Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Startseite der Universität
Presse-Kontakt, WWW-Team Volltext-Suche, E-Mail-Suche, Datenbank-Suche Alle Seiten im Überblick English
Besucher, Internationale Beziehungen, Heidelberg und RegionStartseiten der FakultätenAufbau der Universität, Personalverzeichnis, ServiceeinrichtungenFächerübersicht, Beratung, Informationen für ausländische StudierendeProjekte, Publikationen, Technologietransfer

Startseite > Presse >

 
16. September 2004

Koenigsberger-Plakette wieder entdeckt: die Odyssee einer Bronzetafel

Der Heidelberger Mathematikprofessor Leo Koenigsberger wurde anlässlich seines hundertsten Semesters akademischer Tätigkeit am 28. Februar 1914 mit einer Bronzetafel mit seinem Bildnis geehrt – Die verschwunden geglaubte Plakette wurde jetzt im Universitätsarchiv wieder entdeckt

Koenigsberger-Plakette wieder entdeckt

Auf dem Bild von links nach rechts: Dr. Werner Moritz, Leiter des Universitätsarchivs, Prof. Rainer Weissauer, Mathematisches Institut, Dr. Dr. Peter Volz, Ehrenbürger der Universität, Dr. Frieder Hepp, Direktor des Kurpfälzischen Museums


Die zurzeit in Heidelberg stattfindende Jahrestagung der Deutschen Mathematiker-Vereinigung (DMV), in der über 600 Tagungsteilnehmer über neueste Erkenntnisse aus ihren Forschungsbereichen referieren, ist in mehrfacher Hinsicht eine Jubiläumstagung. Insgesamt zwei Tagungen des bedeutenden internationalen Mathematikerkongresses (ICM) fanden bisher in Deutschland statt. Zuletzt der ICM 1998 in Berlin (zusammen mit der Jahrestagung der DMV), ferner der ICM im Jahr 1904 in Heidelberg. Dieser Kongress war in besonderer Weise dem Andenken des deutschen Mathematikers C. G. J. Jacobi (1804-1851) gewidmet, dessen hundertster Geburtstag sich damals jährte. Die Gedenkrede auf Jacobi hielt der Heidelberger Mathematiker Leo Koenigsberger (1837-1921), ein bedeutender Gelehrter seiner Zeit, der in engem Kontakt mit den führenden Heidelberger Naturforschern Bunsen, Kirchhoff und von Helmholtz stand.

Leo Koenigsberger war anlässlich seines hundertsten Semesters akademischer Tätigkeit von seinen Kollegen, Schülern und Freunden am 28. Februar 1914 eine von dem Karlsruher Künstler Prof. Dr. H. Volz geschaffene Bronzetafel mit seinem Bildnis gewidmet worden. Auf der zugehörigen Urkunde finden sich über hundert Namen, darunter so berühmte wie Moritz Cantor, Richard Dedekind, Kurt Hensel, David Hilbert, Adolf Hurwitz, Felix Klein, Ludolf Krehl, Eduard Landau, Philipp Lenard, Max Noether, Friedrich Schur.

Die alte Bronzetafel hing im Lesesaal des Mathematischen Instituts im Friedrichsbau in der Hauptstraße, wurde aber im Zuge der Vorbereitungen zur 550. Jahresfeier der Ruperto Carola im Jahre 1936 aus politischen Gründen entfernt; Leo Koenigsberger war jüdischer Bürger. Zeitzeugen berichteten, dass die Bronzeplakette während des Krieges eingeschmolzen wurde. Einem dieser Zeitzeugen, Herbert Seifert, gelang es jedoch, eine Fotografie der Plakette anzufertigen, bevor sie entfernt wurde.

Aus Anlass des zur Zeit stattfindenden Jahreskongresses der DMV wandten sich Mitglieder des Mathematisches Instituts an den Rektor mit der Bitte um Unterstützung bei dem Anliegen, eine Reproduktion des ursprünglichen Bildnisses herzustellen, um in angemessener Weise an Leo Koenigsberger zu erinnern.

Dem vom Rektor Prof. Dr. Dr. h.c. Peter Hommelhoff eingeschalteten Ehrenbürger der Ruperto Carola, Dr. Dr. Peter Volz, gelang es auf Grund seiner Kenntnisse in Numismatik, im Badischen Landesmuseum eine kleine Variante der Plakette aufzufinden. Ein zweites Exemplar fand sich später auch in einer der Glasvitrinen der Bel Etage des Rektorats. Die aufwändige Idee, eine Vergrößerung herzustellen, erübrigte sich, als der Leiter des Universitätsarchivs, Dr. Werner Moritz, dem Dr. Volz von seinen Recherchen berichtet hatte, das Original der Koenigsberger-Bronzetafel in seinem Archiv vorfand, das dort 68 Jahre verwahrt worden war.

Als Dank für die außergewöhnlichen Leistungen des Universitätsarchivs übergab das Mathematische Institut die Gedenkurkunde von 1914 dem Universitätsarchiv.

Die mit Unterstützung von Dr. Frieder Hepp, Direktor des Kurpfälzischen Museums, wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzte Bronzeplakette wurde im Rahmen einer Sonderveranstaltung auf dem Kongress unter dem Titel "1804 – 1904 – 2004" präsentiert.

Der Begleittext von Dr. Dr. Peter Volz zur Tafel lautet: "Professor Dr. phil. Dr. phil. nat. h.c. Leo Koenigsberger, 1837 Posen – 1921 Heidelberg, Ordinarius für Mathematik an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg 1869-1875 und 1884-1914, Gründer des Mathematisch-Physikalischen Seminars zusammen mit Kirchhoff 1869, Prorektor 1894-1895, Gründungsvorsitzender der Heidelberger Akademie der Wissenschaften 1909, Vorsitz in der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Klasse 1909-1916. Bronze-Tafel anlässlich seines fünfzigjährigen Professorenjubiläums 1914, von Hermann Volz, 1847-1941, Karlsruhe. Leihgabe des Universitätsarchivs."

(Hinweis für die Medien: Bildmaterial kann angefordert werden unter: presse@rektorat.uni-heidelberg.de)

Weitere Informationen:
Dr. Rolf Busam
Mathematisches Institut der Universität Heidelberg
Tel. 06221-545759
busam@mathi.uni-heidelberg.de

Rückfragen von Journalisten auch an:
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
http://www.uni-heidelberg.de/presse

und
Irene Thewalt
Pressestelle der Universität
Tel. 542311
presse@rektorat.uni-heidelberg.de


Page maintained by Pressestelle der Universität Heidelberg,
presse@rektorat.uni-heidelberg.de.
Copyright © Pressestelle der Universität Heidelberg.

Zurück

Top

Universität | Fakultäten | Einrichtungen | Studium | Forschung und Kooperation
Stellenmarkt | Termine | Intern | Presse | Alumni/Fördervereine | Projekt IMPULSE
Neues im Netz | Kontakt | Suche | Überblick | English