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3. August 2004

Chinesische Provinz interessiert sich für Baden-Württemberg

Eröffnungsfeier des Qualifizierungsprogramms für hohe Führungskräfte der chinesischen Provinz Jiangsu am 29. Juli 2004 – Universität Heidelberg und Führungsakademie Baden-Württemberg vermitteln Kenntnisse über deutsches Rechts- und Verwaltungssystem

"Wir möchten nicht nur Wissen weitergeben, sondern vermitteln, wie auf theoretischer Grundlage zukunftsfähige Entscheidungen getroffen werden können und verantwortliche Leitungsbefugnisse wahrzunehmen sind", sagte Professor Hartmut Sangmeister zum Ziel des ersten Qualifizierungsprogramms für hohe Führungskräfte der chinesischen Provinz Jiangsu. Sangmeister ist Studienleiter des Pilotprojekts, das durch das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg angeregt wurde. Die Führungsakademie Baden-Württemberg und die Universität Heidelberg erarbeiteten ein Seminarprogramm, in dem Kenntnisse über das deutsche Rechts- und Verwaltungssystem vermittelt werden. Das Fortbildungsseminar findet vom 28. Juli bis 6. September in Heidelberg statt. Delegationsleiter der chinesischen Gruppe ist Herr Zhong Kun, Zweiter Bürgermeister der Stadt Lianyungang, auch die anderen 29 Teilnehmer bekleiden Führungspositionen auf Bürgermeister- oder Abteilungsleiterebene.

"Die Zusammensetzung der Teilnehmer zeigt, dass das Seminar in die ganze Breite der Provinzverwaltung hineinwirken soll", sagte Wolfgang Müller-Koelbl, Leiter des Referats Außenwirtschaft des Baden-Württembergischen Wirtschaftsministeriums, auf der Eröffnungsfeier in der Alten Aula der Universität Heidelberg am 29. Juli. Seit 15 Jahren bestehe eine enge wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Baden-Württemberg und der chinesischen Provinz Jiangsu. Beide Länder unterhalten Landesvertretungen, die Projekte im jeweiligen Partnerland unterstützen. Das Ergebnis seien zahlreiche Beziehungen zwischen den Unternehmen beider Länder. Jiangsu liegt an der Ostküste Chinas und ist eine von 31 Provinzen, mit einer Einwohnerzahl von 72 Millionen Menschen auf einer Fläche von 100 000 Quadratkilometern, was in etwa der Größe Ungarns entspricht. "Nahezu 50 Baden-Württembergische Firmen sind in Jiangsu tätig", so Müller-Koelbl. Darum sei man der Bitte zur Ausbildung der chinesischen Verwaltungskräfte gerne nachgekommen. Die Führungsakademie Baden-Württemberg, eine Einrichtung zur Ausbildung höherer Beamter der Landesregierung, und die Universität Heidelberg hätten die Vorschläge sofort aufgegriffen. Man verspreche sich durch das Qualifizierungsprogramm wichtige Impulse für die künftige wirtschaftliche Zusammenarbeit. "Das Ziel ist ein Netzwerk von Freunden Baden-Württembergs in der Provinz Jiangsu", sagte Müller-Koelbl.

Das sechswöchige Programm vermittelt grundlegende Kenntnisse und Einblicke in das politisch-rechtliche System, den Verwaltungsaufbau und das Verwaltungsmanagement in Deutschland. Durchgeführt werden die Seminareinheiten von Dozenten der Universität Heidelberg, der Fachhochschule für Öffentliche Verwaltung in Kehl, der Fachhochschule Ludwigsburg, der Berufsakademie Mannheim und der Führungsakademie Baden-Württemberg. Der Praxisbezug ist über Exkursionen zu Behörden und Institutionen in die nähere und weitere Umgebung sicher gestellt, etwa zum Bundesverfassungsgericht nach Karlsruhe, zum Wirtschaftsministerium nach Stuttgart, zur Deutschen Bundesbank nach Frankfurt sowie zu kommunalen Einrichtungen in Baden-Württemberg. Auch Unternehmensbesuche bei Heidelberg Cement und DaimlerChrysler stehen auf der Agenda.

Die Begrüßung der Gäste übernahm Prorektor Angelos Chaniotis: "Die Führungsaufgaben einer Universität sind mit denen wirtschaftlicher und politischer Einrichtungen vergleichbar". Der Erste Bürgermeister der Stadt Heidelberg, Professor Raban von der Malsburg, richtete ebenfalls ein Grußwort an die chinesischen Führungskräfte und lud sie zu einem Besuch des Rathauses ein: "Ich freue mich, solch hochrangige Gäste aus dem ältesten und bedeutendsten Kulturkreis der Erde begrüßen zu können", sagte er. Als weitere Redner sprachen Zhu Wanjin, chinesischer Botschaftsrat, und Thomas E. Berg, Generalsekretär der Führungsakademie Baden-Württemberg. Mit den USA würden schon seit sieben Jahren vergleichbare Verwaltungsfortbildungen für China organisiert, sagte Zhu Wanjin.

"Kriterium war der international gute Ruf der Universität und die Geschichte und Tradition der Stadt", sagte Zhong Kun zu den Gründen, weshalb die chinesische Delegation um eine Zusammenarbeit mit der Universität Heidelberg gebeten hatte. Die öffentliche Verwaltung in Deutschland genieße weltweit ein hohes Ansehen, so Zhong Kun. "Das Beamtensystem in Deutschland ist für mich besonders interessant", erläuterte der Delegationsleiter. Unterschiede zu China gäbe es vor allem bei den Kompetenzen und der Rolle der Behörden. "Deutsche Verwaltungen sind eher helfende Institutionen", sagte Zhong Kun. Was schließlich auch an den unterschiedlichen politischen Systemen liege. "Deswegen ist es uns sehr wichtig, die Funktionen und die Arbeitsweise deutscher Verwaltungen kennen zu lernen", so Zhong Kun.
Jochen Schlabing

Informationen:
Akademie für Wissenschaftliche Weiterbildung
Petra Nellen
Tel. 06221 – 54 78 10
nellen@uni-hd.de

Führungsakademie Baden Württemberg
Gabriele Fröhlich
Tel. 0621 – 48 36 68
froehlich-mannheim@t-online.de

Universität Heidelberg, Alfred
-Weber-Institut
Prof. Dr. Hartmut Sangmeister Tel. 06221 – 54 29 25 und – 29 24 (Sekretariat)
hartmut.sangmeister@urz.uni-heidelberg.de

Rückfragen von Journalisten auch an:
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
http://www.uni-heidelberg.de/presse

und
Irene Thewalt
Pressestelle der Universität
Tel. 542311
presse@rektorat.uni-heidelberg.de


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