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18. September 2004

Hier wachsen und gedeihen die Allerkleinsten

Kinder-Uni im Netz recherchierte auf der Frühgeborenen-Station der Universitäts-Kinderklinik

Die Jung-Journalisten der Kinder-Uni im Netz staunten, wie winzig diese Babys sind.

Sie sind nicht krank, brauchen aber ganz besondere Pflege, die Frühgeborenen auf der Kinderklinik-Station von Professor Otwin Linderkamp. Die Jung-Journalisten der Kinder-Uni im Netz staunten, wie winzig diese Babys sind. Foto: Stefan Kresin

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"Hier wachsen und gedeihen die Kinder." So erklärt Professor Otwin Linderkamp, was auf seiner Station in der Kinderklinik passiert. Die Kleinsten der Kleinen, die Frühgeborenen, werden hier versorgt, bis sie dann reif genug sind und endlich zu ihren Eltern nach Hause dürfen.

"Sie sind nicht krank, sondern einfach zu früh dran", das leuchtet auch den kleinen Journalisten der Kinder-Uni im Netz (www.kinder-hd-uni.de) ein. Die Winzlinge in den durchsichtigen Kästen verschlagen einem aber erst mal die Sprache. "So kleine Beinchen", flüstert Leonie. Dabei hat Lukas das Schlimmste schon hinter sich. Mit 690 Gramm wog er nur ein Fünftel eines "normalen" Neugeborenen und kam Anfang Juli 16 Wochen zu früh zur Welt.

Noch immer ist er eine "Hand voll Mensch", aber schon auf dem besten Wege bald heim zu dürfen, obwohl er nach dem eigentlichen Zeitplan noch gar nicht auf der Welt wäre. Das kleinste Baby, dem in der Kinderklinik zu einem guten Start verholfen wurde, wog sogar nur 390 Gramm. Das ist das Gewicht von nicht einmal vier Tafeln Schokolade. Derweilen liegt Klein-Lukas noch im Wärmebettchen, die Muttermilch kommt mit Hilfe einer Sonde in seinen Magen und auch Sauerstoff braucht er noch zusätzlich.

Der Plastikkasten ist mit einem roten Frotteetuch abgedeckt, damit sich der kleine Junge noch ein bisschen so fühlen kann wie im Bauch seiner Mutter. Auch dort ist es nämlich ganz schön düster und die Geräusche sind auch nicht ganz so gut zu hören. "Wir haben Untersuchungen gemacht und wissen, dass die Kleinen schon vor der Geburt Sprache lernen", erzählt der Mediziner. Auch deshalb ist es ihm und seinem Team so wichtig, dass die Mutter so oft wie möglich da ist. Wenn sie mal nicht da sein kann, wird den Babys sogar eine Kassette mit ihrer Stimme vorgespielt.

Obwohl der Raum ganz bunt und freundlich auszieht, ist es natürlich auch ein Krankenhauszimmer. Der Herzschlag des kleinen Lukas wird genauso überwacht wie seine Atmung und die Sauerstoffsättigung im Blut. Das geschieht ganz raffiniert. Ein Licht strahlt durch seinen kleinen Fuß und misst die rote Färbung des Blutes. Das Blut transportiert ja bekanntlich den lebenswichtigen Sauerstoff. Wenn es viel Sauerstoff hat, ist es hellrot, wenn nicht, geht es eher ins Bläuliche. Das weiß die Maschine und kann Alarm schlagen, wenn etwas nicht stimmt.

Ganz beliebt ist in Heidelberg die Känguru-Methode. Die heißt so, weil ja auch die australischen Hüpftiere ihre Jungen so lange bei sich im Beutel tragen, bis sie groß genug sind, um selbst die Welt zu erkunden. Deshalb werden auch die Frühchen ihren Eltern so oft es geht auf den Bauch gelegt.

Das Wort "Brutkasten" kommt eigentlich aus der Hühnerzucht, wurde aber für die frühgeborenen Babys übernommen. Die ersten "Brutkästen" gab es schon vor 100 Jahren.

Seitdem hat sich die Medizin natürlich gewaltig entwickelt. Auch wenn immer wieder Sachen falsch gemacht wurden. "Wir wollen dem Kind mit unserer Behandlung keinesfalls schaden", sagt Linderkamp. Das ist manchmal gar nicht so einfach. Früher wurden die Kleinen zum Beispiel häufiger mit Maschinen beatmet. Es ist auch noch gar nicht lange her, dass die Ärmchen festgebunden wurden, damit sich die Frühchen die Schläuche nicht wegreißen konnten.

Darauf verzichtet die Heidelberger Neonatologie, so der Fachausdruck, jetzt fast immer. Lieber, so verrät Professor Linderkamp, werden den Minis dann mit einer Spezialschere die Fingernägel geschnitten, damit sie sich nicht verletzen können.

Zur Welt kommen sie oft per Kaiserschnitt. Nicht nur bei Fünflingen, die es in der Station auch schon zwei Mal gab. Bei Fünflingen ist die Sache klar, da würde es einfach zu lange dauern, bis alle "geschlüpft" sind. Aber auch die anderen Frühgeborenen werden oft so geholt, weil ihre Haut noch so verletzlich ist, dass sie eine "normale" Geburt kaum verkraften würden.

Dem kleinen Demir, ein Zimmer weiter, reicht kein Wärmebettchen, wie Lukas es hat, er braucht einen richtigen "Brutkasten". Er wurde vor zwei Wochen elf Wochen zu früh und 1100 Gramm leicht geboren. Das Köpfchen ist klitzeklein und ganz dunkel behaart. "Es ist ein ganz zartes Kind, aber entwickelt sich normal", freut sich Professor Linderkamp über seinen Schützling.

"Er sieht alt aus", fällt einer Jung-Journalistin auf. "Stimmt", gibt der Experte zu. Dadurch, dass sie zu früh auf die Welt gekommen sind, fehlt ihnen noch das Rundliche, das ausgereifte Babys haben. Deshalb wirken sie schmal und runzlig, alt eben.
Kirsten Baumbusch
Rhein-Neckar-Zeitung

Rückfragen bitte an
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
des Universitätsklinikums Heidelberg
Annette_Tuffs@med.uni-heidelberg.de

Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
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