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11. Mai 2004

Wie kommt eigentlich die E-mail ins Netz?

Kinder-Uni im Netz auf Recherchetour in Sachen Internet – Experte Sven Schimmel gab bei der Firma MEG Einblick in flitzende Daten

Redaktion der Kinder-Uni im Netz

Spannendes in Sachen elektronischer Kommunikation erfuhr die Redaktion der Kinder-Uni im Netz vom Experten Sven Schimmel. Foto: MEG

Immer mehr Menschen sind im weltweiten Computer-Netz, genannt Internet, unterwegs. Doch wie es funktioniert, das wissen nur die wenigsten. Die Redaktion der Kinder-Uni im Netz ist jetzt ein bisschen schlauer. Zu verdanken ist das Sven Schimmel. Der Heidelberger bietet Forschungswerkstätten für Kinder und Jugendliche an und weiß fast alles rund um die elektronische Kommunikation.

Damit aber nicht genug, gemeinsam mit Hansjörg Herrenknecht von der im Pfaffengrund ansässigen Firma MEG durften die neugierigen Redakteure auch einen Blick in den Serverraum der Firma am Kurpfalzring werfen. Server sind Computer, die dafür sorgen, dass das Netz funktioniert. Dort laufen Millionen und Abermillionen von Daten von Firmen, Laboren und Forschungseinrichtungen zusammen, werden verteilt und gespeichert. Das Ganze ist eine Art Hochsicherheitstrakt und so ausgeklügelt, dass sogar der Staat Israel Daten in Heidelberg speichern lässt.

Logo der KinderUni im Netz

Die Kinder-Uni im Netz ist eine Plattform im Internet. Da wundert es nicht, dass die dafür ins Leben gerufene Kinder-Redaktion wissen wollte, wie das eigentlich geht. Was passiert also, bis beispielsweise die Internetseite der Kinder-Uni im Netz auf den Bildschirm flimmert? Zuerst ist ein Computer nötig und der wiederum braucht einen Anschluss ins Internet. Ein Modem beispielsweise ist mit der Telefonleitung, dem Stromnetz und dem Computer verbunden. Wenn der Nutzer ins Internet will, baut das Modem erst einmal die Verbindung mit dem so genannten Provider auf. Das sind Firmen, die Computer über die Telefonleitung mit dem Internet verbinden.

Beim Provider stehen in riesigen, gut gekühlten Hallen jede Menge Rechner. Die wiederum stellen die Verbindung zwischen dem Kunden und dem Internet her. Der Provider selbst ist mit mehreren anderen verbunden, so entsteht ein Netz, das "World wide web" eben.

Für die Dauer der Verbindung erhält dann der Computer des Internetnutzers eine Nummernfolge, die IP-Adresse. Das ist die Lieferadresse für Webseiten oder Chat-Nachrichten. Die Provider haben meistens weniger IP-Adressen eingekauft als sie Kunden haben. Deshalb erhält man bei der Einwahl jedes Mal eine andere Nummer.

Bekommt der Provider dann die Seite genannt, die im Internet gewünscht wird, beispielsweise www.kinder-hd-uni.de, dann muss er sich kräftig sputen. Da es jede Menge verschiedener Provider geben kann, auf der die Seite liegt, muss der Provider bei Auskunfts-Computern (Namensservern) nachfragen. Nun weiß der Computer endlich, welche Nummer die gewünschte Internetseite hat. Um die aber auf dem PC zu Hause darstellen zu können, muss er erst eine Anfrage an den Server schicken, auf dem die Seite abgelegt ist. Dort muss die Seite abgeholt werden. Der Server stellt die Inhalte der Seite zusammen und dann geht sie zurück und die Verbindung ist geschafft.

Die elektronische Datenübermittlung besteht im Prinzip nur aus der Kombination von zwei Zeichen, nämlich 0 und 1. Allein der Buchstabe A benötigt schon sechs dieser Impulse und so sind es natürlich riesige Datenmengen, die da transportiert werden.

Deshalb, so Sven Schimmel, werden die Datenpakete unterteilt und über verschiedene Wege zum anderen Rechner geschickt. Der Paketdienst heißt "Rooter" und transportiert seinen Auftrag bis zum nächsten Provider, saust dann zurück und gibt Nachricht, dass er seinen Job erledigt hat.

So suchen sich die Daten immer den schnellsten Weg. Das ist aber nicht immer der kürzeste. "Manchmal", so Computerexperte Schimmel, "geht auch eine Verbindung von Heidelberg nach Mannheim über Frankfurt, wenn die direkte Verbindung gerade belegt ist". Eine Anfrage bei "Disney" geht von Heidelberg nach Frankfurt, nach London, von dort über den Atlantik nach Washington und dann nach Orlando. Und das alles in wenigen Sekunden. "Da hat man schon ein bisschen Verständnis, wenn das ein bisschen dauert", sagte Sven Schimmel, "die Daten müssen ganz ordentlich flitzen". Doch in der Computertechnik rast die Entwicklung noch immer. Hansjörg Herrenknecht hatte dafür ein Beispiel aufgebaut. Ein drei Jahre alter Server ist in etwa zehn Mal so groß wie ein heutiger. Das Besondere bei diesen Computern: Fast alles, sogar die Festplatte, kann bei laufendem Betrieb ausgetauscht werden, weil es überall Sicherungssysteme gibt.

Im Serverraum der MEG gibt es ein raffiniertes System der Luftkühlung. Vom Fußboden bläst die kühle Luft in den Raum. Schränke an Schränke mit teuren Computer reihen sich hier. 100000 Euro ist allein der 2,4 Terrabyte umfassende Computer wert, der die Daten sichert. Da wundert es niemanden, dass das Unternehmen abgeschottet ist wie eine Bank. Damit die Elektrizität nie knapp wird, hat MEG gleich drei Stromkreise und ein doppeltes Batteriesystem noch dazu. Wenn das auch nichts nützt, würden die Stadtwerke auch noch ganz schnell einen Generator mit Diesel bringen. Dann hätte aber schon ganz Heidelberg keinen Strom mehr.

INFO: Sven Schimmel und seine Forschungswerkstatt ist unter Telefon 06221 588030 oder per Mail unter Sven.Schimmel@ippos.net erreichbar. Kirsten Baumbusch

Rückfragen bitte an
Dr. Jörg Kraus
Dezernat Forschung und Projektmanagement der Universität Heidelberg
Tel. 06221-542204
joerg.kraus@zuv.uni-heidelberg.de

Rückfragen von Journalisten auch an:
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
http://www.uni-heidelberg.de/presse

und
Irene Thewalt
Pressestelle der Universität
Tel. 542311
presse@rektorat.uni-heidelberg.de


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