlaufbahn um die Sonne aufweist, dass er erst in etwa einer Million Jahren wieder zu sehen sein wird.

"Sternenflug und Sonnenfeuer" ist ein Buch, das nicht nur Einblicke in das gesellschaftliche Leben vergangener Jahrhunderte gibt, sondern auch mit spannenden Details zur Astronomie aufwartet. "Und", so betont Verleger Ulrich Störiko-Blume, "dieses Buch ist keine spätfeministische Erbsenzählerei."
Stefan Zeeh
INFO: Charlotte Kerner (Hrsg.) Sternenflug und Sonnenfeuer, Beltz & Gelberg, ISBN 3407809352

Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
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und
Irene Thewalt
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