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21. Juni 2004

Kein Patentrezept für glückliches Altern

120 Teilnehmer aus aller Welt auf einer interdisziplinären Konferenz des Zentrums für Alternsforschung

Wie kann man im Alter glücklich sein?

Wie kann man im Alter glücklich sein? Darüber machen sich die Experten Gedanken. Von links: Hermann Brenner, Hans-Werner Wahl, Warner Schaie und Dr. Christoph Rott. Foto: Stefan Kresin


Jeder möchte "alt" werden, aber keiner möchte "älter" werden. Dieser Spruch ist recht beliebt, aber vielleicht nicht immer wahr. Die 82 Jahre alte Magda Müller aus unserer Region (Name geändert) ist vor einiger Zeit blind geworden. Trotzdem nahm sie an einer Gruppenreise nach Irland teil. "Ich werde mit meinen Händen sehen lernen", sagte sie. Mit ihren Fingern ertastete sie das Gras und die Mauern, auf ihren Wangen fühlte sie den Wind, und sie lauschte der Live-Musik. Sie ist glücklich, dass sie die Reise gewagt hat. "Ich wollte neue Erfahrungen sammeln und mich nicht unterkriegen lassen."

Magda Müller ist ein Beispiel dafür, wie man sein Alter meistern kann. Aber wie machen es andere? Das war das Thema einer zweitägigen internationalen Konferenz des Deutschen Zentrums für Alternsforschung (DZFA), das seinen Sitz in Heidelberg hat. (Die ausführliche Überschrift der Tagung lautete: The Many Faces of Health, Competence and Well-Being in Old Age: Integrating Epidemiological, Psychological and Social Perspectives).

Schon die Angst vor einem Umzug kann viel Kraft kosten

120 Teilnehmer aus ganz Europa, Australien, Afrika und den USA waren gekommen, unter ihnen Geriater, Psychologen und Sozialwissenschaftler. "Mit der Konferenz wollen wir den interdisziplinären Austausch fördern", erklärte Prof. Hermann Brenner vom DZFA auf einer Pressekonferenz. Glücklich ist im Alter, wer sich zufrieden fühlt. Die Gründe für dieses Gefühl sind von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich, und deshalb kann man dazu kaum allgemeine Aussagen sagen. Aber es gibt auch Faktoren, die für viele älteren Menschen gleich wichtig sind. Dazu gehört die Selbständigkeit im Alltag, also die eigene Wohnung. Schon die Angst vor einem Umzug kann einen älteren Menschen viel Kraft kosten. So sagte in einer Studie des DZFA ein älterer Herr: "Also wenn ich hier ausziehen müsste, ja, dann wäre das eigentlich das Ende für mich." Außerdem möchten ältere Menschen selbstständig einkaufen und ihre Freizeit selbst gestalten. "Ein älterer Mensch möchte sich als ,Heidelberger' fühlen", erklärte Prof. Hans-Werner Wahl vom DZFA, "und er möchte das Gefühl haben, dass er gebraucht wird." Dazu gehört zum Beispiel das ehrenamtliche Engagement im Stadtteil. "Die Kontakte zu den Verwandten sind wichtig", sagte Dr. Christoph Rott vom DZFA, der das Leben von Menschen untersucht, die älter sind als 100 Jahre. Diese Kontakte können Pflegekräfte kaum ersetzen.

Für die Gesundheit im Alter kann man vieles tun. "Zentraler Risikofaktor für zahlreiche Erkrankungen des höheren Lebensalters ist das Rauchen", so Prof. Brenner. Wer aufhört, der hat schon bald eine bessere Prognose. Wichtig ist die regelmäßige Bewegung. Das bedeutet nicht unbedingt ein Training zum Marathonlauf, der tägliche Spaziergang von 30 Minuten tut es auch.

Vergleicht man Deutschland und die USA, so zeigen sich Unterschiede im Umgang mit dem Alter. 1994 wurde in Amerika die Altersgrenze für viele Berufe abgeschafft (mit wenigen Ausnahmen), in Deutschland dagegen gibt es viele berufliche Altersgrenzen. Prof. Warner Schaie aus den USA und Mitglied des DZFA-Kuratoriums: "Die Altersgrenzen sind ein Berufsverbot. Das sollte man auch so nennen."

In Deutschland hat man überraschend festgestellt, dass bei einigen Frauen ab dem 40. Lebensjahr die Kräfte nachlassen. In den USA dagegen hat man eine Gruppe von Männern und Frauen beobachtet, die erst mit 40 oder 50 Jahren ihre volle Lebenskraft entfalten. "Dabei spielt die Bildung keine Rolle", so Prof. Schaie. In beiden Fällen möchte man nun die genaueren Umstände untersuchen.

Insgesamt sehen die Forscher das Altern jedenfalls positiv. "Die älteren Menschen sind heute aufgrund des medizinischen Fortschritts und der gesünderen Lebensführung viel gesünder als früher", sagt Prof. Brenner.
Von Marion Gottlob

Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
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