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13. Juli 2004

"Mit Vulkanologe wär' das nicht passiert"

Junior-Redaktion der Kinder-Uni interviewte Wissenschaftlerin Angela Helbling über Pompeji und Co.

Die Vulkan-Expertin Angela Helbling

Die Vulkan-Expertin Angela Helbling stand den Nachwuchs-Journalisten der Kinder-Uni im Netz Rede und Antwort. Foto: Welker

"Hätten die alten Römer schon Vulkanologen gehabt, wären nicht so viele Menschen in Pompeji gestorben", erklärt die Vulkanologin Angela Helbling den Jung-Redakteuren der Kinder-Uni im Netz und zeigt so auch gleich die Bedeutung ihres Berufes auf.

Überhaupt fand es Tania aus der Kinder-Redaktion gut, dass endlich einmal eine Wissenschaftlerin interviewt wurde, wo doch sonst das männliche Geschlecht im Wissenschaftsbetrieb überwiegt. Und die Doktorandin am Mineralogischen Instituts der Universität Heidelberg stand den Kinder-Redakteuren zu allen möglichen Dingen rund um Vulkane und dem damit verbundenen Beruf Rede und Antwort.

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Erdkunde sei eigentlich nicht so ganz ihr Lieblingsfach gewesen, erinnert sich Angela Helbling an ihre Schulzeit, auch wenn ihr Interesse an den Vulkanen schon im Alter von zehn Jahren geweckt wurde. Damals bekam sie von ihrem Vater ein Buch über die Feuer speienden Berge geschenkt, und das tat ihr sogar noch während ihres Geologie-Studiums gute Dienste. Neben der Geologie sind aber auch gute Kenntnisse in Mathematik, Chemie und Physik für einen Vulkanologen selbstverständlich. Allerdings ist auch der Computer aus dieser Wissenschaft nicht mehr wegzudenken.

In ihrer Doktorarbeit erforscht Angela Helbling einen Vulkan auf der griechischen Insel Lesbos, der bereits vor etwa 17 Millionen Jahren erloschen ist. Aus den vulkanischen Gesteinen auf der Insel kann die Vulkanforscherin aber auf die Art und Dauer der Ausbrüche schließen. "Der Vulkan auf der Insel Lesbos gehörte zur gefährlicheren Sorte", erläutert Angela Helbling, denn seine Ausbrüche waren mit der Bildung von so genannten Ignimbriten, zu deutsch Glutwolken, verbunden. Ignimbrite entstehen, indem heiße Lavafetzen, Asche und auch größere Gesteinsbrocken bei einem Ausbruch weit in die Höhe geschleudert werden. Lässt dann der Ausbruch und somit auch der Druck von unten nach, bricht die Gesteinssäule in sich zusammen, und es entsteht eine Art Lawine, die sich mit Geschwindigkeiten von mehreren 100 Kilometer pro Stunde, an den Hängen des Vulkans hinab bewegt. "Da kann sich niemand mehr retten", fasst die Geowissenschaftlerin die Auswirkungen solch verheerender Vulkan-Ausbrüche zusammen und kann zum allgemeinen Erstaunen auch noch anfügen, dass sich solche Ignimbrite bis zu 1000 Kilometer weit ausbreiten können.

Als eindrucksvollstes Erlebnis bezeichnet sie aber den Besuch aktiver Vulkane, wie etwa des großen Kraters des Ätna oder des Kilauea auf Hawaii mit seinem See aus flüssiger Lava. Die Lavaströme hatten es den Jung-Journalisten besonders angetan, und so wollten sie wissen, ob es Möglichkeiten gibt, solche glühendheißen Gesteinsmassen irgendwie zu stoppen. "Aufhalten kann man Lavaströme eigentlich nicht", so Angela Helbling, aber diese Ströme bewegen sich so langsam vorwärts, dass man leicht davor fliehen kann. So hat etwa der schnellste Lavastrom auf Hawaii eine Geschwindigkeit von maximal zehn Kilometer pro Stunde.

Durch den Aufbau von Erdwällen wird häufig probiert, die Lavaströme abzulenken. Im Bereich des Ätna muss dies einigen Dorfbewohnern im letzten Jahrhundert auch öfters gelungen sein. Allerdings wurden die Lavaströme dabei auf andere Dörfer umgeleitet. Das zog dann aber ein Verbot derartiger Maßnahmen nach sich, so dass heute nur von staatlicher Seite in den Lauf der Lavaströme eingegriffen werden darf.
Stefan Zeeh

Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
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und
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