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2. Juli 2004

"Wenn ich ein Bettelmann wär..."

Verleihung des Heidelberger Clemens Brentano Preises 2004 an den Lyriker Raphael Urweider

Musikalisch und analytisch präzise wäre sein Sprachstil, beste Gründe für die Jury, den Clemens Brentano Preis 2004, diesmal wieder vergeben in der Sparte Lyrik, an Raphael Urweider zu verleihen. Der junge Schweizer aus Bern, der nicht nur dichtet, sondern auch rappt, brauchte sich nicht darüber gerührt zu zeigen, er war es, wie er betonte, als in der Preisverleihungszeremonie im Heidelberger Prinz Carl die Reihe an ihn kam. Damit krönte er zum Abschluss das alljährliche Ritual, dem lediglich die obligatorische Textprobe zwecks Animation für die traditionell am Tag danach folgende Lesung aus dem prämierten Werk "Das Gegenteil von Fleisch" in der Stadtbücherei folgte. Alljährlich? Manchem tut eine Pause gut, aber nicht dem Brentano Preis. Groß darum und überregional war der Aufruhr, den die Nachricht entfachte, aus finanziellen Gründen müsse dieser leider dieses Jahr entfallen. Mit Nachdruck sprach man sich für die Erhaltung des mit 10000 Euro dotierten Preises aus. Schließlich überredete Heidelbergs Oberbürgermeisterin Beate Weber die Stadtwerke zu einer Spende zugunsten der auf ihre Initiative hin die junge Literatur mit einer Spende – und nicht genug konnten alle Involvierten ihnen dafür danken.

An der Jury gingen solche Turbulenzen nicht spurlos vorüber. Traditionell aus Profis der Branche und aus Germanistikstudenten zusammengesetzt, nutzten Letztere die Chance, öffentlich ihre Wahl für Raphael Urweider zu begründen und Einblicke in den Entscheidungsprozess zu liefern. Clémentine Abel, Robert Bernath und Martin Endres ließen dabei, wenn auch ironisch gewendet, durchblicken, dass die Unsicherheit über die tatsächliche Vergabe des Preises ihre Arbeit durchaus belastete.

In ihrer Laudatio wagte die Literaturkritikerin und Essayistin Sibylle Cramer dann zu konstatieren, eine neue Zeit sei angebrochen, in der vieles, was für das Selbstverständnis früherer Lyrikergenerationen noch relevant gewesen sei, nicht mehr zutreffe und im Gegenzug eine neue Epoche anbreche, die gewandelte Vorstellungen von schriftstellerischem Selbstverständnis habe. Die Zeit habe "ihre Kindheit gefunden". Weit holte sie in ihrem hochreflektierten Vortrag dafür aus und fand bereits im Maler Goya einen Vorbildner eines Zeitenwandels, der nun wiederum auch für Lyriker wie Raphael Urweider zu gelten scheint. Nachdenken unter Aufbruchsstimmung: Wer die Literaturszene verfolgt, wird bemerken, es tut sich was in der Lyrik. Es tut sich was auch und gerade dank Raphael Urweider. Eine Entscheidung für das Neue ist wegen ihm darum eigentlich immer eine weise Entscheidung. Der mit seiner Familie angereiste Urweider bedankte sich mit einem Brentano-Zitat bei der Stadt Heidelberg: "Wenn ich ein Bettelmann wär', käm ich zu dir."
Franz Schneider

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Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
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