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20. Juli 2004

Wer eine Fichte zu einem Speer macht ...

... muss abstrakt denken können: Prof. Clemens Eibner tauchte ein in die Welt des Homo heidelbergensis

Prof. Clemens Eibner schlägt die Steinwerkzeuge zurecht, mit denen er dann einen Speer herstellt.

Prof. Clemens Eibner schlägt die Steinwerkzeuge zurecht, mit denen er dann einen Speer herstellt. Foto: Jäger


"Das ist möglicherweise der erste Speer seit dem Homo heidelbergenis, der ausschließlich mit Steinwerkzeugen hergestellt wurde!" Stolz reckt Prof. Clemens Eibner seinen Studenten und den Mitgliedern des "Homo heidelbergnsis von Mauer e.V." den von ihm soeben fertig gestellten Holzspeer entgegen.

Der Experte vom Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Heidelberg hatte allerdings mehr als vier Stunden hart gearbeitet, bis sein Werk vollendet war: Aus einer Feuersteinknolle hatte er zunächst die dafür notwendigen Steinwerkzeuge geschlagen. Diese entsprechen Geräten aus der Altsteinzeit, einer Kulturstufe, die etwa vor 11 000 Jahren endete. Mit den selbst gefertigten Feuersteinklingen machte sich Eibner dann an die Arbeit. Eine geeignete Fichte mit notwendiger Stärke, geradem Wuchs und nicht allzu vielen Seitenzweigen wurde unweit des Fundortes des Homo heidelbergenis gefunden. Und als Vorlage dienten 40 000 Jahre alte Holzspeere aus dem Braunkohlebergbau von Schöningen: perfekt erhaltene Wurfgeschosse, sorgfältig bearbeitet und mit Flugeigenschaften, die denen heutiger Sportspeere entsprechen.

Prof. Eibner erklärte seinen Zuschauern, dass der Homo heidelbergensis bereits über ein fortgeschrittenes Vorstellungsvermögen verfügt haben muss. Sich in einer Fichte mit Zweigen, Nadeln, Rinde usw. einen Speer mit seiner Form und seinen Flugeigenschaften vorzustellen, würde ein hohes Maß an abstraktem Denken voraus setzen. Solche Menschen verfügten bereits über Sprache, sonst wäre die Herstellung eines so komplizierten Gerätes, wie es ein Speer ist, nicht möglich. Die Studenten, die bei Eibner ein Seminar belegen, führten wissenschaftlich Protokoll, und die Herstellung des Speeres wurde filmisch und fotografisch dokumentiert.

Die ganze Aktion dient der wissenschaftlichen Forschung, aber auch zur Vorbereitung eines Vortrages im Herbst: Eibner wird einem breiteren Publikum die Herstellung eines solchen Wurfspeeres vorstellen.
jae

Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
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