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12. Juli 2004

Der Monsun kommt nicht mehr

Heidelberger und indische Studenten bei gemeinsamem Praktikum – Studienexkursion führt Heidelberger Geographiestudenten nach Indien

Dorfpraktikum im Süden Indiens

Dorfpraktikum im Süden Indiens. Heidelberger und indische Studierende arbeiteten zusammen. Foto: Andreas Mayer


"Der Monsun kommt nicht mehr", erklärt ein Reisbauer den neugierigen Studenten in gebrochenem Englisch. Die armseligen Hütten, die manche schon in den ausgetrockneten Flussbetten des Cauvery-Flusses errichtet haben, scheinen dies zu bestätigen. Doch ohne ausreichend Wasser ist ein ertragreicher Reisanbau nicht möglich und die Nahrungsmittelversorgung gefährdet.

Dies ist nur eines der zahlreichen Probleme, mit dem sich eine Gruppe von 15 Geographiestudenten aus Heidelberg auf einer Studienexkursion nach Indien konfrontiert sahen. Unter der Leitung von Prof. Hans-Georg Bohle, bisheriger Leiter der geographischen Abteilung des Heidelberger Südasien-Instituts, waren die Studenten während der vergangenen Semesterferien vier Wochen lang im Süden des Subkontinents unterwegs. Die so genannte "Große Exkursion" gilt als der Höhepunkt des Geographiestudiums – das wissen meist schon die Erstsemester. Sie soll das an der Universität erworbene Wissen anhand konkreter Beispiele veranschaulichen und die abstrakten Theorien vor Ort mit Leben füllen. Die Studenten sollten danach einen Eindruck davon bekommen haben, wie Probleme vor Ort angegangen werden.

So vielfältig wie die Themengebiete der Geographie waren auch die Programmpunkte der Exkursion. Sie führte die angehenden Geographen zunächst in die Millionenstadt Chennai (Madras), wo der Besuch der Nicht-Regierungs-Organisation Exnora den Studenten die Möglichkeit gab, einige Slums der Stadt kennen zu lernen. Exnora arbeitet eng mit den Bewohnern dieser Gebiete zusammen und liefert laut Bohle ein Beispiel dafür, wie man mit großem Engagement und ehrenamtlicher Hilfe dazu beitragen kann, die Lebenssituation marginalisierter Bevölkerungsgruppen zu verbessern und ihnen Hilfe zur Selbsthilfe anzubieten.

Zentraler Bestandteil der Exkursion war ein Dorfpraktikum zusammen mit indischen Geographiestudenten aus Kumbakonam im südöstlichen Bundesstaat Tamil Nadu. Die angehenden Geographen interessierten sich unter anderem für die Bewässerungswirtschaft, für den Reisanbau und die Probleme, die sich durch die mangelnden Regenfälle der letzten Jahre in den besiedelten Gebieten des Cauvery-Deltas stellen. Heidelberger und indische Studenten machten sich daher in Kleingruppen von Kumbakonam aus auf den Weg in die umgebenden Dörfer. Da die Landbevölkerung in Indien nur selten Englisch spricht, fungierten die indischen Studenten vornehmlich als Übersetzer und erleichterten damit den Heidelbergern den Zugang zu den Menschen erheblich. Viele Fragen von geographischem Interesse konnten somit in direktem Austausch mit den Betroffenen geklärt werden. Erstaunlich sei die Offenheit und die Freundlichkeit der Menschen. Nicht selten wurde man von den Dorfbewohnern nach Hause zu einem Tee eingeladen. "Auch unter erbärmlichen Bedingungen waren wir tief von der Lebensfreude der Bevölkerung angetan", so Bohle.

Überhaupt waren es oft die kleinen Dinge, mit denen Indien seinen Zauber auf die Heidelberger Besucher entwickelte. Die Freundlichkeit gegenüber dem Gast und das ihm entgegengebrachte Interesse, das Lächeln und Zuwinken wildfremder Menschen, der direkte, ungenierte und herzliche Augenkontakt, ein zur Begrüßung in die Haare geflochtener Kranz Jasminblüten – Indien, ein Gott der kleinen Dinge. Doch beeindruckte auch Großes: Der Besuch der Tempelanlagen von Madurai und Thanjavur gehört zweifellos zu den Höhepunkten einer jeden Reise nach Südindien. Imposante, mit unzähligen Götterfiguren verzierte Tempeltürme, Blütenopfer und von Priestern gesungene Mantras, Tempelelefanten und Scharen von Gläubigen – all dies gab den Studenten einen Eindruck davon, wie sehr Indien von der Religiosität seiner Menschen geprägt ist.

Von Tamil Nadu aus führte die Route weiter in den tropischen Bundesstaat Kerala im Südwesten Indiens. Der Einfluss der europäischen Kolonial- und Handelsmächte in der Hafenstadt Cochin stand dort ebenso auf dem Programm wie der Besuch von Kokosfaser-Manufakturen und Plantagen tropischer Nutzpflanzen wie zum Beispiel Kautschuk.
Andreas Mayer

Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
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und
Irene Thewalt
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