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6. Juli 2004

Wenn der Legostein der Luft im Wege ist

Privatdozent Dr. Frank-Michael Müller erklärte bei der Heidelberger Kinder-Uni alles über den Husten und warum er ganz sinnvoll ist

Wenn der Legostein der Luft im Wege ist

So hört sich Husten mit Atemnot an. Dr. Frank-Michael Müller demonstrierte es bei seiner Vorlesung in der Kinder-Universität mit der Hilfe von Luftballons. Foto: Dagmar Welker


Ein ohrenbetäubendes Quietschen und Pfeifen aus 200 fast vollständig zugezogenen Luftballonhälsen schrillte durch den Hörsaal. Dr. Frank-Michael Müller von der Kinderklinik der Universität Heidelberg demonstrierte in seiner Kinder-Uni-Vorlesung mit dem Thema "Was ist Husten", wie es sich anhört, wenn jemand mit Atemnot ausatmet. Dazu eignen sich die zu Beginn der Vorlesung an die Kinder verteilten Luftballons, aus denen nun die Luft langsam herausgelassen wird, ausgezeichnet.

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Auf die Frage, "Wie es denn zu einem Husten kommt?", hatten die Kinder-Studenten zahlreiche Antworten zur Hand: Angefangen von einer Erkältung, über das Rauchen, bis hin zu Infektionen, Allergien, Asthma, Bronchitis und Giftstoffen.

Um den verschiedenen Ursachen des Hustens nachzugehen, mussten aber erst einmal einige Grundlagen des Atmens geklärt werden. Über den Aufbau der Atemwege mit Lunge, Bronchien und Lungenbläschen kam Frank-Michael Müller schnell zu der Frage, wie oft ein Mensch in der Minute atmet. Die Schätzungen der Kinder-Studenten lagen hier mit 30 bis 120 Atemzügen pro Minute viel zu hoch. Denn tatsächlich sind es nur 16 bis 18, erläuterte der Kinderfacharzt und fügte gleich hinzu, dass Neugeborene viel häufiger atmen, nämlich gut 40 mal pro Minute.

Auch bei der Frage, wie viel Liter Luft ein Mensch in 24 Stunden ein- und ausatmet, waren die Schätzungen mit 10 bis 100 Litern Luft weit daneben. Denn es sind tatsächlich 13000 Liter, die ein Mensch pro Tag durch seine Lungen pumpt. Aber welcher Erwachsene hätte da schon die richtige Antwort gewusst? Wenn so viel Luft durch die Atemwege strömt, ist natürlich jede Beeinträchtigung im Luftweg extrem störend – und so kommt es zum Husten. Denn durch das Husten sollen die Atemwege von Schleim oder Fremdkörpern gereinigt werden.

Daher ist der Husten auch keine Krankheit, wie Frank-Michael Müller erläuterte, sondern durch den Husten wird angezeigt, dass etwas im Bereich der Atemwege nicht stimmt. So wird beispielsweise der Keuchhusten durch Bakterien der Art Bordetella pertussis ausgelöst. Diese Bakterien setzen sich im Gewebe fest, vermehren sich kräftigst und führen so zu einer erhöhten Schleimbildung in den Atemwegen. Den dabei auftretenden charakteristischen Husten führte der Kinderarzt anhand eines kurzen, aber beeindruckenden Films vor. Nur gut, dass sich der Keuchhusten, dessen schlimmste Phase zwei bis drei Wochen dauert, mit Antibiotika bekämpfen lässt.

Nicht so leicht ist es da mit der Tuberkulose (Tbc). In Deutschland tritt diese Erkrankung relativ selten auf, nur zehn bis 15 Tbc-Erkrankungen kommen hier auf 100000 Einwohner. Weltweit stellt sich dies aber ganz anders dar. Ein Drittel der Weltbevölkerung hatte nämlich schon mit dieser Krankheit zu tun, und jährlich sterben bis zu zwei Millionen Menschen daran.

Wer hat dies nicht schon erlebt, dass ihm etwas in den "falschen Hals" gerutscht ist, was wiederum einen kräftigen Hustenanfall auslöste. Vom Verschlucken von Fremdkörpern sind allerdings vor allem Kleinkinder im Alter von ein bis zwei Jahren betroffen. Warum allerdings doppelt so viele Jungen wie Mädchen irgendwelche Sachen verschlucken, ist bisher noch ein Rätsel der Wissenschaft. Und was da alles in die Luftwege gelangen kann, erstaunte auch die Kinder-Studenten. Erdnüsse, Karotten- oder Apfelstücke sind ja noch nachzuvollziehen, aber auch Legosteine, Tannennadeln oder Kappen von Schreibstiften werden mit Hilfe einer winzigen Zange aus den Luftwegen herausgeholt.

Als "Uncool" überschrieb Frank-Michael Müller schließlich das Rauchen. Und wie gefährlich es ist, verdeutlichte er an Hand von Bildern einer Nichtraucherlunge und einer schwarzen Raucherlunge. Da wurden auch die Jungstudenten im Hörsaal ganz still.

INFO: Die Kinder-Uni im Netz (www.kinder-hd-uni.de) sucht neue Mitglieder für ihre Kinder-Redaktion. Jungen und Mädchen zwischen zehn und zwölf Jahren, die Lust haben, selber über Wissenschaft und Forschung zu schreiben, können sich unter team@kinder-hd-uni.de bewerben.
Stefan Zeeh

Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
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und
Irene Thewalt
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