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2. Juni 2004

Prof. W. Eckart in Santiago: bioethische Debatte um Lebensbeginn und -ende

Prof. Dr. Wolfgang Eckart, Direktor des Instituts für Geschichte der Medizin der Universität Heidelberg, sprach auf dem Seminar "Kampf um die Menschenwürde: 10 Jahre Diskussion in der Bioethik" Ende Mai in Santiago de Chile – Mitveranstalter: Heidelberg Center Lateinamerika

In Zusammenarbeit mit dem Interdisziplinären Zentrum für bioethische Studien und der Psychiatrischen Klinik der Universidad de Chile veranstaltete das Heidelberg Center Lateinamerika – Außenstelle der Universität Heidelberg – jetzt ein internationales Seminar an der Universidad de Chile. Themen waren experimentelle Medizin, Embryonenschutz, Sterbehilfe und die Bedeutung der bioethischen Debatte um Lebensbeginn und -ende. Die Begrüßung erfolgte durch Dr. Walter Eckel, den geschäftsführenden Direktor des Heidelberg Center.

In seinen Vorträgen "Experimentelle Medizin und Lebensende: Informiertes Einverständnis, Sterbehilfe, palliative Betreuung" und "Lebensbeginn: Embryonenschutz, In-Vitro-Befruchtung, Abtreibung" wies Prof. Eckart darauf hin, dass laut einer jamaikanischen Tageszeitung das Medikament Postinor 2 in einigen Ländern Afrikas oder Südamerikas zu einer erhöhten Rate von HIV-Infektionen führt. Diese "Pille danach" wird in Entwicklungsländern rezeptfrei und ohne jegliche Einschränkung verkauft. Die Benutzung anderer Verhütungsmittel wie Kondome geht zurück und die Gefahr, sich mit HIV zu infizieren, steigt.

Laut Prof. Eckart muss die ethische Debatte also nicht nur über Abtreibung geführt werden, sondern auch über die Gefahr der sexuell übertragbaren Krankheiten. Trotzdem könne Postinor 2 eine gute Verhütungsmethode sein. "Ich lebe in einem Land mit einem liberalen Abtreibungsgesetz. Und in Notsituationen, wie zum Beispiel Vergewaltigung, bin ich für diese Pille und würde sie sogar meinen 14-jährigen Töchtern verabreichen", versichert Eckart.

"Die Regierungen müssen entscheiden, ob das Medikament ohne Rezept verkauft werden darf oder nicht. Meiner Meinung nach sollten zusammen mit dem Rezept ausführliche Informationen über die Gefahren und Nebenwirkungen gegeben werden", so der Experte. In diesem Zusammenhang erwähnt Eckart auch die Abtreibungspille RU-486. Sie bringt für viele Frauen die Hoffnung auf sicherere Abtreibungen. Illegale und gescheiterte Abtreibungsversuche haben in den Entwicklungsländern schon vielen Frauen das Leben gekostet. "Wir müssen dem Tod von Hunderten von Frauen vorbeugen, die aufgrund ihrer sozialen Lage zu einem illegalen und unsachgemäßen Abbruch gezwungen sind. Die RU-486 wurde bereits auch in einigen katholischen Ländern zugelassen", erklärt Eckart. In Frankreich, Großbritannien oder Deutschland wird sie seit Jahren verschrieben.

Uschi Kohorst

Rückfragen bitte an
Prof. Dr. Wolfgang U. Eckart
Tel. 06221 548212, Fax 545457
wolfgang.eckart@urz.uni-heidelberg.de

Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
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