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7. September 2004

Mathematik im Spannungsfeld zwischen Theorie und Praxis

Vom 13. bis 17. September findet die diesjährige Jahrestagung der Deutschen Mathematiker-Vereinigung (DMV) an der Universität Heidelberg statt – Die Öffentlichkeit ist zu Podiumsdiskussion, Vortrag, "Schüler-Lehrer-Tag" und Ausstellung "Mathematik zum Anfassen" herzlich eingeladen

Die DMV ist die berufsständische Vertretung der Mathematikerinnen und Mathematiker in Deutschland, sie vertritt die Interessen der mathematischen Wissenschaften in den Bereichen der Politik, dazu gehört die Bildungspolitik auf Schul- wie Hochschulebene ebenso wie die Forschungspolitik. Ferner bemüht sie sich um eine angemessene Darstellung der Mathematik in der Öffentlichkeit. Dazu gibt sie regelmäßig Pressemitteilungen zu aktuellen Fragen heraus, welche die Mathematik berühren, insbesondere erarbeitet sie auch Stellungnahmen zu aktuellen Fragen, wie Studienreform (zum Beispiel die Einführung von Bachelor- und Master-Studiengängen), zur Reform des Mathematikunterrichts oder internationale Vergleichsstudien (TIMSS, PISA usw.).

Die DMV wurde 1889 in Heidelberg gegründet, ihr erster Vorsitzender war Georg Cantor (1845-1918), bekannt als Begründer der Mengenlehre. Zu seinem Gedenken verleiht die DMV alle zwei Jahre für hervorragende Leistungen in der Mathematik die Georg-Cantor-Medaille. Dieses Jahr wird Prof. Dr. Dr. mult. h. c. Friedrich Hirzebruch vom Max-Planck-Institut für Mathematik in Bonn mit der Georg-Cantor-Medaille im Rahmen der feierlichen Eröffnung der Tagung ausgezeichnet.

Heidelberg war auch schon im Jahr 1904 Tagungsort für den dritten Internationalen Mathematikerkongress, für welchen seine Königliche Hoheit, der Erbgroßherzog Friedrich von Baden, das Ehrenpräsidium übernommen hatte und der bei seinem Erscheinen auf dem Kongress nach einem Augenzeugenbericht mit einer lebhaften Ovation begrüßt wurde.

Schirmherr der diesjährigen Tagung ist Ministerpräsident Erwin Teufel. Die diesjährige Tagung ist also in mehrfacher Hinsicht eine Jubiläumstagung. In mehreren Veranstaltungen wird deshalb auch ein Blick zurückgeworfen, insbesondere auf die bestimmenden Persönlichkeiten der Tagung von 1904: Heinrich Weber, Moritz Cantor, Leo Koenigsberger.

Da Heidelberg ja häufig mit seiner Altstadt identifiziert wird, wurde die Tagung bewusst ins Herz der Altstadt gelegt, nämlich in die Neue Universität und Umgebung. Die Fakultät für Mathematik und Informatik der Ruprecht-Karls-Universität wurde mit der Ausrichtung der Tagung und der örtlichen Tagungsleitung betraut. Zur Tagung werden knapp 700 Teilnehmer erwartet, davon zahlreiche aus dem Ausland. In 22 Sektionen und fünf Minisymposien wird in über 400 Vorträgen über neueste Forschungsergebnisse berichtet. Dabei wird das ganze Spannungsfeld der Mathematik zwischen Theorie und Praxis ausgeschöpft. So reichen die Vorträge etwa von den Grundlagen der Mathematik über Geschichte der Mathematik und Fachdidaktik zu den Anwendungsbereichen, beispielsweise in den Finanz- und Wirtschaftswissenschaften oder Biowissenschaften.

Wie H. M. Enzensberger in seiner denkwürdigen Rede auf dem internationalen Mathematikerkongress 1998 in Berlin ("Zugbrücke hochgezogen: Die Mathematik im Jenseits der Kultur…") in aller Deutlichkeit öffentlich festgestellt hat, klafft in Deutschland eine merkwürdige Lücke zwischen der Wahrnehmung der Mathematik in der Öffentlichkeit und ihrer tatsächlichen Bedeutung für unsere Gesellschaft, für welche sie eine Schlüsseltechnologie darstellt. Die Gründe für diese Diskrepanz und Möglichkeiten, den Stellenwert mathematisch-naturwissenschaftlicher Bildung in unserer Gesellschaft zu erhöhen, sind Gegenstand einer Podiumsdiskussion im Rahmen der Tagung mit dem Thema "Schwarze Löcher in der Bildung: Hat Mathematik noch eine Chance?". Zu dieser Podiumsdiskussion, die am Montag, den 13.9.2004 um 14.30 Uhr in der Aula der Neuen Universität, Grabengasse 3-5, stattfindet, ist die interessierte Öffentlichkeit aus dem Rhein-Neckar-Raum herzlich eingeladen. Das Podium ist mit Vertretern aus Schule, Hochschule, dem Bundesministerium für Bildung und Forschung, dem Kultusministerium von Baden-Württemberg und der Wirtschaft hochkarätig besetzt.

Große Erwartungen setzen die Veranstalter auch in den öffentliche Vortrag des renommierten Wissenschaftsjournalisten Gero von Randow von der Wochenzeitung "Die Zeit" zum Thema: "Mathematik und Innovation", oder: "Freedom is the Mother of Invention". Dieser Vortrag findet am Montag, 13.9.2004, um 16.30 Uhr in der Aula der Alten Universität, Grabengasse 1, statt. Auch hierzu sind alle an Mathematik Interessierten herzlich eingeladen.

Für Schüler und Lehrer der Region ist der Schüler-Lehrer-Tag" am 16.9.2004 gedacht, in dessen Rahmen Mini-Vorlesungen für Schüler und Vorträge für Lehrer angeboten werden. Der Schüler-Lehrer-Tag findet im Unterschied zu den sonstigen Veranstaltungen der Tagung, im Mathematischen Institut der Universität Heidelberg, Im Neuenheimer Feld 288, statt.

Im Kontext mit der DMV-Tagung wird auch die Ausstellung "Mathematik zum Anfassen", vom 14.9. bis 28.9.2004 in Heidelberg gastieren. Sie wird am 14.9. um 16.15 Uhr im Theatersaal der Triplex-Mensa von Prof. Dr. Albrecht Beutelspacher, dem "Spiritus Rektor" der Ausstellung, eröffnet.

Die örtliche Tagungsleitung mit Prof. Dr. Rainer Weissauer an der Spitze hofft, dass die Jahrestagung 2004 der DMV in Heidelberg nicht nur für die Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmer ein interessantes und anspruchsvolles Programm bietet, sondern auch einen Beitrag dazu leistet, die Bedeutung der Mathematik für unsere Kultur, Technologie und Wirtschaft – und damit für die Zukunftssicherung unseres Landes – auch für eine interessierte breitere Öffentlichkeit zu dokumentieren.

Einzelheiten zur Podiumsdiskussion und zum Schüler-Lehrer-Tag.

Weitere Informationen:
Dr. Rolf Busam
Mathematisches Institut der Universität Heidelberg
Tel. 06221 545759
busam@mathi.uni-heidelberg.de
http://www.dmv2004.uni-hd.de

Rückfragen von Journalisten auch an:
Irene Thewalt
Pressestelle der Universität
Tel. 542311
presse@rektorat.uni-heidelberg.de
http://www.uni-heidelberg.de/presse


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