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28. September 2004

Universität Heidelberg: flächendeckender Einstieg in Gigabit-Internet

Umbau des technischen Rückgrats der elektronischen Netzstruktur abgeschlossen – Datenaustausch wie eine permanente Spritztour mit einem Formel-1-Boliden auf dem Hockenheimring

Flitzende Bits und Bytes sind das Lebensmittel der modernen Informationsgesellschaft. Sowenig sie direkt sichtbar ist, so sehr hat sich die elektronische Kommunikation in den vergangenen Jahren zu einem der wichtigsten Werkzeuge der Wissenschaft gemausert. Für die Universität Heidelberg bedeutet der nun abgeschlossene Umbau des technischen Rückgrats ihrer elektronischen Netzstruktur den flächendeckenden Einstieg in die neue Welt des Gigabit-Internet.

Mit einer Investition von mehr als einer Million Euro aus Mitteln der Universität und aus Förderung des Bundes erhielten die rund 150 Universitätsgebäude mit ca. 12.000 angeschlossenen Computern und anderen Netzwerkkomponenten Anschluss an das neue Universitätsnetz. Neben dem verbesserten Schutz vor einem Komplettausfall bei Schäden an einzelnen Komponenten der Netzinfrastruktur können jetzt die Verbindungen einzelner Institute an das neue Universitätsnetz flexibel ausgebaut und dabei schneller werden. Während der Umbauarbeiten der vergangenen anderthalb Jahre mussten die alten Netzverbindungen parallel zu den neuen aufrechterhalten bleiben und es durften nur kurze Unterbrechungen der Verbindungen auftreten.

Bei den meisten Internetanschlüssen von Wissenschaftler in den Instituten der Universität wirkt seitdem der Datenaustausch wie eine permanente Spritztour mit einem Formel-1-Boliden auf dem Hockenheimring, wo man zuvor mit seinem PKW über die Landstraße fuhr. "Wir haben mit dem Umbau des Heidelberger Kernnetzes, dem Backbone, die Übertragungsgeschwindigkeit in die Institute um den Faktor 100 erhöhen können", beschreibt Joachim Peeck aus dem Universitätsrechenzentrum, der seit 2001 das neue Universitätsnetz plante und den Umbau vorantrieb, den am deutlichsten spürbaren Vorteil. Die neue Übertragungsgeschwindigkeit ist damit etwa 1400 Mal schneller als ein DSL-Anschluss, wie ihn viele Internetnutzer von ihrem Privatanschluss zu Hause kennen. "Zugleich lassen sich jetzt durch elektronische Viren, Würmer oder Trojaner infizierte Rechner innerhalb der Universität leichter identifizieren und können so weniger Schaden anrichten."

Das neue Netz löst eine Infrastruktur ab, die seit 1993 bestand, als der Bedarf an Übertragungskapazitäten kaum mit dem heutigen zu vergleichen war. Seitdem ist die Universität nicht nur stärker mit anderen wissenschaftlichen Einrichtungen in aller Welt verbunden, sondern tauscht immer mehr Daten zwischen Arbeitsplätzen in verschiedenen Gebäuden aus. Neben der reinen Geschwindigkeit hat das Netz jetzt noch weit mehr zu bieten, sagt Wolfgang Schrimm, der im Rechenzentrum das Netz überwacht: "Mit den neuen Verteilerkomponenten haben wir zugleich mehr Sicherheit gewonnen, da zentral vom Rechenzentrum gewartete Software Hacker-Angriffe von außen abwehren kann, bevor sie die eigentlichen Computer erreichen. Und wir können endlich flexibler auf spezielle Anforderungen der Institute eingehen, wenn sie auf bestimmten Leitungen größere Übertragungskapazitäten benötigen und die neuen Geschwindigkeiten voll ausschöpfen wollen. Daneben wird das wichtige Speichern von Sicherheitsdateien auf dem Backup-Server des Rechenzentrums deutlich schneller und attraktiver. Und künftig werden neue Massenspeicher in Betrieb gehen, die die Festplattenkapazität der einzelnen Institutsserver erweitern werden. Der Zugriff auf die Daten auf diesem Network Attached Storage wird so schnell sein wie auf die eigenen Server."

Hartmuth Heldt arbeitet zusammen mit weiteren Mitarbeitern am Rechenzentrum an Internetdiensten innerhalb der Universität, die vorher nicht denkbar waren: "Multimedia-Anwendungen wie die Live-Übertragung von Vorlesungen in TV-Qualität sind jetzt kein Problem mehr für unsere Leitungen. Wir bereiten auch Internet-Telefonie in den Instituten vor, bei denen sonst Investitionen in herkömmliche Telefonanlagen nötig gewesen wären." Eine weitere spezielle Anwendung von vernetztem wissenschaftlichen Arbeiten erschließt sich beispielweise in den Biowissenschaften. Hier spielt die Bildverarbeitung eine wachsende Rolle, indem etwa mikroskopische Aufnahmen als Film und nicht als Einzelbilder in Echtzeit zwischen den Arbeitsplatzrechnern einer Arbeitsgruppe ausgetauscht werden. Dabei greifen die Wissenschaftler auf die Technik des neuen Universitätsnetzes zurück und sparen sich bei einzelnen mikroskopischen Untersuchungen viele Stunden, die es zuvor brauchte, um die Originaldaten für den Datenaustausch mit Spezialsoftware zu komprimieren.

Elektronischer Datenverkehr wird auch in anderen Bereichen eine weit größere Rolle spielen als bisher. Die Hochschulrektorenkonferenz bereitet derzeit konkrete Empfehlungen für die Hochschulen vor, wie sie digitale Dienste besser nutzen. So sollen Studierende verstärkt auf E-Learning-Angebote zugreifen können, Vorlesungsskripte herunter laden und sich zu Vorlesungen anmelden. Damit das zum Standard an deutschen Hochschulen wird, so eine vom Hamburger Multimedia Kontor in Auftrag gegebene Studie, müssen die Netzwerke so modern sein, dass sie diese Aufgaben bewältigen können.

Kontakt:
Wolfgang Schrimm, Tel. 06221 544596
wolfgang.schrimm@urz.uni-heidelberg.de

Hartmuth Heldt, Tel. 06221 545451
hartmuth.heldt@urz.uni-heidelberg.de

Joachim Peeck, Tel. 06221 544530
joachim.peeck@urz.uni-heidelberg.de
Universitätsrechenzentrum Heidelberg

Rückfragen von Journalisten auch an:
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
http://www.uni-heidelberg.de/presse


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