Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Startseite der Universität
Presse-Kontakt, WWW-Team Volltext-Suche, E-Mail-Suche, Datenbank-Suche Alle Seiten im Überblick English
Besucher, Internationale Beziehungen, Heidelberg und RegionStartseiten der FakultätenAufbau der Universität, Personalverzeichnis, ServiceeinrichtungenFächerübersicht, Beratung, Informationen für ausländische StudierendeProjekte, Publikationen, Technologietransfer

Startseite > Presse >

 
30. Juni 2004

Frauenbeauftragte der Universität Heidelberg präsentierte Tätigkeitsbericht im Senat

In öffentlicher Sitzung beschrieb Prof. Dr. Dominique Lattard die neuesten Entwicklungen für die Zeit von Juni 2003 bis Mai 2004

Im Tätigkeitsbericht der Frauenbeauftragten für die Zeit von Juni 2003 bis Mai 2004 sind im wesentlichen drei Themenbereiche angesprochen worden. Dies sind die Maßnahmen zur Gleichstellung der Geschlechter an der Universität Heidelberg, vor allem der Frauenförderplan der Universität, zweitens die Arbeit der Frauenbeauftragten und des Frauenbüros und drittens der Problemkomplex um die Vereinbarkeit von Familie und Studium oder Beruf als Wissenschaftlerin und Wissenschaftler.

Der Anteil der Frauen unter den Professoren an der Universität Heidelberg ist mit 13% immer noch sehr gering. Erfreulich ist zwar, dass auf den im Berichtsjahr verabschiedeten Berufungslisten der Anteil der Frauen den der Bewerberinnen wiederspiegelt (17%). Damit wird aber die Zahl der Professorinnen in den nächsten Jahren nicht deutlich ansteigen. Sehr wichtig ist deshalb die Förderung der Nachwuchswissenschaftlerinnen.

Dieses Ziel erfüllt das im Frauenförderplan verankerte Olympia-Morata-Programm – genannt nach der ersten weiblichen Gelehrten, die an der Universität Heidelberg unterrichtet hat -, das im Berichtsjahr weiter umgesetzt wurde. Mit diesem Programm werden Stellen finanziert, auf denen Nachwuchswissenschaftlerinnen gezielt gefördert werden. Die Finanzierung wird zur Hälfte von dem Institut, an dem die Nachwuchswissenschaftlerin arbeitet, und zur anderen Hälfte von der Universität getragen. Mit Beginn des Sommersemesters 2004 konnten vier Wissenschaftlerinnen die Verträge übergeben werden. Darüber hinaus finanziert die Medizinische Fakultät in dem Olympia-Morata-Programm zusätzlich drei Stellen für Medizinerinnen, so dass insgesamt sieben Nachwuchswissenschaftlerinnen in das Programm aufgenommen werden konnten.

Zu den Aufgaben der Frauenbeauftragten gehören neben der Mitarbeit in den Gremien der Universität auch administrative und organisatorische Tätigkeiten, die Betreuung von Stipendienprogrammen, die Entwicklung, Planung und Durchführung von Veranstaltungen, sie beinhalten auch die Beratung von Studentinnen und Wissenschaftlerinnen sowie der Universität und ihrer wissenschaftlichen Einrichtungen, wenn es um Fragen der Gleichstellung geht.

Zudem versteht sich das Büro der Frauenbeauftragten grundsätzlich als eine Service-Einrichtung – und so kann es nicht ausbleiben, dass die Beratungstätigkeit als eine zentrale Aufgabe von dem Büro der Frauenbeauftragten wahrgenommen wird. Schwerpunkte bilden die Studienberatung, die Beratung zur Berufsplanung, die Beratung in schwierigen Lebenssituationen und bei Problemen im Institut oder der Klinik. Ebenso informiert das Frauenbüro über Fragen der finanziellen Förderung für Examensarbeiten, Promotionen und der Postdoczeit. Hier besteht eine gute Kooperation mit dem Forschungsdezernat der Universität wie auch mit dem Wissenschaftsministerium des Landes. Insgesamt ist, wie schon in den letzten Jahren, auch in diesem Jahr ein deutliches Anwachsen der Beratungstätigkeit festzustellen. Vor allem ist die Zahl der Anfragen aus dem Ausland gestiegen.

Auch im Berichtszeitraum wurden Informations- und Lernveranstaltungen im Bereich der Schlüsselqualifikationen zur Kompetenzförderung der Studentinnen und Nachwuchswissenschaftlerinnen durch-geführt. Hervorzuheben ist hier der erstmalig angebotene Workshop "Kompass zur Studien- und Berufswegsplanung für Geisteswissenschaftlerinnen", der auf sehr großes Interesse stieß und von den Teilnehmerinnen als anregend, fördernd und insgesamt lohnenswert aufgenommen wurde.

Der Themenbereich Vereinbarkeit von familiären Aufgaben und Studium bzw. Wissenschaft hat viele Facetten. Eine davon ist die Frage der Kinderbetreuung, ein "Dauerbrenner", mal mehr, mal weniger entflammt. Hier hat sich an der Universität Heidelberg die Einsicht durchgesetzt, dass eine dem internationalen Wettbewerb ausgesetzte Universität sich diesem Thema stellen muss. Daraufhin hat das Rektorat gemeinsam mit der Frauenbeauftragten eine Planungsgruppe zusammengerufen, die einen Vorschlag erarbeitet hat, wie Kinderbetreuung maßgeschneidert für die Universität Heidelberg angeboten werden kann. Die "Initiative Kinderbetreuung" ist mit ihrem Vorhaben gut vorangekommen – jedenfalls soweit die Planung Universitätssache war. Von Seiten der Stadt Heidelberg wird Entgegenkommen signalisiert. Nun ist zu hoffen, dass mit Beginn des Jahres 2005 Plätze für eine Kleinkindbetreuung angeboten werden können.

Allerdings reichen Kinderbetreuungseinrichtungen nicht, um die Situation der Wissenschaftlerinnen zu verbessern. Im letzten Jahr wurde von einer erschreckend großen Zahl junger Wissenschaftlerinnen berichtet, dass sie, wenn sie schwanger werden oder kleine Kinder haben, in ihren Instituten und Kliniken Schwierigkeiten mit Kollegen und der Instituts- bzw. Klinikleitung bekommen. Denn es wird ihnen unterstellt, sie könnten nicht das erwartete Arbeitspensum leisten, ja es wird ihnen auch weniger Leistungsbereitschaft zugetraut. Auswirkungen zeigt dies in dem Entzug von Verantwortung bis hin zu der Nichtverlängerung des Arbeitsvertrages. Besonders bedenklich ist hier die Nichtbeachtung der Rechtslage – den jungen Wissenschaftlerinnen hilft es wenig, auf ihren Rechten zu bestehen, denn dies wird als Konfrontation aufgefasst und die Mitarbeiterin als Querulantin. "Dieses Problem muss dringend gelöst werden, soll nicht der fatalen Entwicklung der Kinderlosigkeit von Akademikerinnen Vorschub geleistet werden", so Prof. Lattard.

Rückfragen bitte an
Dr. Agnes Speck
Frauenreferentin Universität Heidelberg
Hauptstrasse 126, 69117 Heidelberg
Telefon 06221 547659, Fax 547271
a65@urz.uni-heidelberg.de

Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
http://www.uni-heidelberg.de/presse


Page maintained by Pressestelle der Universität Heidelberg,
presse@rektorat.uni-heidelberg.de.
Copyright © Pressestelle der Universität Heidelberg.

Zurück

Top

Universität | Fakultäten | Einrichtungen | Studium | Forschung und Kooperation
Stellenmarkt | Termine | Intern | Presse | Alumni/Fördervereine | Projekt IMPULSE
Neues im Netz | Kontakt | Suche | Überblick | English