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30. August 2004

Sieben Graimberg-Stiche des Schlosses kehren nach Heidelberg zurück

Über 50 Jahre befanden sich sieben Stahlstiche des Heidelberger Schlosses von Charles de Graimberg im Besitz des Amerikaners Dr. Hans J. Zwang, der Anfang der fünfziger Jahre an der Universität Heidelberg studierte – Am Samstag, dem 28. August 2004, kehrten die Stiche nun in die Neckarstadt zurück

Bernd Westphal und Prof. Dr. Peter Hommelhoff bei der Übergabe der Stahlstiche

Der Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland in San Fransisco, Bernd Westphal und Prof. Dr. Peter Hommelhoff bei der Übergabe der Stahlstiche. Foto : Welker


Hans J. Zwang, der ursprünglich als jüdischer Emigrant das Deutsche Reich verlassen hatte, war nach dem Zweiten Weltkrieg als Angehöriger der US-amerikanischen Streitkräfte nach Deutschland zurückgekehrt. Nach dem Ende der aktiven Dienstzeit blieb der gebürtige Mannheimer jedoch in Heidelberg, wo er ein Medizinstudium begann. Seine Kontakte zur Armee rissen dabei nicht ab, wodurch 1950 oder 51 – so genau kann sich der Pensionär heute nicht mehr erinnern – sieben Stahlstiche in seinen Besitz gelangten, die er von einem Mitglied der US-Militärverwaltung erhielt. Natürlich nahm er sie später mit nach Amerika, wo die Stiche, deren exaktes Alter unbekannt ist, über Jahrzehnte vergessen in einem großen Koffer lagen. Erst im vergangenen Jahr stieß Hans J. Zwang, der heute als pensionierter Mediziner in Kalifornien lebt, zufällig auf die Werke.

Einer der Stahlstiche

Foto : Welker


Er wandte sich daraufhin im April 2004 an den Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland in San Fransisco, Herrn Bernd Westphal. Dieser wiederum nahm Kontakt mit Prof. Peter Hommelhoff auf, dem Rektor der Universität Heidelberg. Denn Hans J. Zwang hatte deutlich gemacht, dass er die Stiche seiner alten Hochschule schenken möchte – und nicht einem Museum, wie man hätte vermuten können. Immerhin hat Charles de Graimberg mit seinen umfangreichen Sammlungen den Grundstock des städtischen Kurpfälzischen Museums gelegt, wo auch der schriftliche Nachlass jenes für das Heidelberger Schloss so wichtigen Mannes aufbewahrt wird.

Nach der Zerstörung des Schlosses 1689 und 1693 durch französische Truppen, sowie dem angedachten Abbruch der Ruine, war der Glanz der Heidelberger Residenz verblasst. Trotz einiger Versuche zur Instandsetzung verfiel die Ruine zusehends und diente zeitweise als Steinbruch, Spielplatz und Unterschlupf zwielichtiger Gestalten.

Erst Graf Charles de Graimberg bemühte sich um den Erhalt der Gebäudereste. Eigentlich auf der Durchreise, lebte er von 1810-1823 auf dem Schloss, das bereits im Besitz der Universität war, und blieb bis zu seinem Tod eng mit Heidelberg verbunden. Erst seine exzellenten Zeichnungen machten die Anlage einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich, so dass man sich schließlich auch von staatlicher Seite um den Erhalt bemühte. Der Bewahrung der Ruine diente auch die kommerzielle Nutzung der von Graimberg angefertigten Stiche, die Anfang des 19. Jahrhunderts in großer Zahl kursierten. Insofern braucht sich Herr Dr. Zwang auch keine Gedanken zu machen, möglicherweise an geraubte Kunst geraten zu sein. Denn dafür war der kommerzielle Vertrieb bereits vor 180 Jahren zu stark ausgeprägt – was jedoch keineswegs den Wert der Stiche schmälert, die ein Zeitdokument ersten Ranges darstellen. Immerhin waren es vor allem Graimbergs Werke, die das Heidelberger Schloss in aller Welt als romantische Anlage berühmt machten.

Am Samstag, dem 28. August 2004, wurden die sieben Stahlstiche des Schlosses von Bernd Westphal dem Rektor der Universität, Prof. Peter Hommelhoff, übergeben. Bernd Westphal, der in diesen Tagen auch wegen der jährlichen Botschafterkonferenz im Auswärtigen Amt nach Deutschland reiste, brachte die Stiche selbst mit über den Atlantik. Nach Ihrer Rückkehr sollen sie restauriert werden und einen geeigneten Platz in den Räumlichkeiten der Alten Universität finden – genau so, wie es Hans J. Zwang wünscht, der sich auch nach einem halben Jahrhundert noch immer eng mit seiner Alma Mater verbunden fühlt.
Heiko P. Wacker

Rückfragen von Journalisten bitte an:
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Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
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