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14. Juni 2004

Halbschmarotzer und zutrauliche Wildschweine

"Kinder-Uni im Netz" war am Tag der Artenvielfalt im Steinbruch

Auf der Suche nach der Artenvielfalt im stillgelegten Teil des Steinbruchs

Auf der Suche nach der Artenvielfalt im stillgelegten Teil des Steinbruchs. Foto: Alex


"In hundert Jahren kommt der Wald wieder zurück", erklärt Dr. Michael Rademacher den Kinder-Redakteuren von der "Kinder Uni im Netz". Als Biologe ist Michael Rademacher zuständig für die Renaturierung der Steinbrüche der HeidelbergCement und kennt viele interessante Details zum Nußlocher Steinbruch, von den Tagen des Abbaues bis zur heutigen Phase in der stillgelegte Flächen wieder der Natur überlassen werden. Den "Tag der Artenvielfalt" hatten nämlich die kleinen Schlauberger zum Anlass genommen, um sich von Experten der HeidelbergCement und der Ruprecht-Karls-Universität über die Wiederansiedlung von Pflanzen und Tieren im Steinbruch Nußloch informieren zu lassen.

Im ältesten Teil des Steinbruchs ist bestens zu erkennen, wie weit die Natur sich dieses Terrain wieder zurückerobert hat. Von den ehemaligen Steinbruchwänden ist fast nichts mehr zu sehen, nur eine tunnelartige Öffnung im Berg weist auf die frühere Abbautätigkeit hin. Bei diesem Tunnel handelt es sich um einen ehemaligen Stollen, der zum Abtransport des weiter oberhalb gesprengten Gesteins diente, erzählt Michael Rademacher. Heute ist dieser Stollen mit einem Gitter verschlossen. Nicht nur, weil das Betreten des Stollens gefährlich wäre, sondern vor allem weil Fledermäuse darin leben und nicht durch Menschen gestört werden sollen.

Überhaupt haben sich die zahlreichen Tierarten bestens an das Leben im Steinbruch angepasst. Sowohl das laufende Förderband, als auch die vorüberfahrenden Lastwagen stören die Tiere nicht. So lassen sich Wildschweine, Rehe, Hasen und die verschiedensten Vogelarten, vom Kolkraben bis zum Uhu, am einfachsten vom Auto aus beobachten, da die Fahrzeuge von den Tieren nicht als Feinde angesehen werden.

Weiter geht die Exkursion an den Rand des stillgelegten Steinbruchgeländes bis nahe an die Straße von Leimen nach Maisbach. Hier sind Studenten der Biologie unter Anleitung von Professor Marcus Koch, dem Direktor der Abteilung Biodiversität und Pflanzensystematik am Institut für Pflanzenwissenschaften der Uni Heidelberg dabei, die unterschiedlichen Pflanzenarten auf einer Wiese zu kartieren. Dafür wird ein so genannter Zählrahmen – ein Gitter, das eine Fläche von einem Quadratmeter bedeckt – auf die Wiese gelegt. Dabei werden die längeren Grashalme vorsichtig durch die Maschen des Gitters gesteckt. Danach wird festgestellt, welche und wie viele Arten sich innerhalb des Gitters befinden.

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Das Schwierigste bei dieser Pflanzenkartierung ist sicherlich die Bestimmung der Arten, denn im Nußlocher Steinbruch gibt es immerhin 400 verschiedene. Doch der Professor kennt sie alle, und ist er sich mal nicht ganz sicher, so wird die ganze Pflanze von der Wurzel bis zur Blüte eingepackt und im Institut bestimmt. Dies kann manchmal bei einigen gelb blühenden, mit Sonnenblumen verwandten Arten passieren, denn immerhin gibt es davon weltweit über 40000. Marcus Koch kennt aber nicht nur den Pflanzennamen, sondern erläutert den Studenten und staunenden Kinder-Redakteuren auch die Besonderheiten der gefunden Pflanzen.

Da gibt es den weiß blühenden Schwalbenwurz oder den gelb blühenden Wiesen- Pippau, dessen Blätter an Löwenzahn erinnern. Oder den Klappertopf, nach dem Geräusch seiner Samen im trockenen Kelch benannt, der als Halbschmarotzer die Wurzeln anderer Pflanzen anzapft.
Stefan Zeeh

Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
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und
Irene Thewalt
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