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17. Juni 2004

Große Chancen durch Vernetzung

Elite-Debatte: Kooperationen stärken den Wissenschaftsstandort Heidelberg

Universität Heidelberg und EMBL sind Träger der "Molecular Medicine Partnership Unit" (MMPU)

Universität Heidelberg und EMBL sind Träger der "Molecular Medicine Partnership Unit" (MMPU), hier repräsentiert durch (v.l.) Hans-Günter Sonntag, Matthias Hentze, Fotis Kafatos, Georg Hoffman und Andreas Kulozik. Foto: EMBL


Bei der Diskussion um den Begriff "Elite-Wissenschaft" kommt mit schöner Regelmäßigkeit auch der Bereich der wissenschaftlichen Kooperation zur Sprache. Und das zu Recht, liegt doch in der Vernetzung der Forschungsarbeit eine der ganz großen Chancen, um im internationalen Vergleich bestehen zu können. Hierbei hat Heidelberg gleich mehrere renommierte Institutionen zu bieten, die sich in den vergangenen Jahrzehnten in der und um die alte Universitätsstadt angesiedelt haben. Folglich sind wissenschaftliche Partnerschaften hier auch keine neue Erfindung, sondern bereits seit langem eine alltägliche Erscheinung. Und dies auf den verschiedensten Ebenen.

Schild der "Molecular Medicine Partnership Unit" (MMPU)

Schild der "Molecular Medicine Partnership Unit" (MMPU), die auf einer Heidelberger Forschungsvereinbarung zwischen Universitätskinderklinik und EMBL (Europäisches Laboratorium für Molekularbiologie) basiert. Foto: EMBL


Ein gutes Beispiel für solch eine Kooperation ist der enge Kontakt der Universität Heidelberg mit dem Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie – besser bekannt unter dem Namen EMBL. Das durch 17 Mitgliedsländer finanzierte Forschungsinstitut für Molekularbiologie ist eines der bedeutendsten in Europa. Seit rund 30 Jahren steht diese Einrichtung per definitionem für internationale Zusammenarbeit – immerhin arbeiten hier gegenwärtig Menschen aus 60 Nationen. Die Verknüpfung mit dieser multinationalen Institution ist für die Universität natürlich geradezu ideal, ist doch die EMBL-Zentrale auf dem Heidelberger Boxberg angesiedelt, wo rund 800 Mitarbeiter forschen.

Unter anderem basiert auf solch einer Zusammenarbeit das "Heidelberger Forum Biowissenschaften und Gesellschaft", in dessen Rahmen international herausragende Wissenschaftler eine Reihe von ausgewählten Vorträgen zu aktuellen Forschungsthemen halten. Das besondere dieser neuen Reihe ist, dass neben einem Referat für die Fachkollegen zusätzlich ein populärwissenschaftlicher Abendvortrag gehalten wird, der sich in allgemein verständlicher Form an die interessierte Bevölkerung richtet. Das Forum geht auf die Initiative von Wissenschaftlern des EMBL, des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und zweier Universitätseinrichtungen zurück – des Zentrum für Molekularbiologie (ZMBH) und der Medizinischen Fakultät.

Gerade die Biowissenschaften haben in den letzten Jahrzehnten einen immensen Einfluss auf unser tägliches Leben – und auf unsere Umwelt – gewonnen. Somit zählen sie zu den zentralen Themen der Gegenwart und werden folglich auf vielfältigen Ebenen mitunter sehr kontrovers diskutiert. Für Forschungseinrichtungen wie das EMBL, die Universität oder das DKFZ ergibt sich hieraus eine regelrechte moralische Verpflichtung – denn leider ist die Möglichkeit zur Sachinformation aus erster Hand für den Normalbürger noch immer zu selten gegeben. Da nun aber Heidelberg einige der weltweit führenden Forschungseinrichtungen auf diesem Gebiet beherbergt, sind hier die Voraussetzungen für einen Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft doch recht günstig.

Einfluss der Biowissenschaften

Eine Kooperation auf einem ganz anderen Gebiet stellt hingegen eine noch recht junge Forschungsvereinbarung zwischen der Universitätskinderklinik und dem EMBL dar. Diese "Molecular Medicine Partnership Unit" (MMPU) ist in der Kinderklinik untergebracht und soll eine Lücke in der Zusammenarbeit zwischen klinischer Forschung und Grundlagenforschung schließen. Geleitet wird die im Januar 2002 gegründete MMPU von Prof. Andreas Kulozik, dem Leiter der Abteilung Hämatologie, Onkologie und Immunologie an der Kinderklinik, und Dr. Matthias Hentze, dem Gruppenleiter und Senior Scientist am EMBL. Ihre Zusammenarbeit hat bereits in den vergangenen Jahren wichtige Erkenntnisse über molekulare Mechanismen häufiger Erkrankungen des Blutes – wie beispielsweise der Thalassämie, der weltweit am häufigsten vererbten Erkrankung – erbracht.

Hierbei ist die Qualitätskontrolle der Genexpression beeinträchtigt, also der Übersetzung genetischer Informationen in Proteine (Eiweißkörper). Außerdem entdeckte die Arbeitsgruppe von Kulozik und Hentze einen neuen molekularen Mechanismus für die Bildung von Blutgerinnseln, die zu tödlichen Embolien führen können: Durch veränderte Genexpression wird ein bestimmtes gerinnungsförderndes Eiweiß im Blut im Übermaß produziert. Dieser Mechanismus könnte auch bei anderen Krankheiten eine Rolle spielen, was künftig weiter erforscht werden soll.

Neben der Zusammenarbeit auf diesen beiden – lediglich als kleine Auswahl herausgegriffenen – Gebieten erstreckt sich die Kooperationsvielfalt natürlich viel weiter. So könnte man als Beispiel noch das "Center for Modelling and Simulation in the Biosciences – BIOMS" nennen, das sich für Modellierungen und Computersimulationen zur Erforschung biologischer Systeme einsetzt, und auf eine gemeinsame Initiative der Universität Heidelberg, des EMBL und weiterer Partner zurückgeht. Man könnte weiterhin auch noch auf die "Initiative Strukturbiologie Nordbaden" eingehen, die eine informelle Gruppe von Wissenschaftlern aus verschiedenen akademischen Institutionen im nordbadischen Raum darstellt, die momentan eine Bestandsaufnahme der vorhandenen Kapazitäten im Bereich der Strukturbiologie durchführt, um hier eine bessere Nutzung der Forschungsressourcen zu erzielen.

Letztlich aber wird es kaum möglich sein, die Vernetzungen in und um den Wissenschaftsstandort Heidelberg erschöpfend zu behandeln. Somit muss dieser kurze Einblick genügen, um die Vielfalt der Kooperationen, die alleine zwischen dem EMBL und der Ruperto Carola existieren, anzudeuten. Das gewaltige Potenzial, das in der Vernetzung der Forschungsarbeit liegt, wurde in der Neckarstadt nämlich schon vor Jahrzehnten – lange vor der Diskussion um das Wesen einer Elite-Universität oder die Eliten-Forschung – erkannt.
Heiko P. Wacker

Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
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und
Irene Thewalt
Pressestelle der Universität
Tel. 542311
presse@rektorat.uni-heidelberg.de


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