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7. Mai 2004

Ein großes Forum zu einem kleinen Nager

XV. Forum des Zentrums für Molekulare Biologie der Universität Heidelberg (ZMBH) – Am morgigen Samstag ab 11.30 Uhr spricht Ian Wilmut aus Edinburgh, Ziehvater des Klon-Schafs Dolly, über das Klonen

Bereits zum 15. Mal veranstaltet das Zentrum für Molekulare Biologie der Universität Heidelberg dieser Tage (6. – 8. Mai) sein wissenschaftliches Forum in Heidelberg. Im Zentrum der Vorträge der rund 20 namhaften Wissenschaftler aus dem In- und Ausland steht die Maus, die aufgrund ihrer zahlreichen Vorteile in der Forschung besonders beliebt ist. "Die Maus ist als Modellorganismus besonders geeignet. Und das nicht nur, weil sich an ihr physiologische Vorgänge oder auch Krankheiten gut untersuchen lassen. Sondern auch, weil ihr Erbgut zu etwa 90 Prozent mit dem des Menschen übereinstimmt, und sie eine rasche Generationsfolge hat. Außerdem kann man Mäuse gut genetisch manipulieren, was so weit geht, dass mittlerweile bestimmte Gene gezielt – oder auch für kurze Zeit – ausgeschaltet werden können", erklärt Dr. Blanche Schwappach hierzu.

Sie ist Nachwuchsgruppenleiterin am ZMBH und gehört dem Organisationskomitee des Forums an. Deshalb ist sie auch besonders froh über den neuen Tagungsort im Kirchhoff-Institut für Physik. "Das neue Gebäude im Neuenheimer Feld ist natürlich ideal für solch ein Forum geeignet – mit immerhin rund 300 Teilnehmern." Im vergangenen Jahr musste das Forum wegen des besseren Raumangebotes im Deutschen Krebsforschungszentrum stattfinden – und selbst dort saßen Zuhörer schon mal auf den Treppenstufen.

Unverändert blieb hingegen die Prämisse, die Veranstaltung auch für den wissenschaftlichen Nachwuchs attraktiv zu machen. Folglich werden keine Gebühren erhoben, was vor allem Studenten oder Doktoranden anspricht, die gleichwohl auf das traditionell hohe Niveau des Forums vertrauen dürfen. Immerhin präsentieren auch in diesem Jahr Koryphäen ihres Fachs den Stand der Forschung. Dabei werden neueste Erkenntnisse zu physiologischen Prozessen wie der biologischen Uhr, dem Lernen oder dem Gedächtnis ebenso zur Sprache kommen wie die Suche nach Auslösern für Krankheiten des Nervensystems.

Hierüber referiert beispielsweise der Heidelberger Wissenschaftler Prof. Dr. Peter Seeburg vom Max-Planck-Institut für medizinische Forschung, der sich mit den Bereichen Gedächtnis und Depression beschäftigt. Hingegen geht Prof. Dr. med. Stefan Offermanns vom Pharmakologischen Institut der Universität Heidelberg der Frage nach, wie die Pharmaindustrie neue Medikamente an Mäusen testet, bevor überhaupt Experimente am Menschen durchgeführt werden können.

Ein auch in der breiten Bevölkerung sehr bekannter Wissenschaftler wird hingegen (am morgigen Samstag ab 11.30 Uhr) über das Klonen sprechen, was nahe liegt, machte Ian Wilmut aus Edinburgh doch vor einigen Jahren als der Ziehvater des Klon-Schafs Dolly von sich reden. Albrecht Müller von der Universität Würzburg wird hingegen erklären, wie aus Stammzellen neue Blutzellen gezüchtet werden können – auch dies ein Thema, das in der Zukunft einmal direkt in die Entwicklung neuer Heilmethoden münden könnte.

Immerhin steht der spätere Nutzen für den Menschen im Hintergrund aller auf dem Forum gehaltenen Vorträge. Einmal eine Waffe gegen den Krebs zu entwickeln oder Alzheimer heilen zu können ist schließlich das Ziel aller Forscher, die die Vorteile eines kleinen Nagers – dem das ZMBH sein diesjähriges Forum widmet – schon lange zu schätzen wissen.

Das XV. Forum des Zentrums für Molekulare Biologie findet statt vom 6. bis 8. Mai 2004. Ort der Veranstaltung ist das Kirchhoff-Institut für Physik, Im Neuenheimer Feld 227, 69120 Heidelberg. Weitere Informationen sind zudem im Internet erhältlich: www.zmbh.uni-heidelberg.de

Heiko P. Wacker

Rückfragen bitte an
Dr. Blanche Schwappach
b.schwappach@zmbh.uni-heidelberg.de

Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
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