Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Startseite der Universität
Presse-Kontakt, WWW-Team Volltext-Suche, E-Mail-Suche, Datenbank-Suche Alle Seiten im Überblick English
Besucher, Internationale Beziehungen, Heidelberg und RegionStartseiten der FakultätenAufbau der Universität, Personalverzeichnis, ServiceeinrichtungenFächerübersicht, Beratung, Informationen für ausländische StudierendeProjekte, Publikationen, Technologietransfer

Startseite > Presse >

 
31. August 2004

In der Mantelgasse begann eine große Karriere

Auf den Spuren des Ethnologen Franz Boas in der Altstadt – Gründer der akademischen Anthropologie studierte in Heidelberg

In diesem Haus in der Mantelgasse 19 wohnte Franz Boas als Student

In diesem Haus in der Mantelgasse 19 wohnte Franz Boas als Student. Foto: vaf

Als der spätere Ethnologe Franz Boas sich 1877 an der Ruprecht-Karls-Universität immatrikulierte, ahnte er nicht, dass er in den USA als Gründer der akademischen Anthropologie in die Geschichte eingehen würde. Recherchen in den Archiven der Stadt und der Universität Heidelberg führen zu dem Haus Nr. 19 in der Großen Mantelgasse, wo Boas sein erstes Studiensemester der Philosophie verbrachte.

Von fremden Kulturen...

Er begeisterte sich für Naturwissenschaften, Fechtunterricht und Kneipenabende, sein Interesse an fremden Kulturen und ihrer Erforschung entwickelte sich erst bei einem Forschungsaufenthalt bei den Inuit in Kanada. Denk- und Lebensweisen anderer Kulturen zu verstehen und zu vermitteln, aber nicht nach externen Maßstäben zu bewerten, wurde zu seinem Lebensziel.

1899 erhielt der inzwischen in die USA emigrierte Wissenschaftler eine feste Lehranstellung an der Columbia University, New York, und trug durch seine Arbeit wesentlich zur Etablierung der "Wissenschaft vom Menschen" bei. Erheblich war auch sein außeruniversitäres Engagement : auf politischer und gesellschaftlicher Ebene stellte Boas sich vor allem gegen die Diskriminierung von Minderheiten, z.B. der afroamerikanischen Bevölkerungsgruppe.

Mit Hilfe seiner wissenschaftlichen Erkenntnisse konnte er damals herrschende Vorurteile gegen die angeblich biologisch bedingte Rückständigkeit der "schwarzen Rasse" jede objektive Grundlage nehmen. Sein Werk "The Mind of Primitive Man" von 1911 wurde deshalb auch als "Magna Charta der Rassengleichheit" bezeichnet und gilt als Meilenstein einer veränderten Haltung zur Rassenfrage. Der von Franz Boas mitgetragene liberale Antirassismus mündete 1964 in die Neuformulierung der Bürgerrechte seitens der amerikanischen Regierung.

Zu Heidelberger Zeiten beschäftigten den jungen Boas allerdings noch ganz andere Probleme. Von seinem Zimmer in der Großen Mantelgasse aus hatte er es nicht weit in die Kneipen der Altstadt, was ihm mehr als ein Mal zum Verhängnis wurde.

So wurde er z.B. zu drei Tagen Karzer verurteilt, nachdem er mit Freunden fröhlich-betrunken von einem Bierkeller nach Hause wankte und Spaß daran fand, Gasstraßenlaternen zu löschen.

...sehr begeistert

Auch um die berüchtigten Fechtduelle kam Boas nicht herum, wobei er später gerne berichtete, er hätte sich die Gesichtsnarben bei einem Kampf mit einem Eisbären zugezogen.

Alles in allem ein durchschnittlicher Student, der sich nicht nur in seinen Büchern vergrub – und gleichzeitig ein gutes Beispiel dafür, dass Exzesse in den Studienjahren eine spätere Karriere nicht ausschließen.
Saskia Send

Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
http://www.uni-heidelberg.de/presse

und
Irene Thewalt
Pressestelle der Universität
Tel. 542311
presse@rektorat.uni-heidelberg.de


Page maintained by Pressestelle der Universität Heidelberg,
presse@rektorat.uni-heidelberg.de.
Copyright © Pressestelle der Universität Heidelberg.

Zurück

Top

Universität | Fakultäten | Einrichtungen | Studium | Forschung und Kooperation
Stellenmarkt | Termine | Intern | Presse | Alumni/Fördervereine | Projekt IMPULSE
Neues im Netz | Kontakt | Suche | Überblick | English