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23. Juni 2004

Der nervige Husten hat auch seinen Sinn

Frank-Michael Müller spricht bei der Kinder-Uni über das lästige Warnsignal des Körpers

Logo KinderUni

Arzt zu werden, das war erklärtes Ziel von Frank-Michael Müller, seit er als kleiner Junge selbst in einer Klinik operiert wurde und sich so richtig toll betreut fühlte. Jetzt ist der 40-jährige Papa von drei Kindern selbst Privatdozent und Oberarzt an der Universitäts-Kinderklinik.

In seinem Vortrag bei der Kinder-Uni geht es um ein leidiges Thema, das wirklich jeder kennt: "Husten – was ist das?" Hier hat er auch gleich einen Tipp parat. Wenn ein Husten länger als drei Wochen dauert, sollte das abgeklärt werden.

Das gilt übrigens für kleine wie für große Patienten. "So früh wie möglich", erklärt er den kleinen Redakteuren der Kinder-Uni im Netz, sollte die Therapie beginnen, sonst kann es sein, dass der Schaden an der Lunge nicht mehr ganz zu heilen ist. Überhaupt ist es ganz schön wichtig, ein Gespür für den eigenen Körper zu entwickeln. Das können schon die Allerkleinsten.

Husten an sich ist im Prinzip sinnvoll. Es gibt sogar im Gehirn ein Hustenzentrum, das ihn auslöst, wenn zuviel Schleim in den Atemwegen ist und der dringend nach draußen transportiert werden muss. Bei seiner Arbeit hat es der Hamburger mit Geburtsstadt Florenz mit kleinen Patienten zu tun, die allergische Asthmaanfälle bekommen, an angeborenen Lungenerkrankungen wie der Mukoviszidose oder an Tuberkulose leiden oder sich wegen einer Krebstherapie und den deshalb geschwächten Abwehrkräften schnell gefährliche Infektionen einfangen können.

Dass Frank-Michael Müller nicht nur Kinderarzt, sondern auch noch ein richtiger Forscher geworden ist, war eher Zufall. Als der Doktor seine erste Stelle an der Kinderklinik in Mainz antrat, wurde da gerade ein neuer Impfstoff gegen Keuchhusten entwickelt. "Während zwei Forschungsaufenthalten in den USA habe ich gemerkt, dass mir auch die Laborarbeit viel Spaß macht", erzählt er heute und findet es prima, dass zu seinem jetzigen Job an der Heidelberger Universität neben der Betreuung der kleinen Patienten und der Forschung auch die Ausbildung von Ärzten und Krankenschwestern gehört.

Im Moment forscht er vor allem über Infektionen die Kinder mit Krebs bekommen können. Bei der Chemotherapie, die den Krebs bekämpft, wird nämlich das Immunsystem "auf Null runter gesetzt". Das kann aber dazu führen, dass ganz normale Bakterien, Viren oder Pilze, die keinem gesunden Menschen schaden würden, für sie zur großen Gefahr werden. Es kann passieren, dass die Kinder sich in geschützten Räumen mit speziellen Filtersystemen aufhalten müssen. Sogar Käse mit Schimmelpilzen oder Zimmerpflanzen könnten für sie nämlich lebensbedrohlich werden.

Doktor Müller und sein Team versuchen nun, noch besser zu verstehen, warum solche Pilze krank machen, was genau sie im Körper anstellen und warum in einigen Fällen die Medizin nicht wirkt.

Manchmal hat der Arzt es aber auch mit ganz kuriosen Fällen zu tun. Vor einigen Wochen beispielsweise war ein Kind in die Klinik eingeliefert worden, weil es auf einmal unerklärlich hustete.Tatsächlich waren auf einem Lungenflügel keine Atemgeräusche mehr zu hören. Da wurde dann eine so genannte Bronchoskopie gemacht. Dabei wird mit Hilfe eines Plastikschlauchs mit eingebauter Kamera in die Bronchien geschaut. Praktischerweise ist da auch eine Zange dran, so dass dem kleinen Kind, das Bruchstück einer Walnuss gleich entfernt werden konnte.

Stark zugenommen haben die Allergien bei Kindern. Warum das Immunsystem bei einem so überschießend reagiert und beim anderen nicht, kann selbst der Mediziner nicht erklären. Oft beginnt so eine Allergie damit, dass man ein Lebensmittel nicht verträgt. Später kommt dann oft eine Hausstaubmilbenallergie dazu. Das sind unsichtbare, kleine Krabbelviecher, denen auch mit wildestem Putzen nur schwer beizukommen ist. Kinder-Redakteurin Lena kennt das. Sie schnieft dann das ganze Jahr, als ob sie erkältet wäre. Besondere Schutzbezüge über Matratzen und die Bettdecke helfen ebenso wie das Entfernen von Teppichen, weiß Oberarzt Müller.

Abschied gilt es auch von den Plüschtieren zu nehmen. Wer sich gar nicht von seinem Lieblings-Teddy trennen kann, sollte ihn wenigstens ab und zu in die Gefriertruhe packen, um die Milben abzutöten.

Wenn eine Allergie ganz schlimm wird, kann sich daraus Asthma entwickeln. Das ist eine dauerhafte Entzündung der Bronchien. Wird die nicht behandelt, dann gehen die zarten Flimmerhärchen und die Schleimhaut kaputt, die eigentlich den eingeatmeten Dreck nach draußen bringen sollten. Etwas ähnliches passiert beim Rauchen. Deshalb so Frank-Michael Müller sollte man damit lieber gar nicht erst anfangen.
Von Kirsten Baumbusch

Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
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