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10. Mai 2004

"Die Forschung an Föten ist für mich nicht akzeptabel"

Der Ziehvater des Klon-Schafs "Dolly" sprach beim Kongress des Zentrums für Molekulare Biologie über Chancen und Grenzen des Klonens

Er sei sich der Brisanz seines Themas durchaus bewusst, betonte Ian Wilmut, bekannt geworden als Ziehvater des Klon-Schafs "Dolly". Über "Zellen aus geklonten Embryonen" sprach er am Samstag beim XV. Forum des Zentrums für Molekulare Biologie. Große Mühe gab er sich denn auch, seinen Zuhörern verständlich zu machen, warum er die Embryonenforschung befürwortet. Gleichzeitig machte er deutlich, wo für ihn die Grenze des ethisch vertretbaren Handelns erreicht ist.

Die Hauptanwendungsgebiete der Embryonenforschung sieht Wilmut in der medizinischen Grundlagenforschung und der Therapie bisher unheilbarer Erkrankungen.

Zu Letzteren zählen etwa Rückenmarksschädigungen, Diabetes oder Parkinson. Hier könnte die Forschung an geklonten Embryonen grundlegende Einsichten in die Entstehung dieser genetisch bedingten Krankheiten liefern, so Wilmut. Konkret würde diese Art der Forschung so aussehen: Einem Patienten, der an einer genetisch bedingten Krankheit leidet, werden Körperzellen entnommen. Diese enthalten sein vollständiges Erbgut, also auch die krankmachenden Gene. Dieses Erbgut wird in eine leere Eizelle injiziert. Damit entsteht ein Embryo, der exakt demjenigen entspricht, der Jahrzehnte zuvor im Leib der Mutter des Patienten heranwuchs. "Damit können wir gewissermaßen an den Ursprung seiner Krankheitsgeschichte zurückkehren", erläutert Wilmut.

Auch für die Therapie gewisser Erkrankungen möchte Wilmut geklonte Embryonen einsetzen. Aus ihnen ließen sich Stammzellen gewinnen, die das Potenzial besitzen, sich in jede gewünschte Zellform zu entwickeln. Einem Patienten etwa, der an einem Defekt von Leberzellen leidet, könnte mit dieser Methode in Zukunft vielleicht geholfen werden. Es wäre denkbar, sein eigenes Erbgut zu klonen und Stammzellen daraus zu gewinnen. In diesen ließe sich der genetische Defekt reparieren, so dass man gesunde Leberzellen züchten könnte. Diese reparierten Zellen könnten dem Patienten wieder eingepflanzt werden und in seinem Körper die Funktion der defekten Zellen übernehmen. Durch das Klonen, also das Herstellen einer identischen Kopie des Erbgutes des Patienten, wäre sichergestellt, dass die reimplantierten Zellen vom Organismus nicht abgestoßen werden.

Aber ist diese Art der Forschung ungeachtet ihrer revolutionären Möglichkeiten auch ethisch vertretbar? Die Liste der Gründe, warum Wilmut diese Frage für sich persönlich bejaht, ist lang: Die verwendeten Embryonen seien nicht älter als sechs Tage, eine schiere Ansammlung von etwa 200 Zellen, die Forschung fände außerhalb des menschlichen Körpers statt und die Embryonen würden niemals in einen Leib eingepflanzt, mit einem Durchmesser von 0,2 mm seien die Embryonen mit bloßem Auge nicht sichtbar, sie bestünden aus undifferenzierten Zellen und verfügten über keinerlei Bewusstsein.

Als "für mich persönlich nicht akzeptabel" bezeichnet Wilmut hingegen die Gewinnung von Zellen aus menschlichen Föten. Letztere seien im Vergleich mit Embryonen schon "näher an einer Person" und kämen für ihn als Forschungsobjekt nicht in Frage.

In Deutschland ist es nach dem Stammzellgesetz verboten, menschliche Embryonen zu klonen, einzuführen und in der Forschung zu verwenden. Nur in Einzelfällen kann ihre Einfuhr aus dem Ausland beantragt werden.

Ulrich Wittmann

Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
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und
Irene Thewalt
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