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9. September 2004

"Der BioFuture-Preis war ein Schlüssel zum Erfolg"

Vor fünf Jahren erhielt Roland Eils die höchstdotierte Auszeichnung für Nachwuchsforscher in der Biotechnologie, heute ist er Professor

Professor Dr. Roland Eils

Eine Art Initialzündung war der BioFuture-Preis für den Biomathematiker Professor Dr. Roland Eils. Foto: Stefan Kresin

In Schubladen ist Roland Eils nicht zu stecken. Was zunächst eher ein Hemmschuh seiner Karriere schien, hat sich mittlerweile zum Vorteil gemausert. Der 39-jährige Professor ist ein erfolgreicher Brückenbauer zwischen den Disziplinen.

Von Hause aus Mathematiker, erhielt er vor fünf Jahren den am höchsten dotierten deutschen Nachwuchspreis im Bereich der Biotechnologie und hat seither eine eigene Forschungsgruppe am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ). Seit August wagt der jungenhaft wirkende Professor mit dem Blondschopf noch einen weiteren Spagat. Er ist Professor am Institut für Pharmazie und Molekulare Biotechnologie der Universität Heidelberg und in der Abteilung theoretischer Bioinformatik am DKFZ.

"Kein Frage, der Preis war eine Initialzündung", sagt der damals 34-jährige Vater zweier Kinder im RNZ-Gespräch. Genau eine solche Entwicklung hatte das Bundesforschungsministerium auch ins Auge gefasst. Ziel ist es, exzellente Nachwuchskräfte im Bereich Biotechnologie zu gewinnen. Dafür werden die auch üppig ausgestattet. 1,5 Millionen Euro können in fünf Jahren für den Aufbau der eigenen Arbeitsgruppe ausgegeben werden.

Dass seine Leistungen so gefördert werden würden, davon konnte Roland Eils am Ende seiner Doktorarbeit nicht einmal träumen. Drei Monate vor seiner Promotion erhielt er die Nachricht, dass seine Arbeit nicht angenommen werden könne, sie sei nicht mathematisch genug. "Ich war ein nervliches Wrack", erinnert er sich heute. Zwar war er selbst immer überzeugt, dass der Weg der Verknüpfung von Biotechnologie und Mathematik zukunftsweisend ist, doch glauben wollten das die Verantwortlichen damals nicht so recht. Zwischenzeitlich sind diese Barrieren aber glücklicherweise gefallen.

Nach größeren Auseinandersetzungen und zwei weiteren Gutachten klappte es dann doch noch. Ein Jahr in Grenoble, wo die Bioinformatik schon länger hoch im Kurs steht, bestätigten ihn in seiner Zuversicht. Zwei Jahre später setzte der Post-Doc dann aufs Ganze. Er baute die Ansätze seiner Doktorarbeit zu einer Projektskizze aus, die den Gutachtern des Bundesforschungsministeriums gut gefiel und die erste Runde passierte. Einen ausführlichen Projektantrag, ein intensives Forschungsgespräch vor einer Jury und 24 Stunden bangen Wartens später war dann klar, er hatte es geschafft und Dutzende von Mitbewerber hinter sich gelassen. Der Knoten in der Karriere war geplatzt.

"Dann fasste ich den Entschluss, die Institution zu wechseln", erklärt Roland Eils. Beim DKFZ nahm man ihn mit offenen Armen auf. Kurz darauf wechselte der Abteilungsleiter der theoretischen Bioinformatik als Direktor des Max-Planck-Institutes nach Berlin und Roland Eils wurde dessen Nachfolger.

Seither sprudeln die Forschungsgelder. 95 Prozent der Arbeit werden über Drittmittel finanziert, eine Traumquote. Obwohl nicht habilitiert und kein Juniorprofessor, kam Eils bei insgesamt vier Bewerbungen um einen Lehrstuhl drei Mal auf Platz eins und ein Mal auf Platz zwei. Kein Wunder, dass die Heidelberger ihn unbedingt behalten wollten.

Im Prinzip, so erklärt er, bringt seine Arbeit die komplexen Daten, die beispielsweise die Genomforschung erzeugt, mit Daten aus der Klinik zusammen. Statistisch eine ausgesprochen knifflige Angelegenheit. Sein zweiter Arbeitsbereich beinhaltet Modelle über komplizierte biologische Prozesse, beispielsweise bei der Krebsentstehung.

Eine wichtige Rolle spielt hier der programmierte Zelltod. In jedem Körper werden jeden Tag kranke Zellen abgetötet oder alte Zellen sterben. Bei vielen Krebsarten ist dieser Mechanismus aber gestört, die Krebszellen weigern sich zu sterben.

Eils und seine Gruppe versuchen nun mit mathematischen Modellen diese Prozesse besser zu verstehen. Die Ergebnisse werden dann wieder mit experimentellen Daten aus der Klinik verknüpft und damit die Theorie immer an die Realität rückgekoppelt. Ein zukunftsweisendes Projekt, da ist er sich ganz sicher.

Dass der BioFuture-Preis der Schlüssel zum Erfolg war, das kann nicht nur Eils bestätigen. Zahlreichen seiner Preisträger-Kollegen ist es ähnlich gegangen. Manche von ihnen konnten aus dem Ausland zurückgeholt werden, andere wurden zwischenzeitlich zu Professoren berufen.

Deshalb, so meint Eils, wäre die Förderinitiative ein gutes Modell auch für andere Zweige der Wissenschaft. Wohin ihn sein eigener Karriereweg noch führt? "Da kann eigentlich nur noch der Nobelpreis kommen", sagt er schmunzelnd. Einen für Mathematik gibt es ja nicht, dafür aber einen in Medizin...
Kirsten Baumbusch

Rückfragen bitte an
Irene Thewalt
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