Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Startseite der Universität
Presse-Kontakt, WWW-Team Volltext-Suche, E-Mail-Suche, Datenbank-Suche Alle Seiten im Überblick English
Besucher, Internationale Beziehungen, Heidelberg und RegionStartseiten der FakultätenAufbau der Universität, Personalverzeichnis, ServiceeinrichtungenFächerübersicht, Beratung, Informationen für ausländische StudierendeProjekte, Publikationen, Technologietransfer

Startseite > Presse >

 
28. Juni 2004

Die herkömmliche Jobsuche auf den Kopf gestellt

Zentrum für Studienberatung und Weiterbildung der Universität stellte eine ungewöhnliche Methode vor, an einen Arbeitsplatz zu kommen

"Irgendwann stellt man sich die Frage, was kann ich überhaupt", sagt der Heidelberger Medizinstudent Felix Lasitschka und wundert sich fast ein bisschen, dass solche Überlegungen derzeit bei der Jobsuche völlig in den Hintergrund gerückt sind. Da kam ihm der Impuls des Zentrums für Studienberatung und Weiterbildung zum Thema "Life/Work-Planning" gerade recht.

"Jobsuche mit System" versprach Seminarleiterin Julia Glöer. Denn allzu oft sind ihrer Erfahrung nach die Berufswünsche von Einsteigern oder Umsteigern viel zu vage formuliert. Man wartet auf das "passende Angebot", geht unbefriedigende Kompromisse ein und verpasst mangels effektiver Methode den Traumjob.

"Ein interessanter Perspektivenwechsel", meint Saskia Lang. Sie studiert in Heidelberg Psychologie im zehnten Semester und fand die Methode, eigenen Ressourcen auf die Spur zu kommen, höchst spannend. Gilt es doch dabei, nicht nur die eigenen Fähigkeiten zu erkennen, sondern auch den "verborgenen Arbeitsmarkt" effektiv für sich zu nutzen. Fakt ist nämlich, dass es in Deutschland monatlich rund 300000 Stellen gibt, die in keiner Zeitung, in keiner Arbeitsamtskartei und auf keiner Internetseite auftauchen. Nur eine von vier Stellen werden öffentlich ausgeschrieben. "Und darum schlagen sich dann alle", beschreibt Saskia Lang, was alle Arbeitssuchenden kennen.

Das Prinzip des "Life/Work Planning" ist schlicht. Es dreht nämlich die traditionelle Stellensuche einfach um. Nicht das Unternehmen entscheidet, ob ein Kandidat zu ihm passt, sondern der Bewerber sucht sich das Unternehmen mit dem Job, der seinen Fähigkeiten und Interessen am meisten entspricht und sucht dann dort gezielt einen neuen Arbeitsplatz. So utopisch es klingt – auch die Heidelberger Seminarteilnehmer waren skeptisch – es scheint eine sinnvolle Methode zu sein, in die Berufswelt ein- oder umzusteigen. Allerdings, fügt Saskia Lang an, "geht das natürlich nur, wenn ich genau weiß, was ich machen will".

Nach dem Ausleuchten der eigenen Fähigkeiten sollen rund um den Wunscharbeitsplatz, beispielsweise mit Hilfe von kurzen Interviews bereits dort arbeitender Leute, Informationen gesammelt und Netzwerke aufgebaut werden. "Auch und gerade darüber, was nicht so optimal läuft." Dann erst wird der Kontakt mit dem Wunsch-Chef gesucht.

"Das Besondere an diesem Verfahren ist, dass die suchende Person in den Mittelpunkt gestellt wird und nicht der Arbeitgeber, der Arbeitsmarkt oder die Beschäftigungsprognosen", erklärt Kursleiterin Julia Glöer, die in England Interaktive Medien und in Hamburg Betriebswirtschaft studiert hat und jetzt ausgebildete Trainerin für "Life/Work Planning" ist. Sie findet toll an der Methode, dass damit das "Sich-Verstellen-Müssen" aufhört: Anstatt sich zu verbiegen, um vermeintlichen Idealbildern zu entsprechen, sucht man nach der Organisation, für die man "in Ordnung" ist – so wie man ist.

Das Verfahren selbst wurde in Projekten der evangelischen Kirchen der USA vor rund vierzig Jahren entwickelt. Seitdem wird es von Gewerkschaften, Kirchen, Hochschulen und Arbeitgeberorganisationen in der ganzen Welt eingesetzt.

Die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Seminare sind 25 bis 45 Jahre alt. Manche suchen eine völlig neue Richtung für sich, manche wollen eher eine Bestätigung für schon getroffene Entscheidungen, und wiederum andere suchen Werkzeuge, um den Arbeitsmarkt für sich systematisch zu erforschen und eine Zeit der Arbeitslosigkeit zu beenden. Viele Menschen, die sich für diese andere Herangehensweise an die Jobsuche entschieden haben, berichtet Julia Glöer, haben heute Stellen bei Solarfirmen, Fluggesellschaften, Krankenhäusern, Verlagen, Kliniken, Softwareherstellern, Hotels, Chemiekonzernen, Museen, Telekommunikationskonzernen, Universitäten, Fachhochschulen, Stadtverwaltungen und Architekturbüros. Viele haben sich aber auch für eine selbstständige Tätigkeit entschieden.

INFO: Im Internet unter der Adresse www.learnline.de/angebote/lwp.
Kirsten Baumbusch

Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
http://www.uni-heidelberg.de/presse


Page maintained by Pressestelle der Universität Heidelberg,
presse@rektorat.uni-heidelberg.de.
Copyright © Pressestelle der Universität Heidelberg.

Zurück

Top

Universität | Fakultäten | Einrichtungen | Studium | Forschung und Kooperation
Stellenmarkt | Termine | Intern | Presse | Alumni/Fördervereine | Projekt IMPULSE
Neues im Netz | Kontakt | Suche | Überblick | English