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28. Juni 2004

Was haben die Eier mit Ostern zu tun?

Bei der Kinder-Uni sprach der Religionswissenschaftler Professor Gregor Ahn über Rituale

Der Professor in lebhafter Diskussion mit den kleinen Studenten der Ruprecht-Karls Kinder-Universität

Der Professor in lebhafter Diskussion mit den kleinen Studenten der Ruprecht-Karls Kinder-Universität. Professor Gregor Ahn sprach unter dem Titel "Süßes oder Saures" über "Halloween und andere Rituale". Foto: Kresin


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Es gibt manche Frage, die hat man sich irgendwann abgewöhnt zu stellen. Was hat ein Tannenbaum mit Weihnachten zu tun? Warum gibt es an Ostern Eier? Und was bedeuten die leuchtenden Kürbisse an Halloween? Bei der Ruprecht-Karls-Kinder-Uni sind solche Fragen nicht nervend, sondern ausdrücklich erwünscht. Schließlich lautet der Titel der Vorlesung von Professor Gregor Ahn "Süßes oder Saures, über Halloween und andere Rituale".

Der Mann kennt sich da nämlich aus, schließlich ist er nicht nur Religionswissenschaftler, sondern forscht seit etlichen Jahren schon über Rituale und wie die sich im Lauf der Zeiten verändern. Ein spannendes Thema, das knapp 200 Jungen und Mädchen in den großen Hörsaal der Chemie lockte.

Das Wort Rituale stammt laut Lexikon aus dem Lateinischen und bezeichnet ein Vorgehen nach einer festgelegten Ordnung. Was unterscheidet aber ein Fest vom Zähneputzen, das ja auch mehr oder weniger regelmäßig passiert? "Das eine macht Spaß und das andere nicht", kommt es von den Nachwuchs-Studis wie aus der Pistole geschossen. Ganz so einfach ist das nicht, aber sie landen damit schon mittendrin in dem Forschungszweig, mit dem sich Gregor Ahn und sein Team seit mehr als zwei Jahren beschäftigen.

Die Wiederholung allein genügt nämlich nicht, um aus dem Zähneputzen oder Schuhebinden ein Ritual zu machen. Dazu muss schon noch ein bestimmter Rahmen und eine Bedeutung dazu kommen, die einem Handeln beigemessen wird. Beten ist also ein Ritual oder das Feiern der Mittsommernacht. "Ein Ritual wird in regelmäßigen Abständen wiederholt, aber nicht alles, was wiederholt wird, ist ein Ritual", beschreibt das der Forscher. Allerdings, das gibt er zu, ist es gar nicht einfach zu sagen, wann ein Ritual anfängt und wann es endet. Dass es aber einen Anfang und ein Ende hat und Weihnachten zum Beispiel aus vielen kleinen Ritualen besteht, das ist sicher.

Wie ein Fest begangen wird, das unterscheidet sich nicht nur von Land zu Land, sondern auch von Zeit zu Zeit. Manchmal entsteht auch eine Mischung von ganz verschiedenen Dingen. So ist Ostern nicht nur das Andenken daran, dass Jesus Christus von den Toten auferstanden ist, sondern vermischt sich mit Frühlingsfesten, die den Hasen und die Eiern als Zeichen einer wiedererwachten Natur und der Fruchtbarkeit mit eingebracht haben. Wie ist das nun aber mit Halloween, das in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November gefeiert wird. Ursprünglich war der schaurig-spukige Zauber ja in den Vereinigten Staaten von Amerika daheim, seit rund zehn Jahren ist er aber auch nach Europa geschwappt. Da kommt er sogar ursprünglich her. Die Kelten hatten dieses Fest zum Winteranfang eingeführt und glaubten, dass in jener Nacht die Toten als Geister und Schattengespenster wiederkommen und die Lebenden in Angst und Schrecken versetzen würden. Damit das nicht passiert und die Gespenster ihrerseits Angst bekommen, zogen sie sich selbst fürchterliche Kostüme an, setzten Masken auf und zogen randalierend durch die Dörfer. Dieser Brauch hat sich später mit der katholischen Tradition vermischt, den lieben Verstorbenen an Allerseelen etwas Gutes mit auf den Weg ins Jenseits zu geben und kam dann von Amerika nach Europa zurück.

INFO: Die Vorlesung des Heidelberger Kinder-Universität wird, wie das begleitende Internetprojekt Kinder-Uni im Netz (www.kinder-hd-uni.de), vom Walldorfer Softwareunternehmen SAP gesponsert. Beides sind Gemeinschaftsprojekte der Ruprecht-Karls-Universität und der Rhein-Neckar-Zeitung.
Kirsten Baumbusch

Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
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