Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Startseite der Universität
Presse-Kontakt, WWW-Team Volltext-Suche, E-Mail-Suche, Datenbank-Suche Alle Seiten im Überblick English
Besucher, Internationale Beziehungen, Heidelberg und RegionStartseiten der FakultätenAufbau der Universität, Personalverzeichnis, ServiceeinrichtungenFächerübersicht, Beratung, Informationen für ausländische StudierendeProjekte, Publikationen, Technologietransfer

Startseite > Presse >

 
9. Juni 2004

Mit der Venus wird Physik himmlisch

Zusammen mit einer Forscherin der Landessternwarte beobachteten astronomiebegeisterte Schüler am Explo den gestrigen Venustransit

Freizeit-Astronom

Durch ein mit Schutzfolie versehenes Fernglas verfolgt dieser Freizeit-Astronom den Venustransit. Foto: Alex


Gebannt verfolgte die Zunft der Astronomen gestern ein ganz besonderes Himmelsschauspiel, das zuletzt im Jahre 1882 zu beobachten war: Die Venus zog vor der Sonnenscheibe vorüber und war von der Erde aus als punktförmiger Schatten zu sehen. Nicht nur professionelle Sternenkundler richteten dabei den Blick gen Himmel, sondern auch interessierte Gymnasiasten aus der Region.

Mit den schuleigenen Teleskopen im Gepäck waren sie nach Heidelberg gekommen. Die Sternwarte steuerte noch einige Geräte bei und am Ende konnten die Nachwuchs-Astronomen von sieben Stationen aus im naturwissenschaftlichen Erlebnispark Explo im Neuenheimer Feld das seltene Ereignis verfolgen. "Ein wirkliches Umweltbewusstsein entwickelt man nur, wenn man sieht, wie einzigartig die Erde ist", glaubt Cecilia Scorza de Appl, die das Projekt betreute.

De Appl ist Astronomin an der hiesigen Landessternwarte und hat zusammen mit fünf Physiklehrern und deren Schülern die Beobachtung umfangreich vorbereitet. Manche junge Astronomen hatten sich wochenlang in ein selbst gewähltes Spezialgebiet vertieft und trugen ihre Ergebnisse dann gestern den anderen Hobby-Astronomen vor. Über die Geschichte der Venustransite etwa sprachen Laura Mattheier (12) und Friederike Düppers (13) vom Friedrich-Ebert-Gymnasium in Sandhausen.

Besonders fasziniert waren die beiden Siebtklässlerinnen von der Geschichte des "Pechvogels" Guillaume Joseph Hyacinthe Jean-Batiste Le Gentil de la Galasière. Inmitten des Siebenjährigen Krieges wollte er im Jahre 1761 zur Beobachtung des Venustransits auf einem französischen Truppentransportschiff nach Indonesien reisen. Doch das Schiff musste seinen Kurs ändern und als der große Moment gekommen war, befand sich der Astronom noch auf See. Zwar wurde er Zeuge des Schauspiels, vom schwankenden Deck aus waren ihm aber keine brauchbaren Messungen möglich. Fest entschlossen, seine Daten doch noch zu bekommen, blieb er in Indien, wo bereits acht Jahre später der nächste Transit zu beobachten sein würde. Doch wieder hatte er Pech. Ausgerechnet am 2. Juni 1769 war der Himmel so bewölkt, dass der Forscher diesmal gar nichts sah. Zermürbt trat er die Heimreise an, auf der er zu allem Überfluss noch zwei Mal Schiffbruch erlitt.

Solche Strapazen mussten die Gymnasiasten im Explo nicht auf sich nehmen. Immerhin um fünf Uhr aufgestanden waren aber die Schüler von Christine Brühl, um rechtzeitig in Heidelberg zu sein. Die Lehrerin am Justus-Knecht-Gymnasium in Bruchsal ist sicher, dass sich nicht nur die Physikkenntnisse ihrer Schüler verbessert haben. "Einen Vortrag vor Fremden zu präsentieren, das war sicher auch eine wichtige Erfahrung."

Überzeugt vom didaktischen Nutzen des Projekts ist auch Richard Preis, Physiklehrer am Sandhäuser Friedrich-Ebert-Gymnasium: "Die Schüler haben exemplarisch das Funktionieren der Naturwissenschaft eingeübt." Und er ist glücklich, dass es in Zeiten hoher Arbeitsbelastung überhaupt gelang, die Schüler für ein Orchideenfach wie die Astronomie zu begeistern. Ob das auch nach der Einführung des achtjährigen Gymnasiums so bleibt, hält er für fraglich: "Wenn die Schüler demnächst in der sechsten Klasse 34 Wochenstunden haben, ist so etwas vielleicht gar nicht mehr möglich."
Ulrich Wittmann

Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
http://www.uni-heidelberg.de/presse

und
Irene Thewalt
Pressestelle der Universität
Tel. 542311
presse@rektorat.uni-heidelberg.de


Page maintained by Pressestelle der Universität Heidelberg,
presse@rektorat.uni-heidelberg.de.
Copyright © Pressestelle der Universität Heidelberg.

Zurück

Top

Universität | Fakultäten | Einrichtungen | Studium | Forschung und Kooperation
Stellenmarkt | Termine | Intern | Presse | Alumni/Fördervereine | Projekt IMPULSE
Neues im Netz | Kontakt | Suche | Überblick | English