Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Startseite der Universität
Presse-Kontakt, WWW-Team Volltext-Suche, E-Mail-Suche, Datenbank-Suche Alle Seiten im Überblick English
Besucher, Internationale Beziehungen, Heidelberg und RegionStartseiten der FakultätenAufbau der Universität, Personalverzeichnis, ServiceeinrichtungenFächerübersicht, Beratung, Informationen für ausländische StudierendeProjekte, Publikationen, Technologietransfer

Startseite > Presse >

 
15. Juni 2004

Dietmar Hopp schiebt die Forschung an

Der SAP-Mitbegründer stiftet eine Professur zur Erforschung von Alkohol-Folgekrankheiten

Professor Manfred Singer, Spezialist für Erkrankungen, die durch Alkohol-Missbrauch entstehen, verschickte vor einiger Zeit Bettelbriefe, um die Forschung auf diesem Gebiet voranzutreiben. Einer war auch an SAP-Mitbegründer Dietmar Hopp gerichtet. Schon nach zwei Monaten kam die positive Antwort aus Hoffenheim. Hopp erklärte sich bereit, die Forschung anzuschieben, die Einrichtung einer Professur zu ermöglichen.

Prof. Singer von der Fakultät für Klinische Medizin Mannheim der Universität Heidelberg freute sich riesig: "Das ist bundesweit die erste Professur, die sich mit diesem Thema beschäftigt." Der Direktor der II. Medizinischen Universitätsklinik am Mannheimer Klinikum befasst sich schon lange mit Erkrankungen, die durch den Missbrauch von Alkohol verursacht werden. "Die Abhängigkeit vom Alkohol und die Folgekrankheiten bedeuten großes Leid für die Betroffenen und ihre Familien", sagt Prof. Singer. Die Dietmar Hopp Stiftung wird nun zehn Jahre lang eine "Professur zur Erforschung von Alkohol-Folgekrankheiten" finanzieren.

Noch immer sind die Alkoholsucht und ihre Auswirkungen auf den Menschen eigentlich Stiefkinder der deutschen Forschung sind. Äußerst selten werden Forschungsvorhaben auf diesem Gebiet von der öffentlichen Hand gefördert. Bundesweit gibt es nur fünf Professur-Stellen, die sich mit den Sucht-Problemen befassen. Zwei davon sind in Tübingen und Essen, zwei sind am Zentralinstitut Mannheim und am Mannheimer Universitätsklinikum angesiedelt, dazu kommt nun die neue Stiftungsprofessur von Dietmar Hopp.

Jens Gröner von der Dietmar Hopp Stiftung: "Wir wollen in Mannheim einen neuen Forschungsschwerpunkt unterstützen." Die Stiftung möchte sich gerade in einem Bereich engagieren, der "wenig populär" ist. Denn Alkohol-Probleme werden gern und oft verschwiegen, sie sind eigentlich ein Tabu.

Die neue Stiftungsprofessur geht an Prof. Dr. Steven Dooley. Der Biologe wurde 1960 in Bechhofen geboren und studierte an der Universität Kaiserslautern. Als Stipendiat der Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie promovierte er mit Auszeichnung, 1998 habilitierte er sich in den Fächern Molekularbiologie und Humangenetik. Zuletzt war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Universitätsklinikum Aachen. In Mannheim möchte er erforschen, wie der Alkohol auf der interzellulären Ebene wirkt. Etwas einfach ausgedrückt: Prof. Dooley möchte untersuchen, wie und welche Nachrichten der Alkohol an die Zelle sendet und wann diese Nachrichten die Entstehung von einer Krebserkrankung auslösen. Mit diesem Grundlagenwissen wird es vielleicht später möglich sein, neue Medikamente zu entwickeln.

Der Missbrauch von Alkohol ist ein großes Problem in Deutschland. Rund 1,6 Millionen Menschen gelten als alkoholabhängig, jährlich kommen 2200 alkoholgeschädigte Kinder auf die Welt, 42 000 Menschen sterben jedes Jahr an den Folgen des Alkohol-Missbrauchs. Die Kosten, die der Gesellschaft durch alkoholbedingte Krankheiten entstehen, werden von der Deutschen Hauptstelle für Suchtgefahren auf 20 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt.

Langfristig möchte Prof. Dooley in Mannheim gemeinsam mit dem Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, dem Universitätsklinikum und anderen Einrichtungen aus der Region eine so gute Forschungsgruppe aufbauen, dass sie von der EU gefördert wird und ihre Forschungen ganz Europa zugute kommen. Außerdem soll die Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten intensiviert werden.
Marion Gottlob

Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
http://www.uni-heidelberg.de/presse

und
Irene Thewalt
Pressestelle der Universität
Tel. 542311
presse@rektorat.uni-heidelberg.de


Page maintained by Pressestelle der Universität Heidelberg,
presse@rektorat.uni-heidelberg.de.
Copyright © Pressestelle der Universität Heidelberg.

Zurück

Top

Universität | Fakultäten | Einrichtungen | Studium | Forschung und Kooperation
Stellenmarkt | Termine | Intern | Presse | Alumni/Fördervereine | Projekt IMPULSE
Neues im Netz | Kontakt | Suche | Überblick | English