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26. August 2004

Kleinplanet nach Heidelberger Astrophysiker benannt

Die Internationale Astronomische Union, das Weltgremium der professionellen Astronomen, hat kürzlich einen Kleinplaneten nach Professor Bodo Baschek vom Institut für Theoretische Astrophysik der Universität Heidelberg benannt

Die drei ersten Aufnahmen des Kleinplaneten Baschek vom 8. August 2002

Die drei ersten Aufnahmen des Kleinplaneten Baschek vom 8. August 2002. Die Auswertung der Aufnahmen, die zur Entdeckung führte, erfolgte Anfang 2003. Die drei Bilder zeigen jeweils den gleichen Himmelsausschnitt mit dem Kleinplaneten im Abstand von jeweils 15 Minuten. Man sieht klar, wie sich (78429) Baschek relativ zu den Fixsternen bewegt. (78429) ist dabei die Nummer des Kleinplaneten. © NEAT & Sebastian F. Hönig 2003


Diese große Ehre wurde insbesondere mit Bascheks grundlegenden Beiträgen zum Strahlungstransport in Sternatmosphären sowie zur Ausbildung von Astronomiestudenten begründet. Bascheks Lehrbuch "Der Neue Kosmos" gilt international als eines der Standardwerke zur Einführung in die Astronomie und Astrophysik.

Kleinplaneten sind Mitglieder des Sonnensystems, ähnlich den großen Planeten, wie zum Beispiel der Erde. Allerdings sind sie kleiner, die meisten von ihnen nur wenige Kilometer groß. Kleinplaneten, oder Asteroiden, können überall im Sonnensystem vorkommen, der größte Teil von ihnen befindet sich aber zwischen den Planeten Mars und Jupiter. Man weiß zwar nicht genau, wie viele von ihnen es gibt, schätzt ihre Zahl aber im Millionenbereich.

Bei etwa 80 000 Kleinplaneten kennt man die Bahn um die Sonne gut genug, dass man sie auch nach Jahren und Jahrzehnten problemlos wieder finden kann. Wenn bei einem Asteroiden die Bahn so gut bekannt ist, dann wird er erst einmal mit einer fortlaufenden Nummer versehen, die bereits eine eindeutige Identifikation erlaubt.

Bei solchen nummerierten Kleinplaneten hat der Entdecker dann das Recht, einen Namen vorzuschlagen, der aber von der IAU bestätigt werden muss. Erst dann ist dieser Name offiziell gültig. Bisher sind nur rund 10 000 Kleinplaneten benannt. Der Kleinplanet, der nun den Namen von Professor Baschek trägt wurde 2003 von Sebastian Hönig, einem Studenten der Physik der Heidelberger Universität, entdeckt, der sich auch als Amateurastronom schon einen Namen gemacht hat. Sebastian Hönig gehört derzeit zu den erfolgreichsten Entdeckern von Kleinplaneten und Kometen. Über die unmittelbaren Fachkollegen hinaus bekannt wurde Hönig insbesondere 2002, als er als erster Amateurastronom nach über einem halben Jahrhundert von Deutschland aus wieder einen Kometen entdeckte.

Im Mittel ist der Kleinplanet Baschek drei Mal weiter von der Sonne entfernt als die Erde, also knapp 500 Millionen Kilometer. Auf dieser Bahn umrundet er die Sonne in etwas mehr als fünf Jahren. Der Durchmesser des Objekts ist zwar noch nicht genau bekannt, kann aber zu rund drei Kilometern abgeschätzt werden. Mit diesen Bahnelementen gehört der Kleinplanet zur Hauptgruppe der Asteroiden. Man kann diesen Kleinplaneten – wie praktisch alle anderen auch – zwar nicht mit dem bloßen Auge erkennen, er ist aber jetzt, da seine Bahn gut bekannt ist, mit modernen Instrumenten ein leicht aufzufindender Himmelskörper.

Rückfragen bitte an
Prof. Dr. Wolfgang J. Duschl
Institut für Theoretische Astrophysik der Universität Heidelberg
wjd@ita.uni-heidelberg.de

Rückfragen von Journalisten auch an:
Irene Thewalt
Pressestelle der Universität
Tel. 542311
presse@rektorat.uni-heidelberg.de


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