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10. August 2004

Noch ist Petra Dallmann fast gar nicht aufgeregt

Am Samstag feiert die Schwimmerin, Medizinstudentin an der Universität Heidelberg, ihr Olympia-Debüt

An manchen Tagen vergisst es Petra Dallmann. "Und dann sehe ich wieder Olympia-Werbung im Fernsehen und denke: Mensch, du bist dabei." Die 25-jährige Medizinstudentin aus Handschuhsheim taucht am Samstag zum ersten Mal ins olympische Open-Air-Becken ein. Sie hat sich bei den deutschen Schwimm-Meisterschaften mit ihren dritten Rängen über 100 und 200 m Kraul für die beiden deutschen Freistil-Staffeln von Athen qualifiziert. Für Dallmann, die Spätstarterin, die vor zwei Jahren von Freiburg an den Olympia-Stützpunkt nach Heidelberg kam, sind es die ersten Olympischen Spiele. "Aber bislang bin ich weniger aufgeregt als vor den deutschen Meisterschaften."

In Berlin ging es vor zwei Monaten um die begehrten Tickets. "Da war der Druck unheimlich groß", erinnert sie sich, "aber jetzt habe ich es geschafft und bin dabei." Ihre Klubkollegin Simone Weiler vom SV Nikar Heidelberg scheiterte seinerzeit an den strengen Qualifikationskriterien, obwohl sie auf zwei Strecken die Norm unterboten hatte – doch die Platzierung reichte nicht. "Das war ganz bitter", bedauert Petra Dallmann, ihre Freundin in Athen nicht dabei zu haben.

Unterstützung hat sie aber trotzdem. Vater Bernd und Mutter Gudrun fahren mit – und auch Heimtrainer Dr. Michael Spikermann. Für den badischen Landescoach aus Rimbach ist es die erste Berufung in den olympischen Trainerstab, aber nicht die erste Olympiade. 1992 betreute er in Barcelona Nikar-Schwimmer Mark Pinger (Bronze mit der Staffel) und vor vier Jahren Simone Weiler. "Damals war ich aber als Privatmann dabei, quasi ein besserer Zuschauer mit Stoppuhr", sagt der 45-Jährige. "Es spricht für ihn, dass er ausgewählt wurde", freut sich Petra Dallmann, die sich bei den Weltmeisterschaften im letzten Jahr unter einem fremden Trainer "nicht so wohlgefühlt" hatte.

Doch eine optimale Betreuung ist gerade für Dallmann wichtig. "Als Staffelstarterin ist der Druck ungleich höher als bei einem Einzelstart", sagt sie, "denn wenn du es versaust, dann leiden auch die anderen darunter." Und: Die Staffeln gelten in Athen als große Medaillenhoffnung. "Vor allem über 4x200 m Freistil sieht es ganz gut aus", sagt Spikermann. Auch Petra Dallmann ist optimistisch, will unbedingt mit Edelmetall heimkehren: "Wir hatten noch nie so viele Schwimmerinnen unter zwei Minuten."

Über 4x100 m sei die Konkurrenz dagegen gewaltig. "Addiert man die Einzelzeiten, die die Australierinnen im Vorfeld geschwommen haben, dann liegen sie deutlich unter Weltrekord", sagt Spikermann. Die USA seien Favorit für Platz zwei. "Und um Bronze dürften wir uns mit Großbritannien, China und Schweden schlagen."

Und das sind für Petra Dallmann nicht die einzigen Hindernisse auf dem Weg zu einer Medaille. "Die Entscheidung, wer in den Staffeln schwimmt, ist noch nicht endgültig gefallen", erklärt sie, "das hängt auch von der aktuellen Form in den Vorläufen ab." Die sollte bei Petra Dallmann aber gut sein. Im letzten nationalen Härtetest vor zwei Wochen in Hannover war die Heidelbergerin die Beste der potenziellen Kandidaten. "Sie war so schnell wie noch nie im Vorfeld einer internationalen Meisterschaft", sagt Spikermann. Zudem sei sein Schützling als Staffelstarterin begehrt. "Sie ist nervenstark und in der Mannschaft sehr angesehen, weil sie mit beiden Beinen im Leben steht, ihr Studium macht und dabei noch auf höchsten Niveau Sport treibt", sagt ihr Trainer, "und sie zickt nicht rum."

Staffeln als Medaillenhoffnung

So wie es ihre Kolleginnen vor vier Jahren bei der Olympia-Pleite in Sydney getan hatten. "Damals waren die Erwartungen nach einer deutschen Meisterschaft mit vielen Rekorden sehr hoch", sagt Spikermann, "aber die Schwimmer konnten ihre Zeiten bis Olympia nicht steigern, im Gegenteil."

Diesmal soll das anders sein. Vom 4. bis 10. August sind die DSV-Asse nochmals ins Trainingslager nach Mallorca geflogen. Auch, um sich auf die hohen Temperaturen im Athener Freiluft-Stadion einzustellen. Am Mittwoch geht's weiter nach Griechenland. Schon Am Samstag folgt der erste Start mit der 4x100 m-Staffel, am Mittwoch nächster Woche stehen die 4x200 m auf dem Programm. Am 21. August, dem Schlusstag der Schwimm-Wettbewerbe, bietet sich Petra Dallmann dann vielleicht noch die Chance, auch die 4x100 m-Lagenstaffel zu schwimmen. "Da muss es zuvor aber schon sehr gut für mich laufen", sagt die Heidelbergerin.

Was nach Olympia kommt, das lässt Petra Dallmann noch offen. Zwei Jahre will sie auf jeden Fall dranhängen. Doch ihr Fokus wird sich in nächster Zeit vor allem aufs Studium richten. Im März macht sie ihr zweites Staatsexamen und danach ihr praktisches Jahr im Krankenhaus. Trotz ihres zeitaufwändigen Sports mit bis zu zwei Trainingseinheiten pro Tag, hat sie im Studium nur halbes Jahr verloren. Das lag auch an der guten Kooperation mit der Uni Heidelberg. "Zudem müssen wir der Stadt für die Bereitstellung der Schwimmflächen und dem Olympiastützpunkt danken", sagt Spikermann. Beispielsweise hat OSP-Physiotherapeutin Eleni Coskina die Schwimmer auf vielen Wettkämpfen begleitet.
Claus Weber

Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
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