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3. Juni 2004

Graffiti erzählen aus dem Leben in der Stadt der Aphrodite

Ruperto Online, das Web-Magazin der Universität Heidelberg, widmet den Inschriften das Top-Thema seiner Juniausgabe

Graffiti aus der Antike sind das Top-Thema der Juni-Ausgabe von Ruperto Online, dem Web-Magazin der Universität Heidelberg: www.uni-heidelberg.de/magazin/

"Ich habe dies geschrieben" – wie ärgerlich, fast schon ordinär, wirken solche eingeritzten Inschriften, womöglich gar auf antiken Säulen. Für den Heidelberger Althistoriker Professor Angelos Chaniotis sind solche zeitlosen Versuche, das eigene Angedenken für die vermeintliche Ewigkeit zu bewahren, ein Glücksfall. In der antiken Stadt Aphrodisias in Kleinasien fand er genau diese Worte, die ein Zenon irgendwann im 4. bis 6. Jahrhundert nach Christus auf einer Säule des Theaters hinterließ.

Dort finden sich noch weit mehr Schriftzüge und Zeichnungen, regelrechte Graffiti, auf den Sitzplätzen des Theaters, entlang eines als Prozessionsstraße genutzten Weges und vor Hauseingängen. Sie erzählen häufig über das religiöse Miteinander und Gegeneinander in der Stadt, die einst unter dem Schutze des römischen Kaisers Augustus blühte. Ganz wie heute bunter Lack aus der Spraydose auf grauem Beton eine persönliche Weltsicht wiedergibt, wurden die heidnische Doppelaxt und der siebenarmige Leuchter der Juden vor Geschäften eingraviert und später von Christen ausradiert oder mit einem gemeißelten Kreuz überdeckt.

Mit gemeinen Schmierfinken hatten die altertümlichen Steinklopfer wenig gemein. Einige der Bilder zeugen von fast künstlerischen Fähigkeiten und lassen erkennen, dass die Karikatur auch keine Erfindung der Neuzeit ist. Dass in Aphrodisias besonders viele Bildhauer, Steinmetze und Baumeister lebten, macht Angelos Chaniotis den Blick in die Seelenwelt der Bewohner dieser römischen Provinzhauptstadt leicht. So mancher von ihnen wird sich während einer Theateraufführung ordentlich gelangweilt haben oder vom Gladiatorenkampf so aufgewühlt gewesen sein, dass der Griff zu Hammer und Meißel nahe lag. Schauspielergesichter, kampferprobte Thraker mit ihrem typischen Rundschild und Schlachtrufe für eine längst vergessene Mannschaft sind auch nach anderthalb Jahrtausenden gut zu erkennen. Auch der Inhaber einer wahrhaften Dauerkarte im Theater ließ sich ermitteln: Eustathios markierte seinen Sitzplatz so dauerhaft, dass er weit länger als eine Saison als der seine gelten darf.

Rückfragen bitte an
Andreas Heisel
Universität Heidelberg
WWW-Beauftragter/Web Managing Editor
Tel. 06221 542197, Fax 542147
heisel@rektorat.uni-heidelberg.de

Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
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