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2. Juni 2004

Martin Bucer – Die Renaissance eines großen Kirchenmanns

Die Edition seiner Werke wirft neues Licht auf die Reformation – Öffentlicher Vortrag von Thomas Wilhelmi an der Heidelberger Akademie der Wissenschaften am 8. Juni

Martin Bucer

Martin Bucer (1491-1551) war ein Revoluzzer mit Geist und Gemüt. Im Gegensatz zu Luther und Zwingli brachte er seine theologischen Thesen eher leise zu Gehör. Dennoch fürchteten ihn seine Gegner, denn seine Rhetorik war geschliffen, seine Bildung umfassend, sein Wort besaß in politischen Kreisen höchstes Gewicht. "Ein gefährlich süßes Gift!", so nannten sie die Rede des gebürtigen Schlettstädters. Seiner Zeit galt er als Theologe ersten Ranges. 1517 immatrikulierte sich Bucer in Heidelberg, hier lernte er ein Jahr später auch Luther bei dessen Disputation persönlich kennen. Das Verhältnis der beiden war zugleich von wechselseitigem Respekt wie Distanz geprägt.

Doch während Luther zur zentralen historischen Gestalt avancierte, geriet Bucer im Laufe der Jahrhunderte mehr und mehr in Vergessenheit. Diese Wahrnehmung beginnt sich gegenwärtig gleichwohl signifikant zu verändern. Seit dem 500. Geburtstag des Kirchenmanns im Jahre 1991 ist das Interesse an ihm und seinem Lebenswerk wieder erwacht. Erst allmählich wird kenntlich, in welchem hohen Maße Bucer die religiöse Erneuerung Deutschlands mitgestaltete, dass er einer der Väter und maßgeblicher Gestalter der Reformation war. Einen wesentlichen Anteil an dieser Neubewertung seiner Bedeutung für die europäischen Geistesgeschichte hat die Edition seiner Werke. Sie wird seit 1980 von der Heidelberger Akademie der Wissenschaften betreut. Noch bis 2018 wird es dauern, bis alle deutschen Schriften des Gelehrten publiziert sind, inklusive Gesamtregister werden dann 23 Bände vorliegen.

"Bucers Handschrift war katastrophal", so Dr. Thomas Wilhelmi, von der Bucer Forschungsstelle der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. "Es braucht jahrelange Übung und ein gerüttelt Maß an Geduld, um die Manuskripte fehlerfrei zu entziffern." Bucer selbst war sich dessen nur allzu deutlich bewusst und gab Briefempfängern deshalb schon von vorneherein den Rat: "Nemet zu hilff, wen yr kundt, das yrs leset, ich kann nit baß". Frei übersetzt: "Versucht zu lesen, was euch möglich ist, ich kann es eben nicht besser". Doch auch umfangreiche Kenntnisse des Lateinischen, der zeitgenössischen Theologie und Philosophie sind nötig, um diese Edition zu bewerkstelligen.

Diesen ganz praktischen Problemen wie auch der Theorie moderner Editionsphilologie gehen Buckwalter und Wilhelmi in ihrem Vortrag "Martin Bucer, ein europäischer Reformator. Die Edition seiner Werke" nach. Weshalb lohnt sich die Herausgabe einer solchen Werkausgabe? Wo liegt ihr wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Wert? Mit welchen Schwierigkeiten ist sie verbunden? "Dies alles sind wichtige Fragen, die in der gegenwärtigen Diskussion über den Stellenwert von Bildung viel zu kurz kommen. Denn geisteswissenschaftliche Grundlagenforschung ist unverzichtbar für den Wissenschaftsstandort Deutschland", ist Wilhelmi überzeugt.

Die Bucer-Forschungsstelle gibt deshalb der interessierten Öffentlichkeit einen spannenden und detailreichen Einblick in Bucers Bedeutung. Dabei spricht Herr Dr. Stephen Buckwalter über Bucers Bedeutung für Heidelberg und Europa sowie Wilhelmi über das Spätwerk und die tägliche Arbeit in der "Werkstatt" einer solchen Ausgabe.

Thema: "Martin Bucer, ein europäischer Reformator. Die Edition seiner Werke."
Dienstag, 8. Juni 2004, 18.15 Uhr, Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Karlstraße 4, 69117 Heidelberg
Der Eintritt ist kostenlos.

Rückfragen bitte an
Dr. Johannes Schnurr
Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
der Heidelberger Akademie der Wissenschaften
Tel. 06221 54 34 00, Fax 54 33 55
johannes.schnurr@urz.uni-heidelberg.de
www.haw.baden-wuerttemberg.de

sowie
Dr. Thomas Wilhelmi
Bucer-Forschungsstelle der Heidelberger Akademie der Wissenschaften
Tel. 54 43 96, Fax 54 43 95
bucer@urz.uni-heidelberg.de

Rückfragen von Journalisten auch an:
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
http://www.uni-heidelberg.de/presse

und
Irene Thewalt
Pressestelle der Universität
Tel. 542311
presse@rektorat.uni-heidelberg.de


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