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17. Juni 2004

Gerald Linti: Die Luft ist nicht nur zum Atmen da

Der Professor für Chemie spricht bei der Heidelberger Kinder-Uni über unsere Atmosphäre und deren Chemie

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Wer weiß, wenn es Professor Gerald Linti nicht mit einer solchen Macht zur Chemie gezogen hätte, dann wäre er vielleicht Koch geworden. Brutzeln und backen, das macht der dreifache Vater nämlich fast genauso gern wie experimentieren.

Allerdings, auch unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten sollte man die Zubereitung von Speisen nicht verachten. "Braten und backen, das ist nämlich Chemie", betont der 41-jährige Hochschullehrer im Gespräch mit Redakteuren der Kinder-Uni im Netz. Kein Wunder also, dass er sich für seine Vorlesung bei der Heidelberger Kinder-Uni ein spannendes Thema aus dem Alltag ausgesucht hat.

"Sie ist nicht nur zum Atmen da - chemische Geschichten rund um unsere Luft", hat er seinen Beitrag umschrieben. Dabei dreht es sich um die Bedeutung dieses ganz speziellen Gases für das Leben auf der Erde, das chemische Verhalten der Luft, aber auch um Umweltprobleme wie das Ozonloch. Experimente wird es im großen Hörsaal der Chemie natürlich auch geben. Schließlich gehört das unbedingt dazu.

Die erste Reihe ist nicht empfehlenswert, das gilt eigentlich für alle Chemie-Shows von Gerald Linti. Da züngeln schon mal grüne, gelbe und rote Flammen, es wallt der Trockeneisnebel oder Eisblöcke beginnen geheimnisvoll zu glühen.

Gut möglich, dass er für die Kinder-Uni Vorlesung ausgewählt wurde, weil er seine Wissenschaft nachweislich so toll in Szene setzen kann. "Professor Snapes Zaubertränke" nennt er zum Beispiel eine seiner beliebten Shows.

Der Titel ist kein Zufall, denn er ist wie seine Kinder ein großer Fan des Zauberlehrlings Harry Potter und hat alle Bände verschlungen. "Begonnen hat alles mit einem Kindergeburtstag", verrät der gebürtige Münchner. Da schlüpfte er erstmals in einen Zaubermantel und zeigte, was der Papa als chemischer Magier so drauf hat.

Besondere Zuneigung hat er zum flüssigen Stickstoff. Da wirft er schon mal in die vor sich hin dampfenden Behälter Gummibärchen, Nelken, Bälle oder sogar Bananen. Mit der kann man dann sogar einen Nagel einschlagen, ohne dass sie allzu großen Schaden erleidet. und später matschig wird. Ein bisschen Pech hatte da kürzlich einer seiner Chemiker-Kollegen, natürlich kein Heidelberger. Er wollte zeigen, dass ein so behandelter Tennisball gegen die Wand geworfen, zersplittert als sei er aus Glas. Dumm nur, dass er ein bisschen ungeduldig war und der Tennisball noch nicht völlig gefroren. So ging statt des Tennisballs die Holzwand zu Bruch.

Flüssiger Stickstoff ist übrigens nicht zu verwechseln mit Trockeneis. Das besteht nämlich aus gefrorenem Kohlendioxid. Anders als Eis aus Wasser schmilzt es nicht, sondern wird bei über minus 78 Grad einfach gasförmig.

Die Finger sollte man da natürlich nicht in die Nähe bringen. Obwohl sich erst einmal eine Dampfschicht darum legen würde, erklärt der Professor, ähnlich der um einen Wassertropfen, der auf der Herdplatte tanzt. Ziemlich schnell wäre der Schutz aber weg und der Finger erfroren.

"Ein guter Chemiker passt auf, weil er weiß, was er tut", so erklärt sich Professor Linti, dass er trotz seines mitunter explosiven Jobs außer einer Schnittwunde noch keinen größeren Schaden davon getragen hat. Seit er Professor ist, kommt Gerald Linti nicht mehr so oft dazu, selber im Labor zu forschen. Das findet er selbst ein bisschen schade, auch wenn er das Abspülen noch nie besonders leiden konnte.

Dass er beruflich etwas mit Naturwissenschaften machen wollte, wusste er schon als kleiner Junge. Da hat er Mineralien gesammelt und alles mit seinem kleinen Mikroskop untersucht. Latein fand der kleine Gerald auch ganz spannend, dem Deutschunterricht konnte er allerdings nicht so viel abgewinnen. Spätestens zu Beginn des Studiums hat ihn aber dann endgültig die Faszination gepackt. Die Vielfalt der Elemente im Periodensystem findet Professor Linti bis heute toll. Derzeit forscht er mit Bismut, das ist das schwerste, nicht radioaktive Element.

Außerdem beschäftigt er sich mit Metallclustern. "Das sind kleine Häufchen aus Atomen, die von einer organischen Hülle umgeben sind. So wird das Zusammenlagern zu festen Metallen verhindert", versucht er zu beschreiben. Solche Cluster in der Größe einiger Nanometer sind zur Zeit ein hochaktuelles Forschungsgebiet. Gerade in der Computertechnik werden neue Halbleiterstoffe dringend gebraucht.
Kirsten Baumbusch

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