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27. September 2004

Heidelberg um Jahre gealtert

Vita des Eberhard von Kumbd enthält Passagen über Heidelberg aus der Zeit vor der urkundlichen Ersterwähnung im Jahre 1196 – Der von Stefan Weber edierte, übersetzte und kommentierte Text erscheint in einer jetzt wiederbelebten Schriftenreihe des Instituts für fränkisch-pfälzische Geschichte und Landeskunde der Universität Heidelberg

Bisheriger Stand der Dinge war: Heidelberg wurde 1196 erstmals schriftlich erwähnt – in einer Urkunde des Zisterzienserklosters Schönau. Dieser Eintrag in den historischen Handbüchern muss verändert werden. Soeben ist ein Buch erschienen, das Heidelbergs Anfänge älter macht und in neues Licht taucht.

Auf den ersten Blick entsteht eine fremde Welt, die Welt des Eberhard von Kumbd. Ihn, nur noch wenigen Spezialisten bekannt, würden wir heute als Aussteiger bezeichnen. Um 1220 entstand seine Lebensbeschreibung. Sie liefert ein faszinierendes Bild von fürstlichen Höfen, frommen Frauen und erstaunlichen Wundern. Eberhard verbrachte seine Jugend am Hof der Pfalzgrafen bei Rhein, pendelte zwischen Bacharach und Heidelberg hin und her, bat vergeblich um Aufnahme im Kloster Schönau bei Heidelberg und gründete schließlich 1183 das Frauenkloster Kumbd im Hunsrück. Eberhard starb 1191 und wurde dann in die Heiligkeit hineingeschrieben.

Die Lebensbeschreibung ist nun greifbar in einem Buch von Stefan Weber, entstanden auf Grundlage seiner von den Professoren Walter Berschin und Stefan Weinfurter betreuten Heidelberger Magisterarbeit. Der Band bietet nicht nur den lateinischen Originaltext, sondern auch eine moderne deutsche Übersetzung mit ausführlichen Erläuterungen. Er lässt die Bedeutung Heidelbergs für die große mittelalterliche Politik eindrucksvoll hervortreten. Schon in den 80er Jahren des 12. Jahrhunderts – und nicht erst 1196 – existierte die herrschaftliche Burganlage hoch über dem Neckar. Gewiss, die schriftliche Ersterwähnung Heidelbergs wird damit gerade einmal um rund 15 Jahre älter. Aber wir wissen jetzt mehr über den hohen Rang Heidelbergs, den Ort einer zukunftsweisenden Zentrumsbildung im mittelalterlichen Deutschland. Und erfahren darüber hinaus etwas über neue Formen weiblicher Frömmigkeit am Mittelrhein und über eine Individualität, deren extreme Lebensbewältigung heute staunen macht.

Ein weiterer Neuanfang in Heidelberg

Erschienen ist das Buch in der von den Professoren Bernd Schneidmüller und Stefan Weinfurter jetzt wiederbelebten Schriftenreihe "Heidelberger Veröffentlichungen zur Landesgeschichte und Landeskunde". Schneidmüller und Weinfurter leiten das schon seit vielen Jahren existierende Institut für fränkisch-pfälzische Geschichte und Landeskunde (FPI) an der Universität Heidelberg. In einer Zeit zunehmender Globalisierung findet diese Einrichtung gerade ihre neue Rolle. Mit wissenschaftlicher Sorgfalt will das FPI die große Geschichte an Mittelrhein und Neckar erforschen und damit der wachsenden Bedeutung regionaler Identitäten Rechnung tragen.

Die Virtual Library (www.kurpfalz-geschichte.de), welche die Internetangebote zur Landesgeschichte koordiniert, trägt dem ebenso Rechnung wie die mit diesem Band fortgesetzte wissenschaftliche Schriftenreihe. Das FPI arbeitet eng mit den Stätten des UNESCO-Weltkulturerbes der Rhein-Neckar-Region zusammen. Es nutzt die globale Exzellenz historischer Wissenschaften in Heidelberg für das Wissen um Heimat und fügt die ehrwürdige Ruprecht-Karls-Universität in ihre Landschaft ein, in der die vor 200 Jahren untergegangene Kurpfalz im kulturellen Bewusstsein der Menschen weiterlebt.

Stefan Weber, Das Leben des Eberhard von Kumbd. Heidelbergs Anfänge und weibliche Frömmigkeit am Mittelrhein. Neuedition, Übersetzung, Kommentar (Heidelberger Veröffentlichungen zur Landesgeschichte und Landeskunde, Bd. 11), Heidelberg 2004, 309 S., Universitätsverlag Winter, ISBN 3-8253-1628-9, Preis: 42 Euro.

Weitere Informationen:
Institut für fränkisch-pfälzische Geschichte
und Landeskunde (FPI) der Universität Heidelberg
Grabengasse 3-5, 69117 Heidelberg
Tel. 06221 542272
bernd.schneidmueller@urz.uni-heidelberg.de oder
stefan.weinfurter@urz.uni-heidelberg.de

Rückfragen von Journalisten auch an:
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
http://www.uni-heidelberg.de/presse


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