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12. Mai 2004

"Spitzenposition in medizinischer Versorgung und Technologie"

Am Universitätsklinikum Heidelberg wurde der Grundstein für die europaweit einmalige Therapieanlage mit Ionenstrahlung zur Behandlung unheilbarer Tumorerkrankungen gelegt

Grundsteinlegung im Universitätsklinikum Heidelberg

Grundsteinlegung im Universitätsklinikum Heidelberg (von links): Prof. Dr. Eike Martin (Leitender Ärztlicher Direktor), Prof. Dr. Jürgen Debus (Ärztlicher Direktor der Abteilung Radio-Onkologie), Frau Irmtraut Gürkan (Kaufmännische Direktorin), Prof. Dr. Peter Hommelhoff (Rektor der Universität Heidelberg), Prof. Dr. Walter Henning (Wissenschaftlicher Geschäftsführer der GSI Darmstadt), Beate Weber (Oberbürgermeisterin von Heidelberg), Gerhard Stratthaus (Finanzminister von Baden-Württemberg), Rolf Stroux (ganz rechts, Leiter des Universitätsbauamtes Heidelberg). / Quelle: Medienzentrum des Universitätsklinikums Heidelberg.

Am 12. Mai 2004 hat die offizielle Grundsteinlegung für die Therapieanlage zur Krebsbehandlung mit Schwerionenstrahlung stattgefunden. Die europaweit einmalige Einrichtung, die künftig Heidelberg Ionenstrahl-Therapie Centrum (HIT) heißen wird, soll Ende 2006 in Betrieb gehen und eine Versorgungslücke bei der Behandlung bislang unheilbarer Tumoren schließen. Bei der Grundsteinlegung wiesen der Finanzminister des Landes Baden-Württemberg, Gerhard Stratthaus, und Staatssekretär Michael Sieber, Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, auf die Spitzenposition in medizinischer Versorgung und Technologie hin, die das Heidelberger Klinikum durch die Errichtung der Therapieanlage einnehmen wird.

Ein Modell des neuen Therapiecentrums

Ein Modell des neuen Therapiecentrums, das Ende 2006 in Betrieb gehen soll. / Quelle: Medienzentrum des Universitätsklinikums Heidelberg.

Das Gebäude, das in unmittelbarer Nachbarschaft der Kopfklinik mit der Abteilung Radio-Onkologie mit Baukosten von ca. 72 Millionen Euro errichtet wird, hat eine Nutzfläche von ca. 5.000 m2 und umfasst neben dem Beschleuniger drei Behandlungsplätze sowie Räumlichkeiten für ca. 80 Mitarbeiter, die in Krankenversorgung, Logistik und Forschung tätig sind. Pro Jahr sollen mindestens 1.000 Patienten mit inoperablen Schädelbasis- und Hirntumoren, Weichteilsarkomen und Prostatakarzinomen überwiegend ambulant behandelt werden.

Kosten von ca. 72 Millionen Euro werden vom Bund und vom Klinikum getragen

"Am Universitätsklinikum wird mit diesem Zukunftsprojekt ein weiterer Meilenstein im Kampf gegen Krebs gesetzt", erklärte der Leitende Ärztliche Direktor, Prof. Dr. Eike Martin, bei der Grundsteinlegung. Auf einer weitere richtungsweisende Einrichtung das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) wies der Rektor der Universität. Professor Dr. Peter Hommelhoff hin: ein Modellprojekt nach Vorbild der amerikanischen "Comprehensive Cancer Centers" das derzeit zusammen mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg aufgebaut wird und Patienten eine gemeinsame Behandlung durch die verschiedenen Krebsspezialisten gewährleisten soll.

Ungewöhnlich ist auch die Finanzierung der Therapieanlage: Die Kosten von ca. 72 Millionen Euro werden zu gleichen Teilen vom Bund und vom Heidelberger Klinikum getragen. Auch in schwierigen finanziellen Zeiten müsse man den Mut aufbringen, durch die Errichtung großer Therapieanlagen neue Forschungsergebnisse einer großen Zahl von Patienten möglichst rasch zugute kommen zu lassen, erklärte Irmtraut Gürkan, Kaufmännische Direktorin des Heidelberger Klinikums. Von der intensiven Nutzung der Anlage in den nächsten 15 Jahren sei eine Refinanzierung der Investition zu erwarten. Die einmaligen Kosten für eine Behandlung mit Ionenstrahlung liegen bei etwa 20.000 Euro und im Bereich der typischen Kosten der gegenwärtig praktizierten Standardkrebstherapie.

Schwerionen schädigen den Tumor irreparabel und schonen die Umgebung

Die Bestrahlung mit Schwerionen ist ein äußerst präzises und biologisch hochwirksames Therapieverfahren. Die Schwerionen werden über eine Beschleunigeranlage auf sehr hohe Geschwindigkeit gebracht und in den Tumor geschossen. Dort fügen sie dem Tumorgewebe irreparablen Schaden zu. Durch millimetergenaue Steuerung wird der Tumor punktgenau getroffen und das umgebende gesunde Gewebe geschont.

Wissenschaftliche, technische und klinische Vorarbeiten für die Heidelberger Schwerionen-Therapieanlage wurden im Rahmen eines Gemeinschaftsprojektes der Radiologischen Universitätsklinik Heidelberg, der Gesellschaft für Schwerionenforschung Darmstadt (GSI) und des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg (DKFZ) in Kooperation mit dem Forschungszentrum Rossendorf (FZR) geleistet. Als Pilotprojekt wurde am Schwerionen-Synchrotron der GSI gemeinsam eine medizinische Bestrahlungseinheit aufgebaut, in der seit 1997 jährlich etwa 30 Patienten der Radiologischen Universitätsklinik Heidelberg mit sehr gutem Erfolg, etwa 70 Prozent Heilung, behandelt wurden.

Mindestens 70 Prozent der Patienten werden geheilt / Therapiestudien mit erschiedenen Ionenarten geplant

"Bislang haben wir über 200 Patienten in der Darmstädter Anlage behandelt", berichtete Professor Dr. Dr. Jürgen Debus, Ärztlicher Direktor der Abteilung Radio-Onkologie und Strahlentherapie des Universitätsklinikums Heidelberg, der die Therapieanlage künftig leiten wird. Sie litten überwiegend an lokal begrenzten Tumoren, die anderen Behandlungsverfahren nicht zugänglich waren. Bei den bisher abgeschlossenen Studien waren die Ergebnisse deutlich besser, als mit der derzeit standardmäßig eingesetzten Röntgentherapie.

"Wir möchten den Einsatz der Schwerionentherapie auf andere Tumore ausdehnen, zum Beispiel den Prostatakrebs, aber auch Tumorerkrankungen bei Kindern, deren konventionelle Behandlung langfristig schwere Nebenwirkungen haben kann." Die hohe Zahl der künftig in der Heidelberger Anlage behandelten Patienten wird es erlauben, die neue Therapie in großen klinischen Studien wissenschaftlich zu untersuchen. Darüber hinaus sollen die Bestrahlung mit anderen Ionenarten, z.B. Protonen, erprobt und im Vergleich getestet werden.

Rückfragen bitte an:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät
der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 45 36
Fax: 06221 / 56 45 44
Handy: 0170 / 57 24 725
E-Mail: Annette_Tuffs@med.uni-heidelberg.de
www.med.uni-heidelberg.de

Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg


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