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10. Mai 2004

Zeugnisse einer rätselhaften Kultur

Heidelberger Archäologenteam versucht, die Geheimnisse der antiken Stadt Zafar im Jemen zu enträtseln – In Anbetracht des fortschreitenden Zerfalls ist diese Arbeit besonders wichtig

Die Grabung Zafar am Berg Husn Raydan

Die Grabung Zafar am Berg Husn Raydan nach Norden

Unter Federführung von Prof. Werner Arnold vom Lehrstuhl für Semitistik am Seminar für Sprachen und Kulturen des Vorderen Orients und unterstützt von der Fritz Thyssen Stiftung arbeitet seit 2002 ein Wissenschaftlerteam in dem Projekt "Ausgrabung bedrohter Denkmäler in Zafar – Haupstadt der Himyaren – spätvorislamische Frühgeschichte im Jemen.

Ziel des Projekts war es, die späthimyarische Zeit und ihre Kulturverhältnisse anhand von Grabungen und Kartierungen auszuleuchten. Diesbezüglich wurden 230 Inschriften und 1000 Reliefs im Ortsmuseum fotografisch aufgenommen und katalogisiert. Bei eingehender Betrachtung erweist sich die in der Forschung nur unzureichend diskutierte antike Stadt Zafar als unerwartet reiche Informationsquelle für die spätvorislamische Zeit. In Anbetracht des fortschreitenden Zerfalls und der Plünderung der Stadtruinen sind diese Arbeiten besonders wichtig.

Die Grabungsmannschaft in Zafar/Jemen.

Die Grabungsmannschaft in Zafar/Jemen.

Anhand der Kartierung des 110 Hektar großen Stadtkerns lokalisierte Projektleiter Privatdozent Dr. Paul Yule Paläste sowie das Befestigungswerk und untersuchte ausgewählte kleinere Bauten die im Zusammenhang mit Inschriften und Plastiken interpretiert wurden. Die Kartierung Zafars liefert nicht nur einen Katalog der Befunde für denkmalpflegerische und Forschungszwecke, sondern dient auch als Grundlage für eine animierte Computersimulation der frühmittelalterlichen Stadt.

In den Jahren 2003 und 2004 hat die Expedition jeweils zwei nebeneinander liegende Grabungsflächen im westlichen Steilhang des Husn Raydan untersucht. Ergebnis dieser Grabungen war der Fund stratifizierter Keramik, Plastik und Architektur in den frühen und späten Phasen. Himyarische Großplastiken aus der Grabung stellen Menschen und Tiere dar. Anhand von stratifizierten Radiokarbonbestimmungen soll ermöglicht werden, Zeithorizonte innerhalb der himyarischen Epoche festzustellen, in der Herrscher die Stadt gestalteten. Hierbei sollen vor allem Erkenntnisse über die religionsgeschichtliche Gemengelage von polytheistischen, jüdischen, christlichen und anderen monotheistischen Religionen gewonnen und im Kontext künstlerischer Manifestationen untersucht werden.

In unmittelbarer Nähe von Zafar lieferte die Rettungsgrabung und Dokumentation eines 14 Meter tiefen späthimyarischen Fürstengrabes aus dem 6. nachchristlichen Jahrhundert Informationen zu den Kulturverhältnissen im Zeitraum des Vorhabens. Es enthielt wertvolle Funde, einschließlich eines beschrifteten und verzierten Zaumzeugs.

Späthimyarische silbertauschierte Zäumung

Späthimyarische silbertauschierte Zäumung (H. 21,5cm, zur Zeit im Zafar Museum aufbewahrt) aus dem Fürstengrab in al-'Irafah.

Späthimyarische silbertauschierte Zäumung

Späthimyarische silbertauschierte Zäumung (H. 21,5cm, zur Zeit im Zafar Museum aufbewahrt) aus dem Fürstengrab in al-'Irafah. Alle Fotos : Paul Yule

Fluren, die sich wegen ihrer Größe nicht für eine Grabung eigneten, wurden mit Magnetometermessungen erfasst. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse liefern in Kombination mit hoch auflösenden Satellitenaufnahmen die Möglichkeit, die Entwicklung der fragmentarisch überlieferten Stadtverteidigungen besser zu verstehen. Ergänzend zur Kartierung sind mehr als 6000 Fotos und Zeichnungen der Funde, Befunde und Arbeitsschritte in digitalem Format in einer Datenbank erfasst.


Folgende Publikationen sind 2003 erschienen:
Yule, Paul: Beyond the Pale of Near Eastern Archaeology: Anthropomorphic Figures from al-Aqir near Bahla', Sultanate of Oman, Man and Mining – T. Stöllner et al. (Hrsg.) Mensch und Bergbau Studies in Honour of Gerd Weisgerber on Occasion of his 65th Birthday (Bochum 2003). S. 537-542

Yule, Paul: Zafar: eine Stadt and ihre Geheimnisse, Ruperto Carola 3, 2003. S. 4-10

Bildmaterial können Sie per mail an presse@rektorat.uni-heidelberg.de bestellen.

Rückfragen bitte an
Dr. Paul Yule, Sutte 22
D-96049 Bamberg
Tel. und Fax 0951 5191616
paul.yule@t-online.de

Rückfragen von Journalisten auch an:
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
http://www.uni-heidelberg.de/presse

und
Irene Thewalt
Pressestelle der Universität
Tel. 542311
presse@rektorat.uni-heidelberg.de


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