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14. August 2004

Weltverbesserer nur noch durch Auswahlverfahren

Neben 19 anderen Fächern wird nun auch in Ethnologie nach örtlichem Numerus clausus ausgesucht – Aktivitäten statt Noten

Das Studium ist ein ständiger Wettkampf. Um den besten Platz im Hörsaal, mit den Professoren, wegen der Referatsthemen. Doch der Wettbewerbsgedanke erwacht nicht erst mit der Einschreibung an der Hochschule. Schließlich setzt der "Wettkampf um die besten Köpfe" mit den Auswahlverfahren ein. 19 Fächer unterlagen bisher einem örtlichen Numerus Clausus der Uni Heidelberg. Nun gesellt sich wieder eins dazu: auch für Ethnologie müssen die angehenden Studenten ein Auswahlverfahren-Bogen ausfüllen. Für 100 von ihnen öffnen sich ab Oktober die Türen des kleinen Instituts in der Sandgasse.

War das ethnologische Institut Heidelbergs eines der wenigen in Deutschland, das ohne ein NC auskam, ändern sich nun auch hier die Zeiten. Zu viele Studenten, zu wenig Dozenten. "Wir mussten auf die Bremse gehen", sagt Institutsleiter Jürg Wassmann. Doch richtig zufrieden klingt der Ethnologe nicht. "Ich war lange Zeit sehr gegen ein Auswahlverfahren. Das Fach sollte jeder studieren, der neugierig auf fremde Kulturen ist. Weltverbesserer also, keine Erbsenzähler. Mit einer Auswahl versperrt man einigen den Zugang, könnte man meinen", erklärt er weiter.

Doch der Wissensdrang nach Ethnologie scheint von Jahr zu Jahr zuzunehmen. Mittlerweile kämen auf einen Dozenten rund 130 Studenten. "Das geht so nicht weiter", sagt Wassmann. Und genau hier setzt die Uni-Politik ein: "Unser erklärtes Ziel ist es, die besten Leute nach Heidelberg zu holen", berichtet Michael Schwarz, Pressesprecher der Universität. Der örtliche Numerus clausus sei dafür das wichtigste Instrument. "Die Verfahren sind von der Hochschulvergabeverordnung vorgeschrieben und werden vom jeweiligen Fach entsprechend angepasst", sagt Schwarz. Was für die angehenden Ethnologen folgendes bedeutet: Die Abi-Noten in den Fächern wie Deutsch, Fremdsprache, Erdkunde und Sozialkunde werden zweifach, die Mathenote einfach gewertet. Dazu nehmen außerschulische Aktivitäten, dreimonatige Praktika in einer entwicklungspolitisch engagierten Einrichtung oder ein studienbezogener Aufenthalt im Ausland und das Beherrschen einer Fremdsprache, die nicht auf dem Schulstundenplan stand, die Hälfte der Auswahl-Bewertung ein. Auch eine Berufsausbildung im Medien- oder Kulturbereich bringt Pluspunkte für das Studium.

"Nach Noten auszuwählen wäre total blödsinnig. Deswegen haben wir uns dafür eingesetzt, dass besonders die Aktivitäten neben der Schule in die Auswahl miteinfließen", erklärt Wassmann. "Auch ich hätte mit meinem Abi-Schnitt von 2,7 wohl kaum eine Auswahl nur nach Note erfolgreich bestanden", lächelt der gebürtige Schweizer. Dafür sei er vor seinem Studium schon nach Schweden gereist und habe Schwedisch gesprochen. "Damit hätte ich schon eher in das Verfahren von heute reingepasst."

Wassmann könne mit den "fairen Kriterien" leben. Einige seiner Studenten nicht. "Das Fach, das auf Vielfalt setzt, will jetzt auch nur noch die Elite ausbilden", sagt Miriam ein wenig verdrossen. Die "Buntheit" der Studenten sei genau das, was das Institut für die Drittsemesterin ausmacht. Nun befürchtet sie, dass das verloren geht. Alex sieht das pragmatischer: "Wir sind einfach zu viele. Klar, dass da die Notbremse gezogen wird. Und die Auswahl-Kriterien sind schon in Ordnung", sagt der 23-Jährige und will "erst mal abwarten". Abwarten, während der "Wettkampf um die besten Köpfe" weitergeht. Denn nach und nach will die Universität alle Studenten selbst aussuchen. "40 Prozent werden jetzt schon von uns ausgewählt. In Zukunft sollen es noch mehr werden", erklärt Michael Schwarz.
Von Inna Hartwich

Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
http://www.uni-heidelberg.de/presse


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