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12. Juli 2004

Warum brauchen Ballons keine Sandsäcke?

Kleine Redakteure der Kinder-Uni im Netz auf Recherchetour

Auf Recherchetour in Sachen Ballon

Auf Recherchetour in Sachen Ballon und Luft waren die kleinen Journalisten der Kinder-Uni im Netz bei Dietmar Fuchs und seinen Kollegen. Foto: Zeeh

"Wo sind die Sandsäcke, die man über Bord wirft", fragte Maximilian, und wurde vom erfahren Ballonfahrer Dietmar Fuchs sogleich darüber aufgeklärt, dass Heißluftballons solchen Ballast nicht brauchen. Zum Thema Luft waren die kleinen Journalisten der Kinder-Uni im Netz dieses Mal unterwegs und löcherten den Sandhäuser und seine Kollegen mit ihren Fragen. Schließlich ist so ein Ballon echt eine spannende Angelegenheit.

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Zunächst musste geklärt werden, dass das Wetter eine richtige Ballonfahrt nicht erlaubte. Zwar brannte die Sonne an diesem Nachmittag bei über 30 Grad Celsius vom Himmel, doch die am Horizont sichtbaren dicken Kumuluswolken, zu deutsch Haufenwolken, deuteten an, dass es viel zu gefährlich war, um mit einem Ballon in die Luft zu gehen.

Vorsicht vor dicken Wolken

"Wenn Kumuluswolken am Himmel sind, herrscht eine extreme Thermik", erklärte Dietmar Fuchs. Da sich ein Heißluftballon nicht direkt steuern lässt, ist er auf die vorherrschende Windrichtung angewiesen. Die geht immer in Richtung der Kumuluswolken, so dass der Ballon regelrecht von den Wolken angezogen wird. Das liegt daran, dass im Bereich dieser Wolken warme, feuchte Luft nach oben steigt. Dabei entsteht ein Sog, durch den die Luft aus der Umgebung in Richtung Kumuluswolke strömt. Gelangt ein Heißluftballon nun in den warmen Luftstrom unter der Kumuluswolke, so geht es nur noch rasant aufwärts und das bis in eine Höhe von sechs bis zehn Kilometern, wo dann eisig-kalte Temperaturen von bis zu Minus 50 Grad Celsius herrschen.

Dann ging es ans Auspacken der Utensilien, wobei die Kinder-Redakteure kräftig mit anpacken konnten. Der Ballonkorb, Brenner, Gasflaschen und die Ballonhülle waren schnell zusammen gebaut. Dann wurde mit einem großen Ventilator Luft in die 2700 Kubikmeter fassende Ballonhülle geblasen, so dass sich diese schon rasch zu ihrer ganzen Größe aufblähte. Als dann Dietmar Fuchs auch noch den Brenner zündete, wodurch die heiße Luft in die Hülle strömte, erhob sich diese und zog den Korb etwas in die Luft. Kräftige Hände hielten den Ballon aber dann doch am Boden.

Wie das mit der heißen Luft funktioniert, wussten die pfiffigen Kinder-Redakteure schon längst. Warme Luft ist leichter als kalte und steigt deshalb nach oben. Aus diesem Grunde benötigen Heißluftballons, im Gegensatz zu mit Helium gefüllten Ballons, auch keine Sandsäcke. Aber wie gelangt der Ballon wieder auf die Erde? Dafür gibt es an der Spitze der Ballonhülle eine Art Klappe, die geöffnet werden kann und durch die dann die warme Luft entweicht. Sogleich geht der Ballon auch wieder nach unten.

Sollte mal ein Brenner ausfallen, so würde der Ballon natürlich auch sinken, aber mit nicht mehr als fünf Meter pro Sekunde (18 Kilometer pro Stunde). Das wäre dann zwar keine weiche Landung, aber der aus Weidengeflecht bestehende Korb hält dies aus.

Auch härteren Landungen hält der Korb stand, wusste Dietmar Fuchs zu berichten, denn immerhin hat er schon einmal ein Landung mit 80 Kilometer pro Stunde mitgemacht. Dies war bei den Olympischen Winterspielen in Calgary, als das Ballonfahren zum Beiprogramm gehörte. Die dort herrschenden starken, föhnartigen Winde bescherten den Ballonfahrern einige harte Landungen.

Nur Segelflieger haben Vorfahrt

Am gefährdetsten ist die aus Nylon und Perlon bestehende Hülle, die leicht angesengt wird. Dann ist Flickarbeit angesagt, denn Ballonfahren ist ein teures Hobby. Ein neuer Ballon kostest alles in allem um die 50000 Euro und einen Ballonführerschein muss man dafür auch noch machen. Dafür sind locker 100 Ausbildungsstunden zu veranschlagen. Das Ballonfahren hat aber auch einen großen Vorteil, denn in der Luft hat der Ballon fast immer Vorfahrt. Nur Segelflugzeuge müssen vorbei gelassen werden. Allerdings kommen sich Segelflieger und Ballonfahrer selten in die Quere, denn Segelfliegen brauchen bekanntlich die Thermik und Ballonfahrer bleiben bei dieser Witterung am Boden. So fand auch Kinder-Redakteur Lukas am Ende, dass er lieber Segelfliegen möchte, denn die Flugobjekte kann man lenken.

Info: Die Kinder-Uni im Netz ist unter der Internet-Adresse www.kinder-hd-uni.de zu finden.
Stefan Zeeh

Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
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und
Irene Thewalt
Pressestelle der Universität
Tel. 542311
presse@rektorat.uni-heidelberg.de


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